Aerosole und Maskenzirkus: Am besten gar nicht mehr atmen!

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Corona-Gefahr - überall in geschlossenen Räumen (Foto:Imago/Lucas)

Die Masche hat mittlerweile so einen Bart: Man nehme eine wissenschaftliche Detailstudie, wo unter Laborbedingungen irgendwelche Viren-Übertragungswege untersucht werden, und bastele daraus eine griffige Schlagzeile. Am Ende wird die neue Hysterie-Sau durchs Dorf getrieben. So wie jetzt die neuesten Erkenntnisse zur Corona-Übertragung durch Aerosole – zeitlich und thematisch passend zur Diskussion um „Masken-Muffel“ unter deutschen Politikern.

Die effektiven Corona-Fallzahlen rutschen tagtäglich immer weiter in den Keller – und sind mittlerweile bei unter 12.000 Infizierten angelangt sind, womit selbst bei Einrechnung der Dunkelziffer eine nur noch marginale Infektionsverbreitung besteht. Im selben Maße müssen die zunehmend um ihre Glaubwürdigkeit bangenden Warner und Scharfmacher natürlich neue Erkenntnisse liefern, die die scheinbare Entwarnung gleich zum nächsten Alarm umfunktionieren.

So machte gestern diese Meldung die Runde: neue Studien ließen „vermuten, dass das Coronavirus häufig über die Luft übertragen wird und die aktuellen Abstandsregeln in Innenräumen kaum ausreichend sind“, berichtete etwa „n-tv„. Eine offensichtliche Breitseite gegen die – aus Sicht von Virologen und Restriktions-Politikern viel zu früh eingeleitete – Teilöffnung der Gastronomie; und tatsächlich: Dieselbe Studie gelangt zu der „erstaunlichen“ Erkenntnis, dass der Aufenthalt in Restaurants „problematischer als im Flugzeug“ sein könnte.

Weil die Forschung inzwischen davon ausgehe, dass das Coronavirus häufig oder sogar überwiegend durch Tröpfchen übertragen wird, die Menschen beispielsweise ausstoßen, wenn sie niesen, husten oder sprechen, würden in Innenräumen die aktuellen Abstandsregeln von anderthalb oder zwei Meter „nicht unbedingt ausreichen“. Für Aerosole – winzige Tröpfchen also, die „unter Umständen stundenlang in der Luft schweben, so „n-tv“ – keine echte Distanz. Damit nicht genug: je lauter ein Infizierter spreche, umso wahrscheinlicher sei es, dass sein Gegenüber an Covid-19 erkrankt.

Hypothetische Laborergebnisse als realistische Gefahr verkauft

Obwohl selbst die von „Scientific American“ vorgestellte Studie einräumt, dass bis heute jeglicher Nachweis dafür fehlt, dass Aerosole nicht nur Erbmaterial, sondern tatsächlich auch infektiöse Viren transportieren können, werden hier also wieder einmal die Pferde scheu gemacht. In unter Laborbedingungen in Aerosolen bis zu drei Stunden nachgewiesene Corona-Partikel sind eben noch kein Beweis für eine tatsächliche Übertragung, zumal alle Experten als ausschlaggebend für die Infektion die „Virenlast“, also die Zahl gleichzeitig auf das Immunsystem eindringender Viren erachten. Wird jemand von einem Covid-19-Patienten direkt angehustet, sind dies hunderttausendmal mehr, als wenn eine Person zufällig ein in der Luft verwirbeltes einzelnes Virus einatmet.

Deutschlands neuer Viren-Guru Christian Drosten warnt unter Berufung auf ähnliche US-Studien ebenfalls vor einem Aufenthalt in Räumen – trotz Maske, da diese die Virenpartikel nicht wirklich abhalten können und selbst kleine Aerosole durch die Filterporen inhaliert werden können. Für ihn ist „Frischluft“ die Lösung, wobei er ebenfalls zu bedenken gibt, dass die Aerosole „verweht“ werden können. Dies verringert also die Infektionswahrscheinlichkeit extrem – doch gleichzeitig hieße dies ja, dass bei entsprechender Windstärke die Krankheitserreger kilometerweit getragen werden können. Heißt dies dann, dass etwa ab Windstärke 5 alle nach Hause müssen und die Menschen an Nord- und Ostsee oder auf dem Brocken nie wieder rausdürfen?

Je mehr potentielle Übertragungswege eines Virus (das trotz zunehmender Lockerungen und Wiederzulassung von immer mehr Begegnungen und Kontakten, sogar in größeren Gruppen, wie von selbst zu verschwinden scheint) in den Medien diskutiert werden, desto stärker werden die Zweifel, was dann manche der noch immer bestehenden Regeln eigentlich bringen. Gerade die erwähnten Masken stehen hier zunehmend in der Kritik – und werden von immer mehr Menschen als eine im Prinzip nutzlose und unverhältnismäßige Belastung wahrgenommen.

Maskenball nur fürs Volk – nicht für Politiker

Anscheinend sehen es so auch die Politiker, die dem Volk diese Symbolverhüllung aufoktroyiert haben: Immer weniger halten sich, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, an den Maskenzwang. FDP-Chef Christian Lindner sorgte mit seiner Umarmung des weißrussischen Honorarkonsuls im Berliner Nobelschuppen „Borchardt“ für Empörung (in doppelter Hinsicht) – zum einen wegen des Minsker Regimes, dessen Repräsentant hier gehuldigt wurde, zum anderen und vor allem jedoch wegen des demonstrativen Verzichts auf Abstand und Maske. Kein Wunder, dass sich die notorische Antipresse hier entrüstete: Die „Tageszeitung“ (taz) ätzte, Lindner lasse bei sich selbst „eine Milde walten, die er anderen niemals zugestehen würde“.

Diese – im Kern zutreffende – Kritik gilt auch im Fall Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der sich vergangenen Samstag unter Dresdener Corona-Demonstranten mischte – und dort, ebenfalls ohne Maske, das Gespräch suchte; dass er daraufhin von einem verärgerten Bürger angezeigt wurde, war dem „Spiegel“ sogleich eine Meldung wert. Wie bei Lindner besteht das Problem hier nicht unbedingt in den damit in Verbindung gebrachten, behaupteten Gesundheitsrisiken – sondern im Anlegen von zweierlei Maß: Normalbürger müssen bei derartigen Verstößen mit saftigen Ordnungs- oder Bußgeldern rechnen, während die Spitzenpolitik für sich Sonderrechte beansprucht.

Einer, der die beiden „Masken-Pannen“ Lindners und Kretschmers hingegen sogleich wieder zum Anlass nahm, sich als Ober-Blockwart und oberster Gesundheitswächter aufzuspielen, war Corona-Panikmacher Karl Lauterbach (SPD). Auf Twitter schäumte dieser über: Bei Lindner sei es „gut, dass er sich gegen das Regieren entschieden“ habe, und Kretschmers Verhalten nannte er „absurd, da es unsere komplette Maskenpflicht Lügen straft“, denn es sei ja „gerade das Gespräch, für das wir Masken tragen“. Jakobiner wie Lauterbach sind dabei ein mindestens ebenso großes Ärgernis wie selbstvergessene Politiker, die von ihnen erlassene Bestimmungen selbst mit Füßen treten: Ginge es nach ihnen, dürfte vermutlich heute niemand ohne Gasmaske und Ganzkörper-Schutzanzug aus dem Haus, auch wenn es längst kein Corona mehr gibt. Für Lauterbach ist das Virus inzwischen wohl zeitlos und lauert überall, ob in Tröpchen oder Aerosolen. Und wenn sie nicht eingeatmet wurden, dann fliegen sie noch heute. (DM)

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