Trotz Corona-Boom: Deutsche Bestatter fordern Staatshilfen

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Bestattung in Corona-Zeiten (Symbolbild:Imago)

Wenn es eine Branche gibt, die wegen der „Corona-Toten“ (und angeblich nun doch messbaren Übersterblichkeit) eigentlich boomen müsste, sind es die deutschen Beerdigungsinstitute. Erstaunlich jedoch: Ausgerechnet die deutschen Erstattungsunternehmer rufen nun nach Staatshilfen.

Der Grund dafür sind in diesem Fall allerdings keine pandemiebedingten Umsatzeinbrüche – sondern der durchaus nicht uneigennützige Versuch der deutschen Sarghersteller, sich gegen eine zunehmend lästigere Konkurrenz aus dem Ausland zu behaupten: Der Großteil aller in Deutschland verkauften Särge nämlich, berichtete vergangene Woche bereits der „Spiegel„, stammt inzwischen aus dem Ausland.

Aus diesem Grund fordert der Bundesverband für Bestattungsbedarf finanzielle Regierungshilfen, um „die heimische Fertigung von Särgen und Bestattungswäsche“ zu fördern. Es gelte, den vor allem osteuropäischen Billigimporten durch „Massenware“ entgegenzutreten. Polen ist das Haupterzeugerland für die hierzulande verwendeten Särge.

Einheimische Särge als Auslaufmodell

Gerade einmal noch 200.000 Särge werden in Deutschland hergestellt – von nur mehr 15 verbliebenen Betrieben, die eine klassische Mittelstandsstruktur aufweisen. Bei 950.000 Todesfällen in Deutschland jährlich (auch bei Einäscherung wird ein Sarg benötigt) bedeutet dies, dass die meisten hierzulande Verstorbenen in Importsärgen die letzte Ruhe finden.