Wer demonstriert, opfert Kranke und Schwache? „Spiegel“-Hetze mit Expertenhilfe

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"Extremismus-Expertin" Natascha Strobl darf im Spiegel framen (Foto:JouWatch/ScreenshotYoutube)

Die platte Kollektivverdammung aller Protestierenden gegen die Corona-Beschränkungen als „Rechtsextreme“, „Verschwörungstheoretiker“ und irrationale Psychopathen geht dieser Tage Mainstream-Medien und Politikern gleichermaßen leicht über die Lippen. Höchste Zeit, dass der „Spiegel“ nun eine vermeintlich wissenschaftliche Untermauerung dieses Narrativs versucht – und wieder mal einer „Expertin“ das Forum bietet: die „Extremismusforscherin“ Natascha Strobl darf sich mit pseudoakademischen Scheinerkenntnissen im Interview ausmähren.

Ein „Interview“ ist es nach strengen journalistischen Maßstäben allerdings kaum, was das Hamburger Kampagnenmagazin hier vorlegt – denn der „Spiegel„-Fragesteller Manfred Dworschak betätigt sich hier als bloßer Stichwortgeber, der vorgefasste Werturteile gegen die – in Wahrheit extrem vielschichtigen und inhomogenen – „Corona-Demonstranten“ wie einzelne Stöckchen hinwirft, auf die Strobl wunschgemäß sofort anspringt. Der Leser erfährt sodann etwa Plattitüden wie etwa jene, dass sich die Anhänger von Verschwörungstheorien oft als Teil eines exklusiven, erleuchteten Kreises fühlten und „eher früher als später nicht mehr mit Argumenten zu erreichen“ seien.

Eine Präzisierung bleibt die 35-jährige österreichische Forscherin dabei leider schuldig, was sie etwa mit folgender These meint: Rechtsextreme würden nicht nur gezielt versuchen, die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen zu „kapern“, sondern sie versuchten, „ähnlich wie bei der Flüchtlingskrise nachträglich die Geschichte umzuschreiben“.

Entlarvende Vergleiche mit der Flüchtlingskrise

Was wurde hier genau umgeschrieben? Aus linksgrüner, migrationsfreundlicher Sicht war die objektive Benennung der Realität, der negativen Begleitumstände und bitteren Wahrheiten zur Asylpolitik, von Beginn an nichts anderes als „Hetze“, als rechtspopulistische Stimmungsmache und politische Zwecklüge. Meint Strobl hier also damit, dass auch die kritische Hinterfragung nach der tatsächlichen Dimension und Gefährlichkeit der Pandemie (und vor allem der Widerstand gegen die  politischen Maßnahmen und Grundrechtseinschränkungen) ein „Umschreiben“, eine „Wahrheitsverzerrung“ darstellt? „Wahr“ ist also nur die offizielle Regierungslesart von Robert-Koch-Institut und Virologen?

Die abstoßendste Behauptung der „Expertin“ jedoch im „Spiegel“ ist die These, die Demonstranten sprächen Alten und Kranken ein Recht auf Leben ab. Die perfide Verkürzung der Unterstellung, aus Sicht der „Rechten“ träfe Corona ja „nur die Kranken und Schwachen“, knüpft direkt an die Legitimierungsversuche der Politik an, derzufolge sich jeder „unsolidarisch“, asozial, rücksichtslos verhalte, der nicht beim verordneten nationalen Maskenball, bei den Kontaktbegrenzungen und Ausgangsbeschränkungen mitmachte.

Die Hinterfragung des Sinns von Freiheitsbeschränkungen und Grundrechtslimitierungen gilt bereits als Sabotage und Defätismus – und wer das sklavische Festhalten und Befolgen von mittlerweile weitgehend als wirkungslos erkannten Maßnahmen kritisiert, ist ein Egoist und Menschenfeind. So leicht machen sich das linke Gesinnungsmedien – und ihre handverlesene Nomenklatur staatsloyaler, regierungsnaher Wissenschaftler. (DM)