„Ficki-Ficki“ oder Wohnungseinbruch dank Handynummer: Schluss mit der Datenhinterlegung in der Gastronomie!

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Entspannte Treffen in der Lieblingskneipe können für Frauen zur Gefahr werden (Symbolbild:Imago)

Sexuelle Belästigung, Wohnungseinbrüche, Phishing durch Datenkraken: Durch die Pflicht zur Angabe persönlicher Daten bei jedem einzelnen Gaststättenbesuch werden die Deutschen offiziell gezwungen, privateste Informationen bekanntzugeben. Für unseriöse oder kriminelle Zeitgenossen unter den Gastronomen und ihren Mitarbeitern ist es ein Leichtes, diese abzugreifen – mit verheerenden Folgen, wie sich zeigt. Was die Politik im Zuge der Corona-Auflagen ihren Bürgern zumutet, ist mittlerweile nur noch aberwitzig.

Zwar darf die Gastronomie in Deutschland, soweit noch existent, mittlerweile fast überall wieder ihre Pforten öffnen – doch zu Konditionen, die für die meisten Branchenvertreter nur das Sterben verlängert. Denn: Überleben lässt sich mit den so bestenfalls erzielbaren Teilumsätzen bei vielen Lokalen und Restaurants kaum: die eingeschränkten Öffnungszeiten, nur begrenzte Gästezahlen, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen pro Tisch und Gruppe sind dabei nur ein Aspekt.

Auch erhöhter Personalaufwand zur Umsetzung und Kontrolle der jeweils geltenden Hygienekonzepte, Entgegennahme von Reservierungen, Gästedatenerfassung und Tischzuweisungen sowie zur Einhaltung der Sicherheitsstandards bringen massive Mehrkosten mit sich – und bei alldem drohen saftige Geldbußen und Strafen, wenn (und sei es nur versehentlich) gegen die Auflagen verstoßen wird. Kein Wunder, dass viele Gastwirte erst gar nicht wiedereröffnet haben, da sie diese „neue Normalität“ noch mehr kostet als der Shutdown selbst.

Doch nicht nur für die Gastronomen, sondern auch für die Gäste bringen die Bedingungen, unter denen sie wieder einkehren dürfen, massive Zumutungen mit sich – und die betreffen vor allem den Datenschutz. Die Pflicht nämlich, zur späteren Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten seine persönlichen Daten – Name, Adresse und vor allem Telefon-/Mobilfunknummer angeben zu müssen, öffnet dem Missbrauch Tür und Tor -und zwar in einem bisher nicht für möglich gehaltenen Ausmaß.

Faktische Amtshilfe für Kriminelle

Wie immer, wenn in Deutschland der Amtsschimmel wiehert und sich Behörden aus dem verengten Blickwinkel ihrer Dienstzuständigkeit vermeintliche Patentlösungen einfallen lassen, wird – in diesem Fall sogar buchstäblich – die „Rechnung ohne den Wirt“ gemacht: Denn die eingesammelten Gästedaten, die eigentlich nur im Ernstfall den Gesundheitsämtern überlassen werden dürfen, können natürlich auch von Unbefugten ausgelesen und für deren Zwecke verwendet werden – und die sind nicht immer lauter.

Überall in Deutschland mehren sich Fälle von eklatantem Missbrauch von persönlichen Daten – und oftmals muss der Gastronom selbst hiervon gar nichts wissen. Männliches Personal kommt dank der Vorschriften (sogar die Tischnummer angegeben, somit jede Verwechslungsgefahr ausgeschlossen)  bequem an die Personalien und Nummern attraktiver weiblicher Gäste – mit potentiell gefährlichen Folgen: In Essen wurde – wie „Der Westen“ berichtet – eine Frau kurz nach ihrem Restaurantbesuch von einem Kellner angeschrieben, der mit anzüglichen Sprüchen versuchte, sie anzumachen.

Doch auch in den sozialen Netzwerken häufen sich Berichte von jungen Frauen, die per SMS oder Whatsapp von wildfremden Männern kurz nach dem Restaurant- oder Cafébesuch kontaktiert wurden. Zwei Schülerinnen aus Kassel berichteten, nach einem Shishabar-Besuch habe sie Betriebsleiter angeschrieben und gefragt, ob sie Lust auf einen „Dreier“ hätten; in Saarbrücken berichtete eine 30-jährige Geschäftsfrau, sie habe auf Facebook Freundschaftsanfragen von Kellnern des Lokals erhalten, in dem sie am Vortag zu Gast war.

Eldorado für Stalker

In all diesen Fällen kannte keine der betroffenen Frauen ihre unverhofften Stalker; diese konnten Namen und Telefonnummern nur über die zwangsweise hinterlegten Daten erfahren haben. Es sind den Beschreibungen nach vor allem „südländische“ – also arabisch- oder türkischstämmige – Kellner oder Theker, zumeist in Shisha-Bars und Dönerbuden, die hier auffällig werden – kein Wunder, gelten in ihrem Ursprungskulturkreis vor allem deutsche Frauen nicht selten als „Schlampen“ und Freiwild.

Doch es geht noch schlimmer: Verbrecherbanden hatten es nie leichter, an Informationen über Opfer und günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen zu gelangen: Sie müssen nur wohlhabende Familien in Restaurants sondieren und sich von eingeweihten Mittelsmännern in der jeweiligen Lokalität deren Adresse geben lassen – und können bei ihnen zuhause ungestört einbrechen, während die ahnungslosen Opfer speisen.

Entsprechende Fälle aus der vergangenen Woche Berlin und im Raum Stuttgart dürften nur die Spitze des Eisbergs darstellen; es ist zu befürchten, dass sich die hauptsächlich osteuropäischen, auf Haus- und Wohnungseinbrüche spezialisierten Diebesbanden in Deutschland (etwa Georgier, Tschetschenen und Rumänen) bereits an die neuen, paradiesischen „Arbeitserleichterungen“ angepasst haben. So geht Amtshilfe für Kriminelle in Deutschland.

Deutsche sagen inzwischen zu allem Ja und Amen

Doch auch ohne verwerfliche Absichten können die eingesammelten Personendaten ihren Weg zu Marktforschungsinstituten, Callcentern, dubiosen Marketingunternehmen oder Drückerkolonnen finden – oder, harmloser, aber nicht minder rechtswidrig, der betreffende Gastronom nutzt sie für künftige Werbemaßnahmen. Manche Lokale – wie auch Friseurbetriebe, Fitness- oder Nagelstudios oder ähnliche „körpernahe Dienstleistungsbetriebe – bieten nicht einmal die Möglichkeit an, pro Gast zumindest ein einzelnes Formular ausfüllen zu lassen und dieses zu verwahren, sondern lassen eine Liste herumgehen – auf der dann jeder die Daten der übrigen Gäste und Kunden bequem ablesen und bedarfsweise abfotografieren kann.

Besonders erstaunlich ist, dass gerade die ansonsten so auf Wahrung ihrer Privatsphäre und „informationellen Selbstbestimmung“ bedachten Deutschen überhaupt keine Probleme mit diesen staatlich vorgegebenen, gravierenden Datenschutzverletzungen zu haben scheinen. Wo bleiben vor allem die Proteste der Linken und Liberalen angesichts dieser Zustände?

Die Bürger hierzulande schlucken anscheinend alles – die Politik, die ihnen zwei Monate lang elementare Freiheiten vorenthalten hatte (im Zuge der sich zunehmend als unverhältnismäßig herausstellenden Pandemiemaßnahmen) hat sie derart ausgehungert, dass sie für die Wiedererlangung eines zumindest hinreichenden Quäntchens Freiheit und Normalität bereit sind, alles zu schlucken. (DM)