Selbstbedienung und Veruntreuung bei Hamburgs Grünen – Staatsanwalt ermittelt

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Hamburg – Bessermenschen und Volkserzieher mit überhöhtem Moralanspruch: dafür stehen die Grünen wie keine andere Partei. Umso blamabler – und hochnotpeinlich -, wenn ausgerechnet in ihren Reihen Spitzbuben und Langfinger ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten: Der langjährige Grünen-Fraktionschef im Hamburger Bezirk Mitte, Michael Osterburg, steht im Verdacht, erhebliche Summen veruntreut zu haben.

Besonders delikat an der Affäre ist der Umstand, dass Osterburg langjähriger Lebensgefährte der Hamburger- Grünen-Landesvorsitzenden Anna Gallina war, die sich gerade in Koalitionsverhandlungen mit der SPD befindet. Das Störfeuer ihres Ex-Partners kommt Gallina vermutlich so gelegen wie eine Ladung Schrot im Gesicht. Und es geht hierbei um keine Kleinigkeiten.

Satte 67.000 Euro soll Michael Osterburg zwischen 2014 und 2019, dem Ende seiner Amtszeit als Bezirksfraktionsvorsitzender, in die eigene Tasche gewirtschaftet haben – Gelder, die eigentlich der Fraktion gehörten. Ausgerechnet die eigenen Parteifreunde stießen auf erdrückende Beweise für manipulierte und ungerechtfertigte Bewirtungskosten; Osterburg hatte einfach angebliche Gesprächspartner angegeben und private Rechnungen als politische Spesen eingereicht.

Falsche Abrechnungen und private Käufe

Darüber hinaus sollen auch private Anschaffungen Osterburgs als angeblich für die Fraktion bestimmte Käufe erstattet worden sein. Wie die „Welt“ schreibt, umfasst die von Osterburgs Parteikollegen zusammengetragene Liste über 100 Seiten, auf denen detailliert die Verstöße und falschen Abrechnungen aufgelistet sind und die der Staatsanwaltschaft Hamburg übergeben wurde – nebst einer von den Grünen erstatteten Strafanzeige gegen den Ex-Fraktionschef.

Wie es scheint, ist die Gier und Schamlosigkeit bei den Grünen mindestens ebenso, wenn nicht noch stärker ausgeprägt als bei den „wirtschaftsfreundlicheren“ Parteien: Wer gewohnt ist, dass die abstrakte Gemeinschaft oder das Kollektiv für ihn aufkommt, für den wird das Abgreifen vermutlich irgendwann zur Selbstverständlichkeit. Da langt man schon mal zu und gibt den selbstgerechten Spesenritter. Eigentlich kein Wunder in einer Partei, in der viele vom Öko-Sozialismus träumen.