Breaking News: Der liebe Gott ist ein Impfstoff

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Der liebe Gott ist ein Impfstoff - Foto: Imago

Je größer die Angst vor dem Tod in einer atheistischen Gesellschaft aufgeklärter Ungläubiger -, je größer die Furcht vor dem Nichts nach dem eigenen Ableben, desto bunter die Fahrradhelmchen und desto infantiler die Tricks, die man sich einfallen läßt, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Wie frei in seinen Entscheidungen, entgrenzt von der Limitiertheit seiner irdischen Existenz – und wie todbringend agiert hingegen der tiefreligiöse, islamische Selbstmordattentäter. Wenn er sich in einer Menge Ungläubiger in die Luft sprengt, „überlebt“ vielleicht das bunte Fahrradhelmchen. Der Ungläubige ist ausradiert und der Islamist vergnügt sich für den Rest aller Zeiten mit 72 Jungfrauen in der eigenen Unsterblichkeit. Ohne ewiges Leben hat man schon auf Erden die Arschkarte gezogen. Es regiert einen die Angst vor der eigenen Inexistenz. Man braucht andere Götter.

von Max Erdinger

Das Schöne am Glauben, an ein jüngstes Gericht, an die Existenz von Himmel und Hölle ist, daß er Gelassenheit ins Leben bringt. Nur ein Gedanke noch dazu: Wer glaubt, daß es eine endgültige Gerechtigkeit und einen endgültigen Richter im Außerirdischen gibt, der ist nicht versucht, sprichwörtlich „auf Teufel komm´ raus“ das Reich der Gerechten schon auf Erden errichten zu wollen. Mit anderen Worten: Er ist immun gegen kommunistische Hirnfürze. Ob er dabei wirklich glaubt, ist nicht das Entscheidende. Mehr, als in einer Kultur sozialisiert zu werden, in der alles von der Unterstellung der Existenz jenes endgültigen Richters beeinflußt ist, kann man dem Sinnsucher nicht bieten. Aber das ist immerhin schon etwas. Kultur hat ja auch viel mit der Aneignung allgemeinverbindlicher Denkmuster zu tun. Und so viel steht fest: Derselbe Verstand, der sich die sog. Sinnfragen stellen kann, ist zugleich außerstande, die Antworten darauf zu finden. Das heißt, es gibt da eine Verstandeslücke, die erkannt – und die auch mit einer Kraft zur Lebensbewältigung ausgefüllt werden kann. Sie leer zu lassen, ist vielleicht nicht so sinnvoll, wenn man statt einer ungenutzten Leerstelle auch das haben könnte, was gemeinhin „die Kraft des Glaubens“ genannt wird.

Der uneitle Verstandesmensch müßte eigentlich erkennen können, daß der Verstand, auf den er sich so viel einbildet, seine Grenzen hat – und daß er deshalb die Welt nicht vollumfänglich erfassen kann. Er redet zwar von der Unendlichkeit und von der Ewigkeit, aber was das genau sein soll, dafür fehlt ihm jeder Begriff. Er kennt nur Anfang und Ende. Deswegen ist es der externalisierte Gesetzgeber, Gott also, den er sagen läßt: „Ich bin der Anfang und das Ende.“ Das war schon saumäßig clever, sich einen extraterristischen Gott ins Leben zu holen. Und es ist saumäßig blöd, ihn wieder aus dem Leben herauszuwerfen, weil man plötzlich wissenschaftlich geworden ist. Ha-ha-ha …. gottsdeidank habe ich Humor. Selig sind die Armen im Geiste.

Die Angst

Der aufgeklärte, atheistische Vernunftmensch wird also tun, was er mit seinem Verstand gerade noch regeln kann: Das Sterben verhindern um fast jeden Preis. Und so bemißt sich sein Leben bald nicht mehr nach dem, was es sein könnte, sondern danach, wie lange es dauert. Wenn ihm jemand erzählt, dieser oder jene Umstand sei geeignet, sein Leben unplanmäßig zu verkürzen, dann bekommt er Angst vor dem jeweiligen Umstand. Über diese Angst wiederum läßt er sich wunderbar von außen steuern. Es ist nicht mehr wirklich wichtig, ob er tatsächlich in seiner irdischen Existenz bedroht ist. Glauben muß er, daß er bedroht sei. Das reicht schon, um ihn Zuflucht suchen zu lassen bei denen, die ihm erzählen, er müsse nur das tun, was sie ihn heißen, damit er nicht „vorzeitig“ den Löffel abgeben muß. So entstehen dann seine Götter: Die Ärzte und die Mediziner, Wissenschaft und Forschung. Seine Hoffnung: Sie mögen ihm das ewige Leben auf Erden erfinden. Der vormalige Religiöse wird zum Zivilreligiösen.

Es stimmt einfach nicht, daß jemand, der nicht an Gott glaubt, stattdessen an gar nichts glaubt. Er glaubt nur alles mögliche andere. Als Fachmann für Glaubensfragen sagt meinereiner da nur noch lakonisch: Dumm gelaufen.

Die Viren

Nun ist das Leben des Schlaumeiers von ganz fiesen kleinen Dingern bedroht: Den Viren. Also sucht er Schutz vor ihnen. Hinter einer Schutzmaske zum Beispiel, mit der er die kleinen Fieslinge auszutricksen gedenkt. Aber so eine Schutzmaske ist nicht das Gelbe vom Ei. Deshalb arbeiten seine Götter an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen ein Virus, das als ganz besonders gefährlich gilt. Es führt zu der Lungenkrankheit Covid 19. Und alle, alle Menschen, die während der „Corona-Pandemie“ nicht an Herzinfarkt, Alterschwäche, Autounfall, Grippe, Krebs und Schlaganfall – oder an irgendetwas anderem gestorben sind, gegen das es keinen Impfstoff gibt, sind statistisch an Covid 19 gestorben. Und zwar elendiglich. So elendiglich, daß sogar die Ärzte göttliche Tränen weinen mussten. Die Statistik ist auch eine Wissenschaft.

In der wissenschaftlichen Statistik kann es der Schlaumeier nachlesen: 411 Grippetote nur noch in der Grippesaison 2020. Wahnsinn. Vor zwei Jahren sollen es noch über 25.000 gewesen sein. Herzinfarkte: Minus 40 Prozent. Bei den Schlaganfällen ist es ähnlich. Da kann er mal sehen, wie gefährlich das „Coronavirus“ ist, obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als sei es ein wahrer Muntermacher: Alle Leute, die dieses Jahr nicht an etwas gestorben sind, gegen das es keine Impfung gibt, sind an etwas gestorben, gegen das es eine Impfung geben könnte, wenn sie schon erfunden wäre. Das heißt, daß der Schlaumeier noch ein Weilchen Angst haben muß, bis ihm der weißgöttliche Saft injiziert werden kann, welcher den gräßlichen Tod durch Virus besiegt. Wenn er nicht mehr an Covid 19 stirbt, dann ist er fast schon so gut wie unsterblich, denkt er. Dann könnte er auch den vermaledeiten Mundschutz unter dem Fahrradhelmchen wieder weglassen. Schade, daß man sich gegen tödliche Kopfverletzungen nicht impfen lassen kann. Und Covid 19 S+ wird schon nicht kommen. Oder Covid 20. Oder irgendetwas ganz anderes, dessentwegen man seine Grundrechte abgeben muß, bis es einen göttlichen Impfstoff dagegen gibt. Gegen dauernde Erdbeben, Meteoriteneinschläge am laufenden Band, 20 simultane Vulkanausbrüche, krass ansteigende Meeresspiegel und die Thunbergsche Geisteskrankheit werden die Weißgötter schon auch noch etwas erfinden, das man sich spritzen lassen kann oder das man schlucken muß. Solange schluckt man eben den Verlust seiner Grundrechte. Hauptsache, es hilft gegen das Sterben. Ein Leben in Freiheit ist schließlich nicht alles, aber Sterben ist überhaupt nichts. Was für eine superschlaue Kalkulation. Rrreschpeckt!

Der neue Gott heißt Impfstoff

Weil nun der ins Zivilreligiöse übertragene Gott ebenfalls ein lieber Gott ist, führt er natürlich auch nichts Verwerfliches im Schilde, das ist doch völlig klar. Der Onkel Doktor ist ganz ein lieber Gott. Und die Volksvertreter sind die Frömmsten von allen jemals und für alle Zukunft. Deswegen hören sie ja auch auf das, was ihnen der liebe Weißgott sagt. Daß die Volksvertreter oder die Finanziers der weißgöttlichen Betätigung dem lieben Weißgott hinter vorgehaltener Hand vorher gesteckt haben könnten, was sie am liebsten von ihm hören würden, und daß es sein Schaden nicht sein soll, wenn er ein bißchen zum Drama rät? – Völlig ausgeschlossen. Dann wären sie schließlich gar keine Lieben mehr und der ganze Glauben wäre schwer erschüttert. Da hätte er ja eine ganz falsche Meinung gehabt und sein zivilreligiöser Glauben an den Wert derselbigen wäre ganz erschüttert. Wo seine total wichtige Meinung doch eine für die Demokratie so unerläßliche Voraussetzung ist.

Und so kann er sein Glück im Unglück kaum fassen, der Schlaumeier, daß die Weißgötter so einen hochanständigen Lieferanten für den weißgöttlichen Saft der vorläufigen Unsterblichkeit haben: Den lieben Onkel Bill aus Amerika, der schon Microsoft erfunden hat, eine Software, die sogar mit Virenbefall noch einigermaßen funktioniert, so lange die Virenlast nicht zu groß ist. Bestimmt ist es nur ein Zufall, daß der liebe Impfsaftproduzent mit seiner leistungsfähigen Pharmaindustrie zugleich auch der ist, der die Weißgötter gütig mit seinen Gaben bedenkt, weil er so reich ist und nicht weiß, wohin mit seinem ganzen Geld. Alle, alle lieben „die Menschen“ will der liebe Onkel Bill aus Amerika mit dem weißgöttlichen Saft impfen lassen vor lauter Menschenfreundlichkeit. Ein Hundsfott, wer ihm schnöde Raffgier vorwirft, dem philanthropischen Onkel Bill, wo er doch allen, die auch nur im Entfertesten etwas mit Impfungen zu tun haben, so selbstlos mit seinem eigenen Geld unter die schwachen Arme greift! Ob der liebe Onkel Bill wohl mal den Computer impfen könnte gegen ein bestimmtes Virus? Dann wäre eines schon mal unschädlich gemacht. Fehlen bloß noch alle anderen. Tja, der Glaube versetzt wahrhaft ganze Berge. Die gläubige Inbrunst der Zivilreligiösen steht derjenigen der Flagellanten aus dem 13. und dem 14. Jahrhundert in nichts nach.

Impfpflicht: Das Grundgesetz ist lästig

Ein gänzlich unreligiöses Grundgesetz ist in Glaubensfragen einfach lästig. „Ein jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“, steht da. Und über seinen Körper darf man auch noch selbst bestimmen. Das ist ja wie Häresie. Was meinen diese ungläubigen Grundgesetzler? Ein jeder Einzelne hat das Recht? Das funktioniert doch nicht in einer Gemeinschaft der Gläubigen, daß da jeder sein persönliches Recht hat! Da muß man einfach seinen unglaublich perfekten Verstand einschalten, und schon hat man die Lösung des Problems: Alles Interpretationssache! Wir definieren das Recht jedes Einzelnen einfach um in eine kollektive Pflicht für alle! Alle haben die Pflicht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, weil anders das Recht des Einzelnen nicht zu sichern ist. Wie? Es wäre sein Recht und deshalb müsste er es auch selber wahrnehmen, meint hier ein besonders renitenter Glaubensabtrünniger unter den Lesern, anstatt es sich durch die Pflicht der anderen einfach servieren zu lassen? Die Geschichte kennt Beispiele von Ketzern, die schon für weniger auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sind. Hüte er seine Zunge, auf daß er nicht gewodargt, ioannidisiert, geköhnlechnert oder schiffmannisiert werde, nachdem er auf der Streeckbank gefoltert wurde. Sonst hätte nämlich nur noch der Weißgeistliche ein drostliches Wort für ihn übrig.

Ungeachtet dessen: Wenn es einen Impfstoff gegen absolute Blödheit gäbe, dann wäre auch mir das Grundgesetz egal, und ich wäre ein militanter Impfpflichtbefürworter. Das muß ich leider zugeben in aller Bescheidenheit, die einem die Selbsterkenntnis in Demut auferlegt. Fahrradhelmchen auf zum Gebet!

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