Hinweise verdichten sich: Mehr Tote durch den Lockdown als durch Corona selbst?

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Symbolbild: Bestattung (Imago/ZUMAWire)

Vor wenigen Wochen galt es noch als unerträgliche Aufrechneritis oder Relativierung, mögliche Opfer der Corona-Maßnahmen gegen die durch diese verhinderten Covid-19-Toten aufzurechnen. Inzwischen dreht die Stimmung; immer mahnender dringen nun die Kollateralschäden der Pandemiebekämpfung ins Bewusstsein.

„Die Medizin darf nicht schlimmer sein als die Krankheit“, verlautbarte im März sinngemäß Donald Trump – und wurde dafür von seinen notorischen Hatern ein weiteres Mal für seinen Zynismus und Gleichmut im Angesicht der scheinbaren Menschheitsbedrohung gegeißelt. Doch nun deutet sich an, dass genau dieser Effekt eingetreten sein könnte: Während als „Corona-Tote“ mehrheitlich Verstorbene geführt werden, bei denen das Virus überhaupt nicht ursächlich (oder nur mitursächlich) waren, häufen sich in den Sterberegistern immer mehr Todesfälle, die kausal eindeutig den Corona-Maßnahmen zuzuschreiben sind.

Wie „Bild“ gestern moniert, spricht vor allem auf Seiten der offiziellen Krisenmanager kaum jemand über jene Menschen, die an den Folgen des Lockdowns sterben. Die Zeitung lässt mehrere Experten zu Wort kommen, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet jeweils einen deutlichen Anstieg an Todeszahlen infolge der politischen Pandemiemaßnahmen befürchten. Zum einen betrifft dies die Zahl der Suizide; Psychiater erwarten nicht nur durch die Isolationen und Kontaktsperren, sondern vor allem infolge der Wirtschaftskrise und ihrer Folgen (Massenarbeitslosigkeit, Konkurse, finanzieller Ruin) einen Anstieg der Selbsttötungen.

Global in Kauf genommene Kollateralschäden

Einen Rückgang der Notaufnahmen von Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten beklagen deutsche Notfallmediziner bundesweit, doch das Phänomen zeigt sich – angesichts vermeintlicher oder tatsächlicher Überforderung des regulären Gesundheitssystems durch Corona – weltweit. Zwischen 25 und 50 Prozent weniger Patienten wagen sich ins Krankenhaus und bleiben – teilweise auch aus Angst vor Ansteckung – bei leichten Symptomen lieber zu Hause. Weil gerade bei Schlaganfällen auf die vorübergehende leichte Symptome hin – Schwindel, Sprach- oder Sehstörungen, Lähmungen an einer Körperseite – später ein schwererer Schlag folgt, wirkt sich die Nichtinanspruchnahme ärztlicher Hilfe von Beginn an später fatal aus.

Auch bei Herzinfarkten werden Warnzeichen wie Brustschmerzen oder Beklemmungsgefühle für Fieber- oder Grippesymptome gehalten – und es wird abgewartet, statt den Notarzt zu rufen. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen sind, wirken sich hier bereits Nachlässigkeiten im Promillebereich verheerend auf die Sterbestatistik aus.

Und schließlich birgt die wochenlange Verschiebung von planbaren OP’s, aber auch von dringend nötigen Vorsorgeuntersuchungen – infolge der übereifrigen Vorbereitung des gesamten deutschen Klinikbetriebs auf den erwarteten (und glücklicherweise ausgebliebenen) Ansturm der „ersten Welle“ – ein erhebliches Risiko, dass sich die Lebenserwartung der Betroffenen verkürzt; vor allem viele Krebspatienten könnten dadurch mit ihrem Leben bezahlt haben – oder noch bezahlen werden. Ob es all das am Ende wert war, ist eine nicht nur ethische Frage: Der Staat ist nicht nur für Viruspatienten da. (DM)