Hardliner schäumen über Ramelows Lockerkurs: Corona-Selbstzerfleischung unter Deutschlands Linken

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Ramelow: Ab Juni herrscht in Thüringen wieder Normalität (Foto:Imago/Peters)

Innerhalb der deutschen Linken tun sich Gräben auf: Fundis werden durch Corona zu Realos und umgekehrt; die einen – darunter SPD-Hysteriker Karl Lauterbach – fordern weiterhin strikte Beschränkungen und Hyperwachsamkeit, und warnen munter vor der „2. Welle“, weil die erste ausgeblieben war. Die anderen kehren zur Normalität zurück; Vorreiter ist hier ausgerechnet Bodo Ramelow.

Der Thüringer Ministerpräsident der „Linken“ kündigte gestern an, ab 6. Juni die Corona-Beschränkungen komplett aufzuheben. Dies betrifft dann auch die Restriktionen für Gastronomen und sensible Diensteistungsbetriebe, Schulen und Kitas – und sogar die Maskenpflicht, die dann in Thüringen als erstem deutschen Bundesland komplett wegfallen werden.

Einen entsprechenden Vorschlag will Ramelow laut „Mitteldeutschem Rundfunk“ (MDR) am Dienstag seinem Kabinett vorlegen. Dem Gesundheitsschutz will Ramelow Sorge tragen, indem er fortan nur noch situativ-anlassbezogen auf erhöhte Infektionsraten reagiert – und zwar mit lokalen Maßnahmen. Landespolitiker, berichtet der Sender, begrüßten Ramelows Vorschlag überwiegend – auch parteiübergreifend.

Es ist eine bizarre Situation: Ausgerechnet die ansonsten dirigistisch-bevormundende Linke wird zum Vorreiter der Wiederherstellung von Grundrechten und bürgerlicher Freiheit – und überholt damit sogar die FDP. Die Sozialdemokraten hingegen tendieren im Zweifel eher an der Aufrechterhaltung des Ausnahmezustands; Parteichefin Esken sieht in Corona die lang erhoffte Chance zur „Systemwende“, zu Verstaatlichung von Firmen und Zerschlagung der Finanzmärkte mit anschließender Neuordnung, während Karl Lauterbach als „Gesundheitsexperte“ seine – bisher allesamt gefloppten – Prognosen weiter verbreitet und den Teufel an die Wand malt, was die Lockerungen an Gefahren bringen werden. Auf Twitter ging Lauterbach Ramelow frontal an:

Screenshot:Twitter

Corona bricht also bei den „progressiven“ politischen Kräften der deutschen Linken die Fronten ähnlich auf und wirbelt die Positionen vergleichbar so durcheinander, wie dies im konservativ-patriotischen Lager schon seit langem zu beobachten ist. Die Zwietracht nützt auch hier wieder im Zweifel den lachenden Dritten – den Groko-Parteien, die ihren Höhenflug trotz aller Proteste über die Corona-Politik der vergangenen zwei Monate fortsetzen: Aktuell steht die CDU bei sagenhaften 40 Prozent. (DM)

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