Nach Restaurantbesuch: 7 Corona-Infizierte – 50 Menschen in Zwangsquarantäne

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Alle weggesperrt...(Symbolfoto: Von Monkey Business Images/Shutterstock)

Bei einem Restaurantbesuch im niedersächsischen Leer sollen sich sieben Gäste mit Corona infiziert haben. Für mindestens fünfzig Menschen heißt es jetzt ab in den staatlich verordneten Quarantäne-Hausknast.

Ein Jahr lang hatte die Alte Scheune in Jheringsfehn geschlossen. Nach der Wiedereröffnung am 15. Mai wurde ein Gast positiv auf das Virus getestet, 50 Gäste und Personal müssen jetzt in Zwangsquarantäne, berichtet das Redaktionsnetzwerk.

“Falls Sie am 15.05. im Rahmen des Pre-Openings unser Restaurant besucht haben, melden Sie sich bitte beim Landkreis. Das dient Ihrer und der allgemeinen Sicherheit”, schreibt das Restaurant auf seiner Facebook-Seite. Da das Personal vom Imbiss keinen Kontakt zu dem des Restaurants habe, bleibt dieser Teil zunächst geöffnet. Obwohl man in sich nach eigenen Angabe in der Alten Scheune an alle Hygienevorschriften gehalten habe, ist das Restaurant nicht einmal eine Woche nach der Wiedereröffnung nun coronabedingt wieder geschlossen. Öffnen will man erst wieder nach Pfingsten.

screenshot Facebook

An Christi Himmelfahrt steckte das Gesundheitsamt jetzt mehr als 50 Menschen in Quarantäne – sie alle waren zwischen zwischen 15. und 18. Mai in der Alten Scheune zu Gast und hatten brav ihre persönlichen Daten korrekt angegeben. Erst nach Ablauf der zweiwöchigen Isolation könne geklärt werden, wie viele Menschen sich tatsächlich in dem Restaurant angesteckt hätten, so das RND. Inzwischen sind offenbar sieben Menschen positiv getestet worden – unter ihnen der Betreiber der Alten Scheune sowie der Koch.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga habe bestürzt auf die Neuigkeit reagiert, berichtet die Welt. Neuinfektionen in Restaurants seien durch das nun überall geltende Hygiene- und Abstandskonzept, das der Verband entworfen habe, eigentlich gar nicht möglich, so eine Verbandssprecherin.

Doch für das zuständige Gesundheitsamt ist glasklar: Hier handelt es sich nicht um einen einzelnen Corona-Infizierten mit vielen Kontakten. Es sei „ein Ausbruch mit gleichzeitig mehreren Infizierten und vielen Kontakten“ , so die Behörde. Die jetzt laufende Nachverfolgung sei aufwendig. Begonnen hat offensichtlich alles mit sieben Befunden, die miteinander im Zusammenhang stehen und dem Gesundheitsamt im Zeitraum von Dienstag bis Freitag gemeldet worden waren. Unklar sei bisher, ob Gäste oder Personal sich nicht an die bestehenden Hygiene-Regeln gehalten hätten, heißt es weiter.

Ob es bei den mindestens fünfzig Menschen bleibt, die nun die nächsten Wochen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen, ist noch unklar. Weitere Tests stünden noch aus, so die Welt. Landrat Matthias Groote ist wieder im Panik-Modus: „Dieser Ausbruch führt uns deutlich vor Augen: Corona ist nicht vorbei, das Virus kann sich jederzeit weiter verbreiten“, warnt er. Eine Warnung dürfte diese Meldung besonders für diejenigen sein, die mal wieder „offiziell“ Zeit mit Freunden und Bekannten verbringen wollen: Der Restaurantbesuch in heutigen Zeiten entwickelt sich immer mehr zum Russische-Roulette: Er kann schnell in totaler Isolation enden. (MS)