Die Coronaüberraschung: Der Kommunismus kommt mit der CSU

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Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), Februar 2020 in Indien - Foto: Imago

Es gibt Meldungen, bei denen einem zunächst einfach der Mund offen stehen bleibt. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die Abkehr vom traditionellen Kapitalismus. Höchste Zeit, dem Volksvertreter endlich klarzumachen, wessen Interessen er zu vertreten hat.

von Max Erdinger

In der „Rheinischen Post“ bezeichnete Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Coronakrise als Weckruf an die Menschheit und forderte die deutsche Wirtschaft dazu auf, zur Rettung des Klimas vom traditionellen Kapitalismus abzukehren. „Der Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus der letzten 30 Jahren muss aufhören“, zitiert ihn der Deutschlandfunk. Die Coronakrise sei ein Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders umzugehen. Ein Auslöser der Pandemie liege auch am Raubbau an der Natur, in der Rodung der Regenwälder. Deswegen sei ein Umdenken erforderlich. Man könne nicht einfach zur Normalität der Globalisierung zurückkehren. Würden alle Menschen auf der Welt wie die Deutschen leben mit ihrer ständigen Steigerung des Verpackungsmülls und ihrer bisherigen Art zu wirtschaften, bräuchten wir zwei Erden, so der Bundesentwicklungsminister von der CSU. Es gebe nur einen Planeten, dessen Ressourcen aber endlich seien. „Wir nehmen uns ein Vielfaches dessen, was uns zusteht. Wir leben nicht über unsere Verhältnisse, sondern über die Verhältnisse der anderen und unserer Kinder und Enkel.“
Vor allem die armen Länder seien es, die unter dem deutschen Ressourcenverbrauch leiden, besonders durch die Auswirkungen des Klimawandels.

Von Max Liebermann stammt das Zitat „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Was bildet sich Müller überhaupt ein? Wie kam der Mann, der 1989 die Todesstrafe für Drogenhändler gefordert hatte, überhaupt in ein politisches Amt?

1. Was soll das sein, so ein Aufruf an die Kapitalisten, einfach mal so mit dem „traditionellen Kapitalismus“ aufzuhören? Sollen sie sich freiwillig in Produktionsgenossenschaften verwandeln?

2. Wieso das feige Verstecken hinter einem „Aufruf“, wenn doch der „Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus der letzten 30 Jahren aufhören muß„? Kann denn eine Bundesregierung, die ein ganzes Volk einsperren kann und muß, nicht einfach Verstaatlichungen verfügen, ohne vorher einen „Aufruf“ an die Kapitalisten abzusetzen?

3. Vom Aufruf zum Weckruf: „Deutschland erwache“, oder was? Oder doch lieber gleich „Menschheit erwache“? Was geht einen deutschen Entwicklungsminister die ganze Menschheit an? Dürfen sich außer den Deutschen auch andere Leute in anderen Teilen der Welt ihre Gedanken machen? Muß ein Deutscher wieder die ganze Menschheit aufwecken? Muß sich die Menschheit wirklich von einem Wirtschaftspädagogen aus Krumbach, der selbst nie in der freien Wirtschaft gearbeitet hat, erklären lassen, daß sie „umdenken“ muß? Ist der Schwabe überhaupt von der Menschheit gewählt woren?

4. Kann Todesstrafen-Müller belegen, daß es die Pandemie, die es offensichtlich nicht gibt, theoretisch verursacht worden sein würde durch Raubbau an der Natur, Verpackungsmüll und die Rodung der Regenwälder? Wäre das unpandemische Virus eher ein Umweltproblem und weniger ein virologisches, wenn es unter „Pandemie“-Gesichtspunkten überhaupt eines wäre? Hätten wir in Deutschland einen Regenwald, den wir eventuell virusfördernd roden könnten?

5. Was soll die „Normalität der Globalisierung“ sein? Denkt er, daß es nur eine Art der Globalisierung geben kann – und daß die keinesfalls unnatürlich wäre, sondern einfach so kommt, ohne daß sie von ganz bestimmten Kreisen vorangetrieben würde?

6. Was geht es ihn an, wie die Deutschen leben? Ist er Volksvertreter oder ist er Volkspädagoge? Was bildet er sich ein, irgendjemandem erklären zu wollen, daß es keine zwei Erden gibt? Hält er alle für blöd? Hat er die Weisheit mit Löffeln gefressen?

7. Woher weiß Müller, was „uns“ zusteht? Legt er das selber fest? Wie kommt er dazu? Kann es sein, daß ihm der „Alle-lieben-die-Menschen-auf-der-ganzen-Welt-sind-gleich-Gedanke“ wie eine Droge das Hirn vernebelt?

8. Kann er beweisen, daß es einen menschengemachten Klimawandel gibt, und daß der dadurch aufhört, daß Deutschland den „traditionellen Kapitalismus“ per „Aufruf an die deutsche Wirtschaft“ beendet, aufwacht, umkehrt und heile-heile-Segen?

Schlimmer als alles: Zivilreligiöse

Wenn es in Deutschland schon unbedingt ein Erwachen per Weckruf geben muß, dann klingt der Weckruf so: „Deutsche, nie wieder!“ Entledigt euch endlich eurer zivilreligiösen Volksbevormunder, die euch ihr Glaubensbekenntnis aufzwingen wollen. Sorgt dafür, daß Leute wie Baerbock, Habeck, Merkel, Esken, Roth, der Todesstrafen-Müller und Ideologen jedweder Couleur nie wieder in ein politisches Amt kommen. Diese Leute halten sich schon wieder für „ermächtigt“, das Denken der ganzen Welt zu kapern, nach dem alten Motto: Heute Deutschland, morgen die ganze Welt. Daß die noch in aller Bescheidenheit irgendwelche Grenzen ihrer Zuständigkeit akzeptieren würden, ist ein Märchen. Diese politische Klasse ist völlig abgehoben – und der Entwicklungsminister ist einer der abgehobensten überhaupt. Solche Leute haben ein prinzipielles Problem mit dem Verantwortungsbezug, der ausschließlich zwischen ihnen und denen besteht, die sie gewählt haben. Sie mißbrauchen die Wählerstimme als Pseudolegitimation zur Durchsetzung ihres eigenen Glaubensbekenntnisses und denken gar nicht daran, das zu tun, wozu sie gewählt worden sind.

Wer ist dieser Todesstrafen-Müller?

Der Realschüler Müller machte zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Das Abitur holte er auf dem Zweiten Bildungsweg nach und absolvierte dann ein Studium der Pädagogik, Psychologie sowie der Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ermöglicht hat ihm das u.a. ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Danach war er dann Diplom-Wirtschaftspädagoge. Von 1989 bis 1994 war Müller Mitglied des Europäischen Parlaments und in dieser Zeit auch Parlamentarischer Geschäftsführer der EVP-Fraktion. Parteipolitisch sozialisiert wurde er aber im CSU-dominierten Bayern, dem Lande der „Amigos“. Als im Bayerischen Rundfunk Müllers Forderung nach der grundgesetzwidrigen Todesstrafe für Drogenhändler Thema geworden war, sorgte der Nachrichtenchef und Müllers CSU-Parteifreund Heinz Klaus Mertes dafür, daß dies in den BR-Nachrichten verharmlosend als „Forderung nach härteren Strafen“ dargestellt wurde. Dieser Vorgang führte zum Vorwurf der parteipolitisch motivierten Nachrichtenunterdrückung. Müller ist auch Initiator des „Grünen Knopfs“, einem seit 2019 verwendeten Textilsiegel, welches die Einhaltung von Mindestandards bei der Textilproduktion garantieren soll. Die Bezeichnung „globaler Herz-Jesu-Ökosozialist“ träfe auf Müller vermutlich zu. Als solcher paßt er natürlich bestens in das Regierungskabinett einer hypermoralisierenden, sozialistisch-protestantischen Kanzlerin, die sich selbst über Grundgesetz und Länderverfassungen hinwegsetzt, wann immer ihre persönlichen Überzeugungen solches angezeigt erscheinen lassen. Wozu bräuchte man da noch Grüne?

Fragen an Gerd Müller (CSU)

1. Denken Sie daran, mit gutem Beispiel voranzugehen, sich vom „traditionellen Parlamentarierkapitalismus“ zu trennen, und die Hälfte Ihrer unverschämt hohen und selbst zugeteilten Politikerbezüge an die Näherinnen in der pakistanischen Textilproduktion zu spenden?

2. Sind Sie zu Ihren EU-Zeiten ständig zwischen Brüssel und Straßburg hin- und hergependelt? Wenn ja: Wie haben Sie das umweltverträglich geregelt?

3. Da Sie nun häufig in Berlin sind: Haben Sie schon einmal einen umweltverträglichen Antiviren-Spaziergang zum Görlitzer Park unternommen, um den dortigen Drogenhändlern, die vom Senat ausdrücklich geduldet sind, zu erklären: „Ich würde euch am liebsten alle hinrichten lassen!“ – ??

4. Wie groß ist Ihr Haus? Brauchen Sie so viele Quadratmeter, die im Winter geheizt werden müssen? Wie sieht es mit dem Flächenverbrauch überhaupt aus?

5. Was für einen Dienstwagen fahren Sie? Welches Privatfahrzeug benutzen Sie?

6. Fliegen Sie häufig?

7. Fänden Sie, daß „Wasser predigen und Wein saufen“ angesichts der eminenten Wichtigkeit Ihrer Person hinsichtlich des Wohls des deutschen Volkes eine läßliche Sünde wäre? Haben Sie sich schon jemals an Ihrer eigenen Nase gefaßt?

8. Können Sie den Nutzen, den Sie für das deutsche Volk zu haben hätten, anhand Ihrer Arbeitsergebnisse belegen? Inwiefern hätten Sie jemals Schaden vom deutschen Volk abgewendet?

9. Von wem haben Sie den Auftrag, sich auf Steuerzahlers Kosten den Kopf über Planet, Menschheit und Weltklima zu zerbrechen? Akteptieren Sie irgendwelche Grenzen Ihrer Zuständigkeit?

10. Für wie relevant halten Sie, was 80 Mio. Deutsche unter „Umweltgesichtspunkten“ tun oder lassen, im Hinblick auf ein Weltgeschehen, das von über 7 Milliarden Menschen geformt wird?

11. Bräuchten Sie überhaupt ein Coronavirus, um Ihre sehr grundsätzlichen, persönlichen Überzeugungen zu begründen? Wenn nicht: Warum schieben Sie es dann als Begründung vor?

12. Können Sie oder irgendwer in der Bundesregierung die Rodung von Regenwald verhindern? Oder wird das doch eher in solchen Ländern entschieden, die über Regenwald verfügen?

13. Halten Sie die ubiquitäre Zeichensetzerei für ein probates Mittel in der praktischen Politik? Wenn ja: Warum hat dann die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien stattgefunden, obwohl sie durch ihr Fernbleiben ein „Zeichen gesetzt“ hatten?

14. Kennen Sie den Unterschied zwischen Kapitalismus und Materialismus? Haben Sie als Eichstätt-Katholik sich jemals mit der Etymologie des Wortes „Materialismus“ beschäftigt, wenn Sie eines Marienbildes angesichtig wurden?

Resümee

Schlimmer als jede inexistente Viren-„Pandemie“ ist die Inexistenz jener Bescheidenheit, die es den heutigen politischen „Großkotzen“ ermöglichen würde, die Grenzen ihrer Zuständigkeit zu akzeptieren und Zurückhaltung zu praktizieren. Anstatt seinen Phantastereien von der Welt, der Menschheit und dem Weltklima freien Lauf zu lassen, hätte ein Bundesentwicklungsminister nicht zu behaupten, sondern zu belegen, daß sein Wirken das ist, was es sein soll: Nutzenmehrend für das deutsche Volk und schadensabwendend vom deutschen Volk. Er hat seinen Amtseid nicht auf die Welt, das Weltklima, die Globalisierung, den Regenwald oder die Propagierung seiner persönlichen Weltanschauung abgelegt, sondern auf das deutsche Volk. Niemand hat ihm ein Mandat zur grundsätzlichen Systemänderung gegeben. Das bräuchte er aber. So lange er das nicht hat, ist er aufgrund seiner Äußerungen auch nicht länger mehr als Volksvertreter zu begreifen, sondern als Frau Merkels Unterdespot. Das wiederum erlegt dem Demokraten auf, gegen solche Herrschaften wie Herrn Müller, Frau Merkel et al alles in Stellung zu bringen, was er hat, um Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ein kapitalistisches Wirtschaftssystem vor der Willkür selbsternannter Volkspädagogen und „Weltenretter“ in Sicherheit zu bringen. Generalstreik wäre ein probates Mittel. Entzug sämtlicher Geldmittel. Sich nicht länger mehr fiskalisch in den Status eines Arbeitssklaven abdrängen lassen. Schluß mit dem impertinenten und permanenten Terror von Gesinnungsethikern! Daß der deutsche Michel das bisher unterläßt, ist seinem eigenen Materialismus geschuldet – nicht dem Kapitalismus – und an genau diesem, seinem eigenen Materialismus, läßt sich der deutsche „Meinungsinaber“ von solchen Gestalten wie ein Hornochse am Nasenring durch die Manege führen. Nicht der Kapitalismus „muß“ aufhören (Müller), sondern der Arroganz von völlig abgehobenen „Volksvertretern“ muß endlich ein Ende gesetzt werden.

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