Sieht so Barmherzigkeit aus? Mutter darf sterbenden Sohn wegen Corona-Regeln nicht mehr sehen

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Allein beim Sterben (Symbolbild: shutterstock.com/Von Photographee.eu)

NRW/Hamm – Wenige Stunden vor seinem Tod bittet und bettelt eine Mutter, ihr – nicht an Covid-19 erkranktes, im Sterben liegendes Kind im Krankenhaus besuchen zu dürfen. Dies wird der Mutter vom behandelnden Arzt der St. Barbara-Klinik mit dem Hinweis auf Corona verwehrt. Zwei Stunden später ist ihr Sohn tot. Das Motto der St. Barbara Klinik in Hamm: „Menschlich und modern – einfach Franziskus“.

Ihr 49-jähriger Sohn Thomas war am Sharp-Syndrom erkrankt, auch bekannt unter der Bezeichnung Mischkollagenose. Laut Aussage seiner Mutter, Marianne Jansen, litt ihr Sohn heftig unter den Krankheitsschüben, habe jedoch so gut es ging gelebt und bis zuletzt bei einem Versandhändler gearbeitet. Zu Beginn dieses Jahres erleidet Thomas eine Blutvergiftung und Lungenentzündung und wird zur Behandlung in die St. Barbara-Klinik in Hamm-Heesen gebracht. Die ersten Tag durfte er noch Besuch erhalten, so die 67-jährige Mutter. Dann wurde, aufgrund von Corona Besuchsverbot erteilt. Ab dann konnte Marianne Jansen ihren Sohn nur noch am Telefon sprechen – letztmalig am 6. April.

Die Mutter schildert laut dem Westfälischen Anzeiger ihr letztes Gespräch mit ihrem Sohn wie folgt: „Ich habe ihn gefragt, was er habe, doch er konnte nicht richtig sprechen. Da wusste ich, es ist schlimm. Ich habe gedacht, dass er stirbt.“ Nach dem Telefonat mit ihrem Sohn will sie sofort ins Krankenhaus. Bei ihm sein. Sie telefoniert mit den zuständigen Ärzten. „Doktor, ich möchte sofort zu meinem Sohn“, flehte sie am Telefon die Ärzte an. Doch die lehnen ihren Wunsch mit Hinweis auf Corona ab. Mariannes Sohn Thomas war jedoch gar nicht an Corona erkrankt und lag auf der normalen Krankenstation. Trotzdem: Eine Ausnahme könne man nicht machen, so die unbarmherzige Antwort. Zwei Stunden später ist Marianne Jansens Sohn tot.

Laut einer Sprecherin der St. Barbara-Klinik würden in der aktuellen Krise Ausnahmen vom Besuchsverbot gemacht – wenn klar ist, dass Patienten sterben, die nicht an Covid-19 leiden, berichtet die Zeitung. Wieso, so die Frage, ist es im Fall von Thomas Dragunski nicht passiert ist? Er war nachweislich nicht an Corona erkrankt. Die Barbara-Klinik nimmt keine Stellung zu dem Fall. Sie sei auch über den Tod hinaus an die ärztliche Schweigepflicht gebunden, so eine Kliniksprecherin die lediglich bestätigt, dass die Ärzte mit Marianne Jansen gesprochen haben. Die aktuelle Situation verlange allen viel ab, heißt es weiter.

„Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass er allein gestorben ist“, so die Witwe und Mutter von vier Kindern. „Ich will die Klinik gar nicht angreifen, das bringt mir meinen Sohn nicht zurück“, teilt Marianne Jansen weiter mit. „Aber ich will, dass die Leute wissen, dass sie so nicht mit Patienten umgehen können. Wo bleibt denn da die Menschlichkeit?“ Niemand könne ihr den Schmerz darüber nehmen, dass sie sich von ihrem Sohn nicht verabschieden durfte. „Das soll keiner anderen Mutter passieren.“

Das St. Barbara-Krankenhaus in Hamm gehört übrigens einer Stiftung des Franziskus-Ordens, deren Ordensgründer einst schrieb: „So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: Denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen.“

Diesem Leitsatz scheint man sich im Barbara-Krankenhaus nicht mehr verpflichtet zu fühlen. Interessant an dieser Stelle ebenfalls: Der Metropolit der zuständigen Kirchenprovinz ist der Gütigste aller Gütigen, Kardinal Rainer Maria Woelki. Aber dessen Herz schlägt offensichtlich nicht für biodeutsche Mütter, deren Kinder in von ihm verantworteten Einrichtugnen allein versterben müssen, sondern für seine sakrosankten „Flüchtlinge“. (SB)

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