Weil Schweden keinen Drosten hat, wird es auch keine zweite Corona-Infektionswelle bekommen

0
Schweden (Bild: shutterstock.com/Von Artmim)

Schweden hat in Zeiten von Corona darauf verzichtet, durch Aushebelung von Grundrechten seine Bevölkerung wochenlang wegzusperren und sozial wie wirtschaftlich zu isolieren. Keine Schul- und Restaurantschließungen, kein milliardenschwerer wirtschaftlicher Schaden wie in Deutschland, den mutmaßlich noch unsere Kindeskinder zu schultern haben. Und auch von einer – von der Bundesregierung panikartig heraufbeschworenen – „zweiten Coronawelle“ wird Schweden mutmaßlich verschont bleiben.

Schweden kann sich glücklich schätzen. Denn: Anders Tegnell, Staatsvirologe des Landes, hat – anders als Merkel – darauf verzichtet, Grundrechte aushebeln zu lassen, Massen-Quarantänen mit wochenlangen Ausgangssperren und Kontaktverboten verordnen zu lassen und durch einen sogenannten Shutdown das Land ins wirtschaftliche Nirwana zu schießen. Tegnell war der tiefen Überzeugung, man könne ganze Gesellschaften nicht erst voll bremsen, dann wieder anfahren und möglichweise dann nochmal vollbremsen. Der Virologe vertraute statt dessen auf den mündigen Bürger und dessen Selbstkontrolle.

Und wie es scheint, behält Tegnell recht. Tatsächlich sinken seit Ostern die Neuinfektions- und Todeszahlen auch in Schweden. „Die Pandemie ebbt allmählich ab“, erklärt Tegnell dem Sender SVT. Und für diesen Sonderweg bekam Schweden ausdrückliches Lob von der hoch umstrittenen WHO. Denn: Wenn Schweden es mit ihrer liberalen und weiträumiger Offenheit gut durch die „Cornoa-Krise“ schafft, fehlt einer halbdiktatorischen Regierung wie jener von Merkel und Co. nicht bloß die Legitimation für hysterische und komplett überzogene Kontaktsperren, Schul- und Geschäftsschließungen. Auch im Rückblick müssen diese Panikverbreiter erklären, warum sie – trotz mahnender Stimmen – rigoros ihre Lockdown-Strategie mit unermesslichem wirtschaftlichem und sozialen Schaden durchdrückten und nach wie vor wie Junkies versuchen, daran festzuhalten.

Den Regierenden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den übrigen Lockdown-Staaten sitzt die Panik vor einer zweiten Coronawelle im zweiten Halbjahr im Nacken, berichtet Wofram Weimer in einem ntv-Kommentar. Nicht so in Schweden. Denn dort hat Chefvirologe Tegnell von Anfang an damit argumentiert, dass man eine offene Gesellschaft besser sanft und gezielt immunisiert, als sie streng und nutzlos zu isolieren. „Massenhafte Kontaktsperren führen nur dazu, dass der Erreger im Herbst wiederkehren werde“, mahnte der 64-jährige Wissenschaftler bereits im März. Und weil in Schweden die Menschen nicht weggesperrt wurden, ist dort die Immunisierung bereits wesentlich weiter fortgeschritten als in Deutschland. Das Risiko vor einer zweiten Infektionswelle ist gering. Mehr noch. Die Herdenimmunität könnte führen, dass Schweden zwar im März etwas schlechtere Zahlen hatte als Deutschland und Dänemark. Im Herbst aber könnte sich das dann gewaltig drehen. Der liberale Wissenschaftler könnte dann Drosten und Co. eines Besseren belehrt haben. (SB)