Affentheater „Seenotrettung“: Gerettete Migranten bedrohen ihre Retter

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Trotz Corona kommen Migranten weiterhin über das Mittelmeer nach Europa (Foto: jouwatch)

Valetta / Pinneberg – Die monströse Dauerfarce der Mittelmeer-Seenotrettung ist um eine ungeheuerliche Episode reicher: Ein deutscher Frachter nahm am letzten Sonntag 79 „Geflüchtete“ vor Malta auf – und durfte seitdem, wie nicht anders zu erwarten, keinen Hafen anlaufen. Jetzt werden die an Bord geholten „Schiffbrüchigen“ zum Problem: Sie begannen zu randalieren – und bedrohten mit äußerster Aggressivität die Crew.

Pandemiebedingt war das Humanschleppergewerbe im Mittelmeer jüngst etwas erlahmt, doch nach wie vor stechen Migrantenboote in See; zuweilen haben sie Erfolg und werden aufgegabelt – so auch hier. Doch ihren Zorn darüber, dass sie von der „MV Marina“ nicht auf kürzestem Weg (wie wohl von ihren Schleppern versprochen) an EU-Gestade verbracht wurden, ließen sich die 79 „Flüchtlinge“ nun an der hilfsbereiten Besatzung aus, wie der Inhaber der Reederei des Frachters, Thies Klingenberg aus Ellerbek bei Pinneberg, gegenüber dem „Norddeutschen Rundfunk“ Schleswig-Holstein (NDR SH) mitteilte. Bereits vorgestern Nachmittag habe es „erste Aggressionsausbrüche“ gegeben.

Der Mannschaft sei daher nichts anderes übrig geblieben, als sich an Bord in den Aufbauten zu verschanzen. Dort wartet sie nun auf die Zuweisung eines Hafens – was die maltesischen Behörden bislang noch verweigern. Laut Stand gestern verließen die 13 Personen der Besatzung die Brücke derzeit nur unter äußerster Vorsicht und für kurze Zeit, um den Geflüchteten Vorräte an Wasser und Lebensmittel zu bringen (die allmählich knapp werden); ein Vabanquespiel, da sie jederzeit attackiert werden könnten.

Wie der Reeder mitteilt, bedient die “ MV Marina“ seit 15 Jahren die Route Tunesien – Malta; der Inselstaat sei der zweiter Heimathafen, so Klingenberg. Weshalb sein Schiff dort jetzt nicht anlegen darf, kann er laut NDR „nicht verstehen“; schließlich seien die Container an Bord für Malta bestimmt gewesen. Dass es bei den Vorbehalten der Behörden nicht um die Handelsware, sondern um um die illegale „Menschenfracht“, ignoriert er absichtsvoll.

Frachter und NGO’s „retten“ unverdrossen

Dabei ist seit Ausbruch der Coronakrise international bekannt, dass Malta und Italien ihre Häfen als „nicht sicher“ deklariert haben – mit der Folge, dass Menschen, die von Schiffen aus Seenot gerettet werden, dort nicht länger versorgt werden können. Die Schlepper schicken ungeachtet dessen ihre Boote in See (das Flüchtlingscamp auf Lampedusa ist schon wieder berstend voll) – und nicht nur deutsche NGO-Schiffe, sondern eben auch -teilweise – Frachter übernehmen bereitwillig die Migranten.

In salbungsvollen Worten – vermutlich fand sein Anliegen nur in dieser „Verpackung“ Gehör? – sprach Reeder Klingenberg von einer „internationalen und humanitären Katastrophe“, und wandte sich an das Auswärtige Amt und die EU-Kommission. Dass es sich um undankbare, ignorante und aggressive Invasoren handelt, junge vitale Männer, und um keine prekären Notfälle – in der Berichterstattung zum Fall wird es ebenso übersehen wie auch in den politischen Zirkeln, die dieser glatten Erpressung mit Sicherheit binnen kürzester Zeit zum Erfolg verhelfen werden. (DM)