Gehirnwäsche funzt: Söder und CDU im Höhenrausch

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Foto: Markus Söder (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Für einige Politiker kam die Coronakrise offensichtlich wie gerufen. Die Mehrheit der Deutschen zum Beispiel kann sich Hardliner Markus Söder am ehesten als Unions-Kanzlerkandidaten vorstellen. Von den Kandidaten, die für die CDU/CSU im Gespräch sind, bewerten die Deutschen derzeit mehrheitlich Markus Söder am besten, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den sogenannten „ARD-Deutschlandtrend“. 53 Prozent der Wahlberechtigten sagen demnach, Söder wäre ein guter Kanzlerkandidat der Union.

Damit legt der CSU-Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident gegenüber der bislang letzten Befragung Mitte Februar um 22 Prozentpunkte zu und schneidet besser ab als die drei Politiker, die ihre Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz angekündigt haben. Über Friedrich Merz sagen 33 Prozent der Deutschen, er wäre ein guter Kanzlerkandidat der Union (-7). Über Armin Laschet sagen das 27 Prozent (-3), über Norbert Röttgen 21 Prozent.

Auch bei den Unions-Anhängern liegt Markus Söder in dieser Frage vorn: 67 Prozent der Anhänger von CDU/CSU halten ihn für einen guten Unions-Kanzlerkandidaten. Über Friedrich Merz sagen das 44 Prozent der Unions-Anhänger, über Armin Laschet 29 Prozent und über Norbert Röttgen 18 Prozent. Die Umfrage von Infratest-Dimap wurde von Montag bis Dienstag dieser Woche bundesweit unter 1.003 Wahlberechtigten durchgeführt.

Überhaupt legen CDU und CSU in der von Infratest gemessenen Stimmung weiter zu. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden 39 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme der CDU/CSU geben, das sind fünf Prozentpunkte mehr als im April und ist der beste Wert für die Union seit August 2017. Die SPD käme unverändert auf 16 Prozent. Die AfD landet bei neun Prozent (-1).

Die FDP erreicht wie im April fünf Prozent. Die Linke legt um einen Prozentpunkt zu und käme aktuell auf acht Prozent. Die Grünen verlieren gegenüber dem Vormonat vier Prozentpunkte und erreichen 18 Prozent.

Für sie ist es der niedrigste Wert seit Oktober 2018, dennoch bleiben sie in der Sonntagsfrage damit zweitstärkste Kraft. Für die Sonntagsfrage des sogenannten „ARD-Deutschlandtrends“ hatte Infratest-Dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.503 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

Mit der Arbeit der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD sind derzeit knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sehr zufrieden bzw. zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den sogenannten „ARD-Deutschlandtrend“. Bereits im Vormonat hatte die Bundesregierung mit 63 Prozent Zufriedenheit einen Bestwert seit Bestehen des „ARD-Deutschlandtrends“ erzielt.

Aktuell sind 35 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung weniger bzw. gar nicht zufrieden (-1). Mit der Arbeit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) sehr zufrieden bzw. zufrieden. Damit verbessert sie sich gegenüber dem Vormonat um weitere vier Prozentpunkte und erreicht den höchsten Zuspruch seit Juli 2017. Mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind 59 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden, mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) 56 Prozent.

Beide büßen vier Prozentpunkte ein und verfehlen ihre persönlichen Bestwerte aus dem Vormonat leicht. Neue Bestwerte erreichen Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU). Mit Peter Altmaier sind 53 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden (+2), mit Horst Seehofer 48 Prozent (+1).

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kommt in der Bevölkerung auf 40 Prozent Zufriedenheit, gegenüber der bislang letzten Befragung im Juni 2019 legt er damit um 16 Prozentpunkte zu. Mit der Arbeit von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sind 39 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden (+7 im Vgl. zu März). Der Grünen-Parteivorsitzende Robert Habeck kommt auf 35 Prozent Zufriedenheit (-1), der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner auf 27 Prozent Zufriedenheit (-4 im Vgl. zu April), für ihn ist es der schwächste Wert seit März 2018. Mit der Arbeit der Linken-Parteivorsitzenden Katja Kipping sind 23 Prozent der Deutschen sehr zufrieden bzw. zufrieden (+1 im Vgl. zu März).

Mit der Arbeit der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken sind 14 Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden (+2), 52 Prozent kennen sie nicht oder können sie nicht beurteilen. Mit der Arbeit der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel sind zehn Prozent sehr zufrieden bzw. zufrieden (-1), für sie ist es der schwächste Wert seit März 2018. Die Umfrage von Infratest-Dimap wurde von Montag bis Dienstag dieser Woche bundesweit unter 1.003 Wahlberechtigten durchgeführt.

Die permanente Panikmache der „Apokalypse-Virologen“ und der „Corona-Medien“ zeigt ebenfalls Wirkung:

Nach Meinung von 45 Prozent der Bürger gehen Bund und Länder bei den Lockerungen der Beschränkungen in der Coronakrise jetzt zu schnell vor. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und n-tv. 37 Prozent hingegen finden das Tempo genau richtig, 14 Prozent stufen das Tempo als zu langsam ein.

Ähnlich fällt die Einschätzung des Umfangs der Lockerungen aus: 41 Prozent der Befragten meinen, es würde zu viel gelockert werden, 18 Prozent finden den Umfang der Lockerungen zu gering. 37 Prozent sind der Ansicht, dass gerade im richtigen Umfang gelockert wird. Die Anhänger der AfD (43 Prozent) und der FDP (30 Prozent) empfinden die Lockerungen vergleichsweise häufig als nicht ausreichend, ebenso die Befragten in Ostdeutschland (32 Prozent).

Bei der Frage nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen zeigt sich ein Großteil der Befragten einverstanden mit den neuen Regelungen. 68 Prozent finden es angemessen, dass die Kontaktbeschränkungen zwar grundsätzlich bis zum 5. Juni verlängert werden, sich allerdings wieder Angehörige von zwei Haushalten unter Einhaltung des Mindestabstands treffen dürfen. Elf Prozent geht sie zu weit, 19 Prozent hingegen nicht weit genug.

Dass die Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, finden 57 Prozent nicht richtig. 32 Prozent befürworten, dass die unterbrochene Saison ab Mitte Mai vor leeren Rängen fortgesetzt wird. 70 Prozent der Befragten sehen es zudem gerne, dass es wieder Lockerungen im Breiten- und Freizeitsport gibt.

Zwölf Prozent gehen die Lockerungen zu weit, 15 Prozent finden sie nicht ausreichend. Beschlossen wurde auch, dass möglichst alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise wieder in die Schule gehen. Einen Normalbetrieb mit täglicher Anwesenheit der Schüler wird es aber vorerst nicht geben. 54 Prozent finden die Lockerung bei den Schulen angemessen. 15 Prozent gehen sie zu weit. Jedem Vierten (27 Prozent) gehen sie nicht weit genug. 42 Prozent halten es für richtig, dass die Einzelheiten bei der Öffnung der Schulen von den Bundesländern geregelt werden. 54 Prozent fänden es besser, wenn es eine bundesweit einheitliche Lösung für alle Schüler gäbe. 46 Prozent halten es für richtig, die Betreuung in Kitas nur auf bestimmte Gruppen von Kindern zu begrenzen. 51 Prozent finden, es sollte schon jetzt für alle Kinder im Vorschulalter wieder möglich sein, eine Kindertagesstätte zu besuchen.

Dass der Bund die Verantwortung für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen weitgehend den Ländern überlassen will, hält die eine Hälfte der Befragten (50 Prozent) für richtig, die andere Hälfte (48 Prozent) fände es besser, wenn alle Bundesländer bei den Lockerungen der Beschränkungen einheitlich vorgehen würden. 68 Prozent der Bundesbürger haben nicht die Meinung, dass Angela Merkel in der Coronakrise Autorität verloren hat, 26 Prozent finden das schon. Auf die Frage nach den Urlaubsplanungen geben 39 Prozent an, in diesem Jahr innerhalb Deutschlands verreisen zu wollen, 53 Prozent planen keine Reise innerhalb Deutschlands. Für die Erhebung befragte Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 7. Mai 2020 insgesamt 1.008 Wahlberechtigte.