Corona-Infektionszahlen fallen weiter

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Die Bahn in der Corona-Krise (Symbolbild:Imago/Gudath)

Berlin – Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland fallen weiter, auch werden immer weniger Patienten mit Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt. Das geht aus Abfragen bei den 401 Städten und Landkreisen hervor, die die dts Nachrichtenagentur täglich um 20 Uhr auswertet. Demnach wurden bis Dienstagabend 486 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, der Durchschnittswert der letzten sieben Tage sank damit von 633 auf 616 Neuinfektionen pro Tag.

Das ist der niedrigste Wert, seit die Epidemie Anfang März in Deutschland Fahrt aufgenommen hatte, er entspricht 5,2 Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner. Die Zahl der mit Covid-19 auf einer Intensivstation behandelten Patienten sank binnen 24 Stunden um 38 auf 1.098 – auch das der niedrigste Wert, seit alle Krankenhäuser lückenlos die belegten Intensivbetten melden müssen. Auf dem Höhepunkt Ende April waren rund 2.800 Covid-19-Patienten intensiv behandelt worden.

Die Zahl der Menschen, die mit einer Corona-Infektion starben, stieg binnen 24 Stunden um 69 auf 8.278. Seit einer Woche liegt diese Zahl nun kontinuierlich unter 100, im April waren hingegen an mehreren Tagen jeweils über 250 Menschen in Deutschland mit der Infektion gestorben.

Hier weitere Meldungen zu diesem Thema:

Umfrage: Mehrheit rechnet mit Steuererhöhung

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger (62 Prozent) rechnet damit, dass wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise Steuererhöhungen kommen werden. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der „Bild-Zeitung“ (Mittwochsausgabe). Demnach sehen dies 18 Prozent der Befragten nicht so.

16 Prozent der Befragten wissen es nicht. Für die Erhebung befragte INSA im Auftrag der „Bild-Zeitung“ im Zeitraum vom 15. bis zum 18. Mai 2020 insgesamt 2.092 Personen. Die These lautete: „Ich gehe davon aus, dass es wegen der wirtschaftlichen Folgen durch die Coronakrise zu Steuererhöhungen kommen wird.“

IHK Rhein-Neckar kritisiert Krisenpolitik von Bundesregierung

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, Manfred Schnabel, hat die Krisenpolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. „Es darf nicht sein, dass die mittleren Betriebe, also Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeitern, Kredite, aber keine Zuschüsse bekommen“, sagte Schnabel dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwochsausgabe). Er zeigte auch kein Verständnis für die Art und Weise der Lockerung des Shutdowns: „Der Staat hätte die Wiedereröffnung für alle Betriebe erlauben müssen, sobald diese den Infektionsschutz gewährleisten konnten“, so der Präsident der IHK Rhein-Neckar weiter.

Der Staat habe aber nur einzelne Bereiche aufgemacht. „Unsere Forderung ist klar: Jedes Unternehmen, das die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten kann, muss unabhängig von der Branche öffnen dürfen“, sagte Schnabel. Er forderte die Bundesregierung auf, „die Bremsen und Fesseln der Unternehmen zu lösen“.

Der Präsident der IHK Rhein-Neckar plädierte dafür, die Einführung des neuen Energielabels in der Elektroindustrie um ein Jahr zu verschieben oder die Vorfälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen abzuschaffen.

Wirtschaftshistoriker warnt vor neuer Schuldenkrise

Der Wiederaufbau Europas nach der Corona-Pandemie könnte nach Ansicht des Wirtschaftshistorikers an der Columbia University in New York, Adam Tooze, zu einer neuen Schuldenkrise führen. „Wenn Austerität politisch nicht sinnvoll und Inflation im Moment ökonomisch nicht möglich sind, dann droht Europa eine japanische Lösung, und die Schulden werden in der Bilanz der Notenbank geparkt. Das macht Japan seit Jahrzehnten“, sagte Tooze dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).

Bislang habe die Europäische Zentralbank (EZB) die Eurozone im Gleichgewicht gehalten. Das EZB-Urteil des Bundesverfassungsgerichts habe die Lage jedoch komplizierter gemacht, weil es den Handlungsspielraum der Notenbank einengen könne, so der Wirtschaftshistoriker weiter. Er rechne damit, dass nach der deutsch-französischen Initiative für einen gemeinsamen Wiederaufbaufonds insbesondere die Niederlande den Weg zu einer Fiskalunion in Europa blockieren könnten, sagte Tooze.

Bayer-Chef erwartet baldigen Erfolg für Covid-19-Wirkstoff

Bayer-Chef Werner Baumann rechnet auf der Suche nach einem Medikament gegen Covid-19 schon in absehbarer Zeit mit konkreten Erfolgen in der Industrie. „Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Monaten einen Wirkstoff oder mehrere Wirkstoffkombinationen gibt, die den Krankheitsverlauf deutlich abmildern können. Dann liegen die Ergebnisse mehrerer Studien vor, die derzeit laufen“, sagte Baumann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe).

Dabei gehe es um die Frage, „inwieweit Wirkstoffe, die gegen andere Krankheiten wie beispielsweise Malaria helfen, auch gegen das Coronavirus wirksam sein könnten“, so der Bayer-Chef weiter. Viele Wirkstoffe seien schon verfügbar, aber eben in Mitteln, die auf andere Krankheiten ausgelegt seien. „Wenn wir einen Wirkstoff identifiziert haben, wird aus meiner Sicht aber die wichtige Frage lauten, ob die Nachfrage auch bedient werden kann. Ein Medikament alleine wir uns da nämlich nicht helfen“, sagte Baumann. Die Pharmasparte des Konzerns arbeitet anders als andere Unternehmen nicht selbst an einem Impfstoff, dafür an Medikamenten zur Milderung der Symptome. „Es wird möglicherweise nicht den einen Wirkstoff gegen Covid-19 geben, sondern unterschiedliche Wirksamkeiten in unterschiedlichen Stadien der Krankheit“, so der Bayer-Chef weiter.

Manche Präparate hülfen nicht mehr, wenn sie zu spät gegeben würden. „Das bedeutet auch, dass wir Infizierte früh erkennen müssen, um möglichst gute Behandlungserfolge erzielen zu können“, so der Manager. Für die Forschung an Wirkstoffen und ersten Spenden von Tabletten an Regierungen habe Bayer in den vergangenen Monaten einen „zweistelligen Millionenbetrag“ ausgegeben.

„Das könnte noch mehr werden, wenn wir zukünftig zur Bekämpfung des Virus Produktionskapazitäten aufbauen sollten“, sagte Baumann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Bayer forscht etwa am Malaria-Medikament Resochin, das den Wirkstoff Chloroquin enthält, sowie an dem Mittel Betaferon, das sonst bei Multipler Sklerose eingesetzt wird.

Entwicklungsminister für größere Rolle Chinas bei Pandemiebekämpfung

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat sich für eine größere Rolle Chinas bei der Pandemiebekämpfung ausgesprochen. „Wichtig ist, die ärmsten Länder beim Kampf gegen das Virus jetzt zu unterstützen. Es ist gut, dass sich auch China daran beteiligt“, sagte Müller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Längst gehe es „aber nicht mehr nur um eine Gesundheitskrise, sondern auch eine Hunger- und Wirtschaftskrise“, so der CSU-Politiker weiter. Gerade die wirtschaftlich erfolgreichen Länder seien gefordert. „Ich hoffe, dass China auch hier seiner gewachsenen Verantwortung nachkommt“, sagte Müller.

Um die Coronakrise zu bewältigen, sei mehr internationale Zusammenarbeit notwendig. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sei „trotz der derzeitigen Kritik dafür unverzichtbar“. Entscheidend sei, eine angemessene Grundfinanzierung der WHO sicherstellen – „ohne auf private Spenden angewiesen zu sein“, so der Entwicklungsminister.

 

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