Tagesschau-„Faktenfinder“: Mit der Nazi-Keule gegen Lockdown-Gegner

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Tagesschau-"Faktenfinder" Patrick Gensing (Screenshot:Youtube)

Fast schon klischeehaft mutet es an, wie berechenbar öffentlich-rechtliche Meinungsskulpteure ans Werk gehen – wenn es gilt, Kritik an Mainstream-Politik und Groko zu diffamieren und abzuqualifizieren: Entweder muss es sich dabei um Verschwörungstheoretiker, verkappte Nazis oder gleich um beides handeln. Da überrascht es wenig, dass vom „Tagesschau“-Faktenfinder nun auch die Proteste gegen die Corona-Beschränkungen als „rechtsextreme Propaganda“ abgestempelt werden.

ARD-Journalist und „Faktenfinder„-Mastermind Patrick Gensing sieht die üblichen Verdächtigen am Werk, sobald außerparlamentarische Opposition und Basisbewegung an den Grundfesten deutscher Politik rütteln: Ob Kritik an Klima-Planwirtschaft, an exzessiver Masseneinwanderung oder aktuell an massiven Grundrechtseinschränkungen – stets vermutet Gensing dahinter „Populisten“ am Werk, rechte Netzwerker oder gar mit den AfD-„Faschisten“ vergesellschaftete Dumpfbacken.

Die Argumente der Demonstranten zählen nicht – auch nicht, dass inzwischen immer mehr Juristen die Verhältnismäßigkeit der Pandemie-Restriktionen anzweifeln. Diffamierung ist für den Staatsfunk oberstes Ziel: Wer für Bürgerrechte, Grundgesetz und Selbstbestimmung auf die Straße geht, muss dem rechten Dunstkreis entstammen. Es ist dieselbe perfide Masche, mit der die DDR-Systemmedien Dissidenten und Kritiker als gekaufte Agenten, Konterrevolutionäre oder Volksfeinde zu stigmatisieren versuchen.

Diffamierung als Leitlinie

Bei den Corona-Demonstrationen ergeben sich mit der Rechtsaußen-Verortung allerdings einige Schwierigkeiten, weil mindestens ebenso viele Linke, auch Liberale und Wirtschaftsvertreter für ein umfassendes Ende des Lockdowns eintreten; diese Querfront lässt sich nicht unisono in die rechte Ecke drängen, das weiß auch Gensing. Doch kennt den Ausweg, um das Feindbild nicht zu verwässern: Er warnt vor einer „Vereinnahmung“ der Proteste durch „rechtsradikale Aktivisten“ – und beruft sich dabei auf „Experten“: Als solche gelten bei Gensing linke Multiplikatoren und mutmaßliche Antifa-Sympathisanten wie etwa Sandro Witt, Vorsitzender des Vereins „Mobit“, oder Matthias Quent, Direktor des „Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft“ (IDZ) in Jena.

Diese bestätigten ihm dann zum Beispiel angebliche Parallelen zwischen einer NPD-Demo in Aue und den Berliner oder Chemnitzer Corona-Kundgebungen, weil auf beiden ähnliche Parolen skandiert worden sein sollen; auch die AfD habe solche Proteste unterstützt. Kurzschluss des selbsternannten „Tageschau“-Wahrheitswächters: Weil – echte oder als solche verleumdete – „Rechtsextreme“ die Aussetzung von Grundrechten monieren, ist folglich potentiell jeder rechtsextrem, der diese Kritik teilt.

Schützenhilfe durch altbekannte „Experten“

Inhaltlich haben Witt und Quent zu den Protesten nichts zu sagen – doch sie sorgen sich, dass die „Verunsicherung vieler Menschen“ durch „Falschnachrichten, Übertreibungen, Emotionalisierung und das Schüren von Ängsten weiter vergrößert“ werde. Auch Gensing macht es sich leicht – und beschränkt sich auf die Behauptung, die Demonstranten hätten „krude Theorien“.

Die Krise, so der „Faktenfinder“, werde „benutzt, Menschen gegeneinander, gegen die Wissenschaft und gegen politische Verantwortungsträger“ aufzubringen. Aufruhr, ziviler Ungehorsam, wissenschaftliche Zweifel? Hier schwingt er wieder mit, der denunziatorische Vorwurf des „Leugnens“ angeblich final geklärter, von der Obrigkeit als unfehlbar verkündeter Tatsachen und Dogmen: Zweifel an Aussagen von regierungsergebenen Virologen werden so auf eine Stufe mit „Klimaskeptikern“ oder „CO2-Leugnern“ gestellt. Aus der Sicht von ARD-Redakteuren sind sie alle gleich subversiv, alle das selbe Gesindel: „Rechte“ eben. (DM)