Die Titanic sinkt: ARD und „Spiegel“ im Infokrieg

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Corona-Demo Stuttgart. Demoteilnehmer, Spiegelreporter, "Volkslehrer" Nerling (v.li.n.re.) - Foto: Screenshot Youtube

Die linkspopulistische Wochenpostille „Die Zeit“ gefällt sich mit manischer Regelmäßigkeit darin, der eigenen Leserschaft genau das zu erzählen, was sie selbst schon weiß, gern aber immer wieder bestätigt bekommt: Daß alle Gefahren für die unglaublich freiheitliche und demokratische Gesellschaft im astreinen Rechtsstaat der „die Menschen“ von Rechten, Rechtspopulisten – kurz: Von Pack ausgeht. Und das Pack liest z.B. jouwatch. Weil das Internet mit seinen Algorithmen böse ist, irgendwie.

von Max Erdinger

Alarmstufe rot bei Politik und Medien. Die Dinge drohen außer Kontrolle zu geraten. In Berlin, in München, Nürnberg, Stuttgart und anderswo gehen Tausende „die Menschen“ auf die Straße, um gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und schildbürgerartige Anordnungen der Behörden im Rahmen dieser Corona-Politik zu demonstrieren. Das Beunruhigende an diesen Demonstrationen ist freilich nicht, daß sich die lieben „die Menschen“ alle ganz fürchterlich mit dem Viren-Monster anstecken könnten. Etwas anderes treibt Poltik und Medien den Angstschweiß auf die Stirn: Bei diesen Demonstrationen treffen sich „ganz normale Bürgermenschen“ mit „linken Menschen“ und „rechten Hetzern/Spinnern/Sexisten/Rassisten/Phobikern/Ewiggestrigen/Frauenfeinden/Klima- und Coronaleugnern“ (Zutreffendes ankreuzen). Die könnten – horribile dictu – miteinander ins Gespräch kommen und man wüßte nicht, worin sie sich einig werden. Der absolute Albtraum: Sie könnten sich darüber einig werden, daß sie alle miteinander die Schnauze voll davon haben, sich von einer politischen Klasse behandeln zu lassen, als seien sie Kindergartenkinder. Ebenso könnten sie den Kanal gestrichen voll davon haben, sich von selbsternannten Volkspädagogen in der Verkleidung von Haltungsjournalisten 24/7-mäßig die „richtige Weltanschauung“ einbläuen zu lassen. Man wüßte glatt nicht, was diese verdammten Demonstranten miteinander zu bereden haben. Das kann doch alles nicht mehr wahr sein! Seit Jahrzehnten redet man sich im Medien-Mainstream den Mund fusselig, daß Rechte schlimmer seien, als Fußpilz und Virus zusammengenommen – und dann das: Die demonstrieren Seite an Seite mit den eigenen „die Menschen“ – und den eigenen „die Menschen“ macht es trotz intensivster Bemühungen seitens des Medien-Mainstreams noch nicht einmal etwas aus.

Doch es gibt kein Zurück mehr für die politisch-korrekten Hosenvolls. Was da kollabieren könnte, wäre zu groß, als daß sie selbst noch in Ehren ergraut den unverdienten Ruhestand antreten könnten. Sie würden zu Aussätzigen werden, ungefähr so wie Mielke nach dem Zusammenbruch der DDR oder wie Krenz und Karl-Eduard von Schnitzler, von den „die Menschen“ verachtet und verstoßen. Was bleibt also? Nur noch die Flucht nach vorn. Ausbruch aus dem Kessel von Coronagrad, Sammlung und anschließendes Zusammentreiben der Belagerer in den Kessel von Coronagrad. Noch verbissener muß die Propaganda werden, alles muß an die Informationsfront. Es ist das ewige Schicksal derer, die nichts mehr zu verlieren haben. Und so entstehen dann solche verzweifelten Machwerke wie „Infokrieger – Die neuen rechten Medienmacher.“ Gesendet wird das in einem Format, das sich „Rabiat“ nennt, von der ARD.

Mir wurde zugetragen, daß auch jouwatch Erwähnung findet. Ich habe es mit einem Gähnen quittiert. Dann kam mein schlechtes Gewissen durch und zwang mich, das Machwerk der Hosenvolls anzuklicken. Was soll ich sagen? Kann schon sein, daß da jouwatch angegriffen worden ist. Ich hab´s einfach nicht bis zu der Stelle durchgehalten, wo es angeblich passieren soll. Schon nach zwei Minuten war klar, wie der Hase wieder einmal laufen soll.

Als ehrlicher und aufrichtiger „die Menschen“- Freund mußte ich zum Taschentuch greifen, wie immer, wenn ich merke, daß ein Mensch auf die schiefe Bahn geraten ist und nicht mehr weiß, wie er sie wieder verlassen soll. Aber diese ersten beiden Minuten haben es wirklich in sich. Die story geht ungefähr so: Weil dieses vermaledeite Internet sich merkt, was sich die Nutzer anschauen, generiert es Vorschlagslisten, die auf die vermuteten Präferenzen des jeweiligen Nutzers zugeschnitten sind. Wer sich zum Beispiel einmal ein Video über den deutschen Einmarsch in Polen angesehen hat, der bekommt beim nächsten Besuch auch die Schlacht um Stalingrad als Videoempfehlung, sogar dann, wenn er eigentlich nur wissen wollte, wie Polen in schwarzweiß aussieht, weil er es in Farbe schon kennt. Diese Empfehlungen sind eine zweischneidige Sache. Einerseits ist es natürlich schon bequem, wenn man sich das, was einen interessiert, nicht erst mühsam selbst zusammensuchen muß, andererseits stimmt auch, daß solche Empfehlungslisten zu einem Leben in der Filterblase führen können.

Aber bitte: Es gibt ja nicht nur das Internet mit seinen Algorithmen, sondern auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Auch gibt es einen Blätterwald, in dem man sich gut selbst die Titelseite aussuchen kann, auf der dann im wesentlichen alles das steht, was man auf jeder anderen Titelseite so oder so ähnlich – dem Grundtenor nach jedenfalls identisch – lesen kann. Das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen und des Medien-Mainstreams (RND, Funke-Mediengruppe, wpp, Ippen-Redaktionsnetzwerk) besteht sozusagen aus einer Vorschlagsliste, die man – im Gegensatz zum Internet – nicht einfach ablehnen kann. Entweder man liest den Mainstream-Einheitsbrei oder man liest ihn eben nicht. Wenn Zeitung, dann Weltwoche, NZZ oder Junge Freiheit. Preußische Allgemeine vielleicht noch, aber das war´s dann schon ziemlich. Man entgeht der ubiquitären Gehirnwäsche ohnehin nicht. Man muß nur autofahren und dabei das Radio anhaben. Da fährt und fährt man, plötzlich ist wieder eine Stunde vorbei und die Nachrichten kommen. Dann hört man sich das eben an und hofft, daß die fünf Minuten schnell vorbeigehen, damit es mit der klassischen Musik wieder weitergeht. Nicht, daß man selbst unbedingt wissen müßte, was in den Nachrichten drankommt – heute waren es beim BR u.a. übrigens die Blaumeisen – aber zur Kenntnis nehmen kann man schon mal mit einem halben Ohr, was sich die lieben Mitmenschen in den Gehörgang schmieren lassen. Aber zurück zu den ersten beiden Minuten im Infokrieg-Video, das unter tatkräftiger Mitwirkung des jouwatch-Intimfeindes Christian Fuchs von der „Die Zeit“ entstanden zu sein scheint. Ich weiß wirklich nicht mehr über dieses Video, als ich in den ersten beiden Minuten gesehen habe. Aber die reichen eigentlich auch.

Die ersten beiden Minuten

Das Schöne an der Zwangsgebührenzahlerei ist, daß man selbst die fiesesten Abgefeimtheiten in optisch hochwertiger Qualität ins Hirn gedrückt bekommt. Man bekommt schon was fürs Geld. Leider das Verkehrte. Schön fürs Auge zwar, aber schlecht fürs Hirn. Hier: Eine Armee identisch aussehender, seelenloser Roboter tippt im Halbdunkel synchron auf unsichtbaren Tastaturen rechte Hetze und Haßbotschaften ins Internet. Warum tun die das? Weil sie wissen, daß ihnen der Algorithmus helfen wird, die lieben „die Menschen“ zu verwirren, die sich an das paternalistische Sendungsbewußtsein in den klassischen Medien gewöhnt haben und zu keiner Beurteilung des Gesehenen mehr imstande sind. Gesichter haben sie keine, diese Roboter, weil sie eben keine Menschen, sondern nur Haßmaschinen sind. Eine eigene Meinung haben sie auch nicht, weil sie sonst nicht synchron tippen könnten. Es handelt sich um eine seelenlosen Antimenschen-Tipparmee, die vom Reich des Bösen fabriziert wurde, um der lieben „die Menschlichkeit“ den Garaus zu machen, auf daß finstere Mächte die ganze Welt ins Dunkel stürzen können. Jessersmariaunjosef. Echt schlimm. Und von Verschwörungstheoretikern sind sie auch noch programmiert worden, diese seelenlosen Werkzeuge der Weltverderber von rechts, rechts von rechts, von ganz rechts und von ganz rechts außen. Darf man Roboter zerstören? Na ja, Eigentumsdelikt. Nicht so schlimm wie ein Mord am Menschen. Gottlob sind die Roboter keine. Wie gesagt: Die ersten beiden Minuten haben gereicht. Die politisch-korrekten Hosenvolls schlottern anscheinend schon dermaßen vor Angst, daß sie sich nicht einmal mehr vor einem Goebbels fürchten, der aus dem Grab emporsteigt, um ihnen seine besten Propagandistenglückwünsche auszusprechen. Das glauben Sie nicht? Doch, das geht. Wo seelenlose Roboter gegen die erlaubte Meinung und den Konsens antippen, da stehen auch böse Tote wieder auf.

Die Realität ist zum schießen

Halt, halt, stopp! Nicht schießen! Das sagt man halt so, wenn etwas lustig ist: „Es ist zum schießen!“. Also was ist zum schießen? Dieses Video hier. Es wurde bei der Corona-Demo in Stuttgart gedreht. Der „Spiegel“ hatte einen Inquisitor nach Stuttgart geschickt, auf daß er Stimmungen und Meinungen einfange. SPON hat übrigens von Bill Gates über 2 Mio. Dollar dankend entgegengenommen. Aber gut. Wen trifft er dort auf der Demo? Einen anderen Reporter, der ebenfalls Stimmungen und Meinungen einfangen will. Aber es ist einer von diesen „Robotern“, plötzlich ein Mensch aus Fleisch und Blut. Nikolai Nerling heißt er, besser bekannt unter der Bezeichnung „Der Volkslehrer“. Der „Spiegel“- Mensch fragt unter Verweis auf die Präsenz von Nerling einen der Demo-Teilnehmer, wie der das findet, daß ein Nerling als Holocaustleugner (ich weiß nicht – ist er einer?) Demonstranten nach ihrer Meinung fragt. – Tja, und dann wird´s wirklich zum Schießen: Der Demonstrant hat sich offensichtlich jahrelang das „Die Menschen“ – Gesabbel des Mainstreams angetan und hat es voll verinnerlicht. Er erklärt dem verblüfften „Spiegel“-Reporter, daß es jetzt egal „isch“, was einer früher gedacht oder gesagt hat, weil jetzt alle zusammenstehen müssten. Weil alle nur „die Menschen“ seien und daß man genug habe von der Spalterei.

Ich lag auf dem Boden vor Lachen. Es gibt kaum etwas komischeres, als wenn ausgerechnet einem der politisch-korrekten Hosenvolls das eigene Geschwätz auf die Füße fallen gelassen wird von einem Unbedarften, der es einfach nur gut meint. Ha-ha-ha! Zum kringeln, pardon, zum schießen! Meinereiner muß „schießen“ sagen, damit das Narrativ der Hosenvolls keinen Schaden nimmt. Auch meinereiner denkt eben so „menschlich“ wie „die Menschen“ in Politik und Medien und will keinesfalls, daß irgendjemand Schaden erleidet. Deshalb, bittesehr: Ich habe wirklich das Verb „schießen“ verwendet. Darf gern so zitiert werden.

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