„Corona-Leugner“ geben sich die Hand – der Rest lächelt hinterm Stofflappen

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Foto:Von AJP/shutterstock

Von allen heute weltweit verwendeten Begrüßungsgesten ist der Handschlag die am weitesten verbreitete. Die ersten Darstellungen der fast universellen Art, jemanden zu begrüßen, findet man im antiken Griechenland.  Nun gerät dieses uralte Ritual der westlichen Kultur im Zuge der Corona-Panik mächtig unter Druck: Während man sich in Griechenland um dessen Zukunft sorgt, springen in Deutschland die linken Eliten auf, um der „überholten Geste“ endgültig den Garaus zu machen. 

Der Handschlag ist den Streitern für eine weltweit „bunte“ Gesellschaft ohne eigene Wurzeln schon lange ein Dorn im Auge, schließt er doch kulturfremde Einwanderer von der „Teilhabe an der Gesellschaft“ aus. Im Tagesspiegel lassen sich gleich zwei Mitarbeiter des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) über die „gesellschaftliche Tretmine“ aus. Ashley Mantha-Hollands und Liav Orgad hoffen auf nicht weniger, als dass der „medizinisch empfohlene Verzicht einen überfälligen kulturellen Wandel in Europa einläutet“. Schließlich trifft es Menschen aus dem islamischen Kulturkreis nicht besonders hart, weil sie die seit Jahrhunderten freundlich gemeinte Begrüßungsgeste oftmals verweigern. Berufs- und Heiratsverbote bis hin zur abgelehnten Einbürgerung drohen den „unangepassten“ europäischen Neubürgern, zeigen die beiden „Experten“ anhand von Beispielen auf. Mantha-Hollands und Orgad gehen in ihrem Beitrag sogar noch weiter und begrüßen ausdrücklich die Maskenpflicht für alle, denn in Nach-Corona-Zeiten wird auch „Gesicht zeigen“ ihrer Meinung nach keine große Rolle mehr spielen und der offenbar nervigen Diskussion um Burkaträgerinnen ein Ende bereiten: „Anstatt an bisherigen Konventionen festzuhalten, sollten sich politische Entscheiderinnen und Entscheider in Toleranz üben gegenüber der Vielfalt an Begrüßungsformen und den Begründungen unterschiedlichster Kleiderordnungen….Die derzeitige Verpflichtung, sich nicht die Hand zu geben und das Gesicht zu bedecken, zeigt, dass eine Etikette für das Miteinander nicht so unerlässlich ist wie bisher angenommen“, finden die beiden.

Unterstützung bekommen sie natürlich aus dem Virologen-Lager: „Ich glaube nicht, dass wir uns jemals wieder die Hand geben sollten“, erklärte der US-Virologe Anthony Fauci Anfang April. Schließlich könne man dadurch auch die Influenza bekämpfen, so der 79-jährige Immunologe.

Gregory Poland, Infektionseperte an der Mayo Clinic, einer der größten Forschungseinrichtungen Amerikas, verglich gar das Ausstrecken der Hand mit einer „Biowaffe“. Für ihn ist das ein „veralteter Brauch“, der in unserer Kultur, die davon ausgeht, dass Krankheiten durch Keime und Mikroorganismen verursacht werden, keinen Platz mehr hat.

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Politikredakteur der Welt, ist der Handschlag in Zukunft ein „Statement, mit dem man seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe der Unangepassten unter Beweis stellt.“ Die bisher unverfängliche Geste erfahre eine Umdeutung, die sie die Reputation kosten könnte. Sie werde „zum Erkennungszeichen der Corona-Ignoranten und politischen Populisten wie US-Präsident Donald Trump oder dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro, so Vitzthum. „Gut möglich, dass der Handschlag in den Bereich des Asozialen abdriftet“, prophezeit er weiter.

Die ersten bekannten künstlerischen Darstellungen des Händedrucks in der Geschichte der Menschheit stammen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus im antiken Griechenland, berichtet greece.greekreporter.

Die Geste wurde in der antiken Kunst δεξίωσις (Dexiose) genannt. Dieser Begriff bedeutet wörtlich, der anderen Person die rechte Hand – die „gute“ Hand – anzubieten, um freundschaftlichen Kontakt herzustellen.

Der älteste Hinweis auf den Händedruck als Begrüßungsgeste ist eine antike griechische Skulptur, die auf einem Grab-Naiskos aus dem Grab von Agathon und Sosykrates gefunden wurde.

Die Reliefskulptur aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Mit drei Figuren ist am Eingang des Kreuzgangs des Archäologischen Museums Kerameikos in Athen ausgestellt. Eine weitere Skulptur aus demselben Jahrhundert auf einem Grabstein zeigt zwei Soldaten, die sich die Hände schütteln. Dieser letztere Stein befindet sich im Pergamonmuseum in Berlin. Darüber hinaus zeigt der Sockel einer Säule im Akropolismuseum in Athen Hera, die Frau des Zeus, die Athene, der Göttin der Weisheit, die Hand schüttelt.

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Hinweise auf den Handschlag finden sich auch in Homers Ilias, die ungefähr aus dem Jahr 800 v. Chr. stammt. Die Geste wird dort als Symbol der Übereinstimmung, des Eides, als Trostangebot für die Hinterbliebenen oder als Vertrauensversprechen beschrieben.

Bezeichnenderweise bedeutete ein Händedruck im antiken Griechenland, dass die beiden Parteien gleich waren: Götter schüttelten den Göttern die Hand, Krieger schüttelten sich die Hände zwischen ihnen und Athleten gaben sich die Hand, um den Respekt für ihre Rivalen anzuerkennen.

Dies wurde zu einem Verhaltensmuster in der gesamten westlichen Welt – und es gilt bis heute, so greekreporter. Staatsoberhäupter in den meisten Teilen der Welt geben sich heute die Hand, Sportler reichen sie ihren Gegnern vor einem Spiel, Kollegen geben sich routinemäßig die Hand als Geste der Begrüßung, des Respekts und des Vertrauens.

Die Geste besiegelt bis heute auch ein Geschäft. Ein warmer, aufrichtiger Händedruck zeigt an, dass einer Person vertraut werden kann. Ein fester Händedruck symbolisiert normalerweise auch, dass eine Person genau das meint, was sie sagt.

Einige Historiker glauben,  dass die Praxis des Händeschüttelns bis in die Zeit der Höhlenmenschen zurückreicht und als Geste des Friedens entstanden ist, indem gezeigt wurde, dass die Hand keine Waffe hält.

In der Zeit nach Corona, wenn es sie jemals geben sollte, würden wohl noch einige Zeit berührungslose Begrüßungsgesten das Miteinander bestimmen. Gesten, denen die Wärme, die Freundlichkeit und der Komfort des Händedrucks fehlen. Doch im Gegensatz zu den deutschen Mainstreammedien hofft man bei greekreporter, dass Covid-19 bald der Vergangenheit angehören wird und nicht das alte Ritual des Händedrucks. (MS)