Bingo: Warum die „Zeit“ ohne Geld von Bill Gates nicht überlebt

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Günter Mittag (li.) ist voll dafür - Foto: Imago

Die Printmedien stecken bis auf wenige Ausnahmen schwer in der Krise. Die Bundesregierung denkt an Subventionierung für die loyale „Qualitätspresse“. Geld fließt aber bereits von Bill Gates. „Spiegel“ und „Zeit“ zählen zu den Begünstigten. Warum die „Zeit“ auf Geld von Leuten angewiesen ist, die etwas von Geld verstehen, offenbart ein Artikel von Mark Schieritz in ebendieser „Zeit“. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Unser sehr verehrter Herr Bundespräsident schrieb in seiner Studentenzeit Artikel für die Zeitschrift „Demokratie & Recht“. Die erschien im Pahl-Rugenstein-Verlag, und der wiederum wurde zu 100 Prozent von der DDR finanziert, weshalb er auch gleich nach der Wende wegen „Ohnemoosnixlos“ die sozialistischen Flügel strecken musste. Gut für den Herrn Bundespräsidenten, daß er inzwischen vom gesamtdeutschen Steuerzahler für seine Weisheit entlohnt wird. In der „Zeit“ schreibt heute Mark Schieritz Artikel zu währungspolitischen EU-Fragen. Wenn man das liest, könnte man glauben, Günter Mittag habe es verfasst. Günter Mittag war ab 1976 Chef der sozialistischen Planwirtschaft in der DDR. Träger des Karl-Marx-Ordens ist er auch gewesen.

Europa ist zurück„, meint Mark Schieritz titeln zu sollen, obwohl er eigentlich „Die EU ist zurück“ hätte schreiben müssen, wenn nicht auch das wegen linker Meinungsinhaberei völlig daneben gewesen wäre. Wie verpeilt der ganze Artikel ist, darauf gibt schon der Teaser einen schrecklichen Hinweis.

Schieritz: „Europa verzichtet endlich auf Taschenspielertricks und legt echtes Geld auf den Tisch. Das ist auch im ökonomischen und sicherheitspolitischen Interesse von Deutschland„. – Wissen Sie, was echtes Geld ist? Für Schieritz ist echtes Geld bunt bedrucktes Papier aus der Notenpresse, auf dem das Wort „Geld“ zu lesen ist. Unter der Voraussetzung, daß es die EZB hat drucken lassen. Wenn es irgendein Unbefugter drucken lassen würde, dann wäre Schieritzens echtes Geld natürlich Falschgeld und sein Hersteller würde per Steckbrief gesucht werden.

Ist dies die Woche, in der die Europäische Union neu gegründet wird?“ – Ach woher. Gründung wäre viel zu profan. Direkt aus dem Himmelreich würde sie herabschweben, die EU, die Eurokraten sähen aus wie feiste Putti, und von Harfklängen wäre die Ankunft des Himmelsgeschenks auf Erden außerdem begleitet. Auch ein Mark Schieritz sollte sich nicht scheuen, seinen wahren Gefühlen angemessen Ausdruck zu verleihen. Damit es nicht wieder heißt, die „Lügenpresse“ habe etwas unterschlagen. Und damit Bill Gates bei der nächsten Überweisung keine Abzüge vornimmt.

Angela Merkel und Emmanuel Macron verständigen sich auf ein 500-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die von der Corona-Krise betroffenen Staaten. Die Unionsfraktion im Bundestag trägt den Kompromiss mit. Und Olaf Scholz zitiert Alexander Hamilton – den ersten amerikanischen Finanzminister, der im 18. Jahrhundert mit der Übernahme der Schulden der Bundesstaaten die Voraussetzungen für die Staatlichkeit der USA schuf.

– „Günter Mittag“ wird schon wissen, warum er nicht erklärt, weshalb es Frau Merkel und Herr Macron gewesen sind, die sich auf ein solches „Hilfspaket“ geeinigt haben. Theoretisch hätten es ja auch führende Weltgeschichtenmacher aus anderen Betroffenheitsstaaten der Hysterie-Coronunion sein können. Wird wohl mit Haftungsfragen zu tun haben. Wenn es um solche geht, gibt es bei Frau Merkel bekanntlich kein Halten mehr. Sie haftet für alles, solange es moralisch nach „einwandfrei“ aussieht. Nie hatte der deutsche Steuerzahler ein teureres Gewissen, als das von Frau Merkel. Lustig ist aber trotzdem, wenn einer schreibt, etwas liege im „sicherheitspolitischen Interesse von Deutschland“, solange die Expertenbehauptung nicht aus der Welt ist, die Bundeswehr verfüge über Munition für genau einen Verteidigungstag. Ob Merkel und Macron wohl analog zu Alexander Hamilton die Staatlichkeit der Europäischen Union vorbereiten, so daß sie dann euphemistisch die „Vereinigten Staaten von Europa“ genannt werden müsste, selbst wenn sie mehr wie eine EUdSSR aussähe? Mark Schieritz scheint da so eine Ahnung zu haben, von welcher er annimmt, daß sie Teile der „Zeit“-Leserschaft verunsichern könnte. Weshalb er es selbst dann noch mit Hamilton hält, als er schreibt: „Das muss nicht auf eine Abschaffung der Nationalstaaten hinauslaufen wie im Beispiel der USA.“ – Weshalb er dann Olaf Scholzens Hamilton als leuchtendes Beispiel gewählt hat, wird auf ewig das Geheimnis von Mark Schieritz bleiben.

Bis in alle Ewigkeit nicht mehr aus der Welt zu schaffen sein wird hingegen die Versicherung aus CDU-Kreisen bei Einführung des Euro, kein EU-Staat werde jemals für die Schulden eines anderen haften. Ebenso wenig wird es je zu verheimlichen sein, daß sich Frau Merkel noch bis vor kurzem gegen Eurobonds ausgesprochen hatte. Aber wen interessieren schon die ökonomischen Interessen der Deutschen, wenn es um die „ökonomischen Interessen Deutschlands“ geht. Länder haben Interessen, die jedes vorstellbare Interesse ihrer Bürger locker in den Schatten stellen.

Ob es wohl bei der „Zeit“ statt eines „Ressortleiters Wirtschaft“ einen „taschenspielertrickbefreiten ZK-Sekretär für sozialistische Planwirtschaft mit echtem Geld“ gibt? – Fragen wird man wohl noch dürfen.

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