Merke: Es gibt nur einen Drosten. Ihr sollt keine anderen Drostens neben ihm haben.

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Heilsbringer Drosten (Foto: Imago)

Christian Drosten, Merkels menschgewordenes Gebetsbuch, beißt alles und jeden weg, der seiner Corona-Sichtweise und somit jener der Bundesregierung widerspricht. Aktuell erregt er sich über „Ärzte und Professoren, die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“. Diese greifen nicht nur seine Heiligkeit Drosten an, sondern fordern im Zuge des veröffentlichten „Corona-Papiers“ von Seehofers Innenministerium eine transparente Darstellung der getroffenen Risiko-Abwägungen.  

Christian Drosten, Merkels Chef-Virologe und menschgewordenes Gebetsbuch ist „Der Corona-Aufklärer der Nation“, „Die Stimme der Krise“, „Eine Instanz in Corona-Zeiten“. Er wird zum „Hoffnungsträger“, ist „Der Informant“ und „Der Corona-Professor“. „Deutschland hat den besten Mann für die Virus-Krise“. So die Zuschreibungen der Mainstreampresse an einen Wissenschaftler, dessen Stern mehr und mehr am Sinken ist und sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt.

Keilte Drosten vor zwei Wochen noch gegen die Ergebnisse der Heinsbergstudie, die ergab, dass die Sterblichkeit unter den Covis-19-Infizierten bei 0,37 Prozent und damit – anders als Drosten behauptete – deutlich niedriger liegt, erregt er sich nun über
„Ärzte und Professoren, die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen“ so Drostens Gekeife. Zuletzt seien dem Herr Drosten „immer mehr Falschinformationen zum Coronavirus aufgefallen“ – berichtet hierzu die Welt und lässt Drosten „mit deutlichen Worten“ auf seine Kollegen eindreschen: Dadurch werde auch „wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern“ mit zum Teil politischer Agenda der Rücken gestärkt. Drosten rügte das als „unverantwortlich“. Merkels Haus-und Hof-Virologe lästert somit einmal mehr über Fachleute, die seine Ansichten schlicht und ergreifend nicht teilen.

Ziel seiner Anwürfe sind konkret jene Kollegen, die nach der Veröffentlichung des sogenannten „Corona-Papiers“ das Bundesinnenministerium (BMI) auffordern, die dort getroffenen Risiko-Abwägungen transparent vorzulegen. Ein Mitarbeiter des BMI befasste sich in seiner Risikoanalyse zur Einschätzung der medizinischen Kollateralschäden durch die „Corona-Maßnahmen“ der Bundesregierung und kam darin zu dem Schluss, dass es sich beim Umgang mit Covid-19 um einen „globalen Fehlalarm“ handle. Eine interne Analyse seines Referats ergebe „gravierende Fehlleistungen des Krisenmanagements“ und „Defizite im Regelungsrahmen für Pandemien“. Die Gefahr des neuartigen Coronavirus sei „nicht größer als die vieler anderer Viren“. Die von den Behörden angeordneten Maßnahmen richteten mehr Schäden an, als sie nutzten. Der Staat müsse sich in der Corona-Krise womöglich den Vorwurf gefallen lassen, „einer der größten Fakenews-Produzenten“ gewesen zu sein, hieß es darin. Der BMI-Mitarbeiter wurde, nachdem er das 80 Seiten umfassende Papier intern – u.a. an führende Mitarbeiter des BMI – und extern an Wissenschaftler und Ärzte versendete – von Seehofer aus dem Dienst entfernt und öffentlich diskreditiert.

Es ist noch nicht lange her, da hatte Drosten den Bürgern vor laufenden Kameras und mit ernstem Gesichtsausdruck erklärt, dass es nicht sinnvoll ist, einen Mundschutz oder Schutzmasken zu tragen.

Zu Ansteckungen mit Sars-CoV-2 sagt Drosten aktuell, es erscheine ihm „total übertrieben“, wie oft auf das Händewaschen und Desinfizieren von Oberflächen hingewiesen werde: Nach seiner Einschätzung machen Schmierinfektionen, also Ansteckungen etwa über kontaminierte Gegenstände, nur einen kleinen Teil der Infektionen aus. Viel viel schlimmer sei die Übertragungen durch Tröpfchen und fast genauso oft durch Aerosole. Dabei handele es sich ebenfalls um Tröpfchen, die beim Atmen, Sprechen oder Husten ausgestoßen würden.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält es jedoch unverändert für enorm wichtig, sich häufig und gründlich die Hände zu waschen. Daran erinnert die BZgA anlässlich des – es gibt ihn wirklich „Welthändehygienetags“ –  am 05. Mai 2020.

Drosten gehört – so viel zu seiner politischen Agenda –  zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefs, in dem Ärzte und Virologen ein härteres Vorgehen von Facebook, Google und Twitter gegen „Corona-Falschinformationen“ fordern. Die bisherigen Maßnahmen gehen nach Meinung seiner Heiligkeit Drosten nicht weit genug. (SB)