Corona-Justiz: Messerstecher konnte nur töten, weil sein Prozess platzte

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Trauer (Symbolbild: shutterstock.com/Von Photographee.eu)

NRW/Bielefeld – Ein immer maroder werdendes Justizsystems hat ein weiteres Todesopfer zu verantworten: Der gemeingefährliche Täter konnte die Tat nur deshalb verüben, weil sein Prozess aufgrund der „Corona-Krise“ platzte und er auf freien Fuß gesetzt wurde. Das kostete einem 17-Jährigen das Leben.

Der 17-jährige Marc P. wartete Ende April abends an einer Bielefelder Haltestelle auf die Straßenbahn, als er plötzlich von einem Räuber angegriffen und niedergestochen wurde. Marc P. verblutete an mehreren Stichverletzungen. Der Täter flüchtete, wurde jedoch am Folgetag von der Polizei in seiner nur 300 Meter vom Tatort entfernt liegenden Wohung festgenommen.

Der 18-jährige Täter saß wegen Totschlags und versuchten Raubes mit Todesfolge in U-Haft in der Jugend-JVA Herford. Dort hatte der Gewalttäter bis Ende März noch auf einen anderen Prozess – wegen gefährlicher Körperverletzung und Raubes – gewartet. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hatte der Täter im Oktober des letzten Jahres bereits ebenfalls an einer Stadtbahnhaltestelle einen jungen Mann mit einem Nothammer aus einer Stadtbahn niedergeschlagen und diesem seine Bluetooth-Box geraubt. Er kam in U-Haft.

Ihm sollte nun am 3. April der Prozess gemacht werden. Dazu kam es jedoch nicht. Weil aufgrund der „Corona-Maßnahmen“ die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände im Gerichtssaal mutmaßlich nicht eingehalten werden konnten, entschied die zuständige Richterin, den Prozesstermin aufzuheben und den gemeingefährlichen Gewalttäter aus der U-Haft zu entlassen. Die Sorge der Richterin galt den Zeugen, sie befürchtete die Möglichkeit einer Ansteckung.

Skandalöserweise bestätigte jedoch der Amtsgerichtssprecher gegenüber der Bild: „Der Gerichtsaal, in dem das Verfahren hätte stattfinden sollen, wäre aber groß genug gewesen, um die erforderlichen Sicherheitsabstände einzuhalten.“

Die Unfähigkeit der verantwortlichen Richterin, ein immer maroder werdendes Justizsystem in Kombination mit komplett überzogenen Corona-Maßnahmen kosteten einem jungen Menschen das Leben. Sein Tod wird jedoch nicht in die Corona-Statistik einfließen. Vermutlich wird sich die Richterin nicht verantworten müssen. Auch hier heißt das Zauberwort „Corona“. (SB)

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