Düsseldorfer Starkoch verliert Stern wegen „Rassismus“: Guide Michelin als Gesinnungspolizei

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Jean-Claude Bourgueil gibt sich reumütig - wegen einer aufgebauschten Lappalie (Foto:ScreenshotYoutube)

Düsseldorf – Eigentlich resultiert das Renommee des weltbekannten Restaurant-Führers „Guide Michelin“ aus der unangefochtenen fachlichen Autorität seiner Juroren, preiswürdige Spitzenköche zu beurteilen und auszuzeichnen. Sterne gab es für phantastische Menüs, Speisen und kulinarische Kreationen. Das scheint sich geändert zu haben: Inzwischen steht die politisch korrekte Gesinnung der Köche im Vordergrund.

Diese Erfahrung durfte nun das Düsseldorfer Spitzenrestaurant „Im Schiffchen“ machen: Weil der französischstämmige Starkoch des Gourmettempels, Jean-Claude Bourgueil, Anfang der Woche auf Facebook – mit einem sarkastisch-bitteren Unterton – in einem Ankündigungspost über die bevorstehende Wiedereröffnung nach der Corona-Zwangspause geschrieben hatte, Chinesen seien „nicht erwünscht“, entzog ihm der „Guide Michelin“ unverzüglich den verliehenen Stern.

Bourgueil, der nach zwei Monaten Zwangspause wie viele Gastronomen in einer wirtschaftlich existentiellen Krise steht, wollte wohl – halb wütend, halb verzweifelt – China als Hauptverantwortlichen der Pandemie hervorheben und verfiel daher auf seinen unüberlegten Post. Er wollte, wie er mittlerweile klarstellte, mit dem Post seine Kritik an der „diktatorischen Regierung und der Macht“ Chinas zum Ausdruck bringen.

Dass er deshalb pauschal alle Chinesen in Deutschland auslud, war eine zwar fragwürdige, aber angesichts der extremen Umstände doch menschlich verständliche Kurzschlussreaktion – die der Spitzenkoch zumal sofort bereute: Den Post löschte er sofort wieder – und entschuldigte sich für seinen Aussetzer. Seine Mitarbeiter und Stammgäste wissen ohnehin: Ein Rassist ist und war Bourgueil mit Sicherheit nie; in seinem Restaurant kehren aus aller Herren Länder Menschen als Gäste ein.

Restauranttester machen auf politische Sittenwächter 

Grotesk ist die gesinnungspolizeiliche Überreaktion von „Guide Michelin“, die sich als politische Haltungswächter aufspielen und ihre Kompetenzen bei weitem überschreiten – denn die betreffen nur rein lukullische und gastronomische Qualitätsmerkmale. Doch weil im kollektiven Faschisten- und Rassistenwahn der falsche Leumund die gesellschaftliche Vernichtung bedeuten kann (für die wirtschaftliche sorgte ja bereits Corona), bleibt selbst dem gestandenen Starkoch Bourgueil nichts anderes übrig, als Reue zu zeigen und in Sack & Asche zu gehen.

Er akzeptiere die Degradierung, sagte der Koch laut „Welt„, und fügte hinzu: „Das ist okay. Ich hoffe, die nehmen mich bald zurück… Ich würde es nicht noch mal machen. Ich habe Scheiße gebaut.“ Ob ihn dieser Widerruf seine fachliche Reputation zurückbringt (mit welcher der Fall eigentlich nicht das Geringste zu tun hat), ist allerdings fraglich: Wir sind schließlich in Deutschland… (DM)