Sozial Schwächste als wahre Corona-Opfer: Jede vierte deutsche „Tafel“ geschlossen

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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Schlange vor einer Essener Tafel (Screenshot:Youtube)

Täglich werden wir mit immer neuen Folgen der „Coronakrise“ beglückt, die immer nur eines beweisen: Ungleich gravierender als das Virus selbst sind die Auswirkungen der zu seiner Eindämmung ergriffenen Maßnahmen. Auch im sozialen Sektor kann sich die Bilanz schon jetzt „sehen lassen“: Noch immer ist rund jede vierte Tafel in Deutschland geschlossen – mit verheerenden Folgen für die auf Lebensmittelspenden angewiesene Menschen.

Wie der Tafel-Bundesverband mitteilt, sind fast ein Viertel aller Tafeln im Bundesgebiet derzeit geschlossen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland heute berichtet, geht es konkret um 211 von 947 Tafeln – dies entspricht 22,3 Prozent. Die Corona-Pandemie habe die Situation der Armen in Deutschland verschärft, sagte die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann laut „das Nachrichtenagentur“. Während die Tafeln geschlossen seien, hätten sich zugleich etliche Güter des täglichen Bedarfs rapide verteuert – ein doppelter Schlag für die Betroffenen.

Vor Beginn der Corona-Pandemie nutzten nach Angaben des Tafel-Bundesverbands 1,6 Millionen Menschen das Angebot, davon 30 Prozent Kinder und Jugendliche sowie 26 Prozent Senioren. „In einem guten Sozialstaat bräuchte es keine private Wohltätigkeit, um grundlegende Lebensbedürfnisse zu sichern“, so Zimmermann.

Vom Staat dankbar eingepreiste Privatspenden

Statt zumindest einen Ausgleich zu schaffen und etwa Sozialleistungen auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben, verlasse sich der Staat auf die wohlfahrtsersetzende Arbeit der Tafeln – und verweist Armutsbetroffene teils sogar ausdrücklich darauf. Dennoch können Tafeln „nur das Gröbste auffangen“, so die Linken-Politikerin. Und derzeit nicht einmal das.

Die psychosozialen Folgen haben früher oder später auch gesundheitliche Konsequenzen – und alleine diese könnten ein Vielfaches der Schäden ausmachen, die durch die Corona-Maßnahmen von der Politik schulterklopfend-heldenhaft „abgewendet“ wurden. Um welchen Preis, das wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Alles deutet darauf hin, dass der Umgang mit der Pandemie ein klassisches Beispiel ist für das altbekannte Bonmot: Operation gelungen, Patient tot. (DM)

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