Inschallah: Krefelder FDP fordert dauerhafte Muezzin-Rufe

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Muezzin beim Gebetsruf (Foto:Imago/Pixsell)

Krefeld – Seit der „Affäre“ um die Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD haftet den Freien Liberalen der Pesthauch des „Nazi-Steigbügelhaltertums“ an; nicht selten wurden sie seitdem selbst in die Nähe des Rechtspopulismus gerückt. Seitdem versucht die Partei verzweifelt, diesem Image nicht nur entgegenzuwirken, sondern es durch Überkompensation geradezu in sein Gegenteil zu wenden.

Nicht genug damit, dass Parteichef Christian Lindner reumütig Buße tat: Um größtmögliche Distanz zur AfD zu demonstrieren, lässt die Partei inzwischen keine Gelegenheit aus, sich von jedem Anruch „rassistischer“ oder islamkritischer Gesinnung reinzuwaschen. Als Ergebnis davon versuchen Teile der Partei nun offenbar, sich bei Deutschlands Muslimen anzubiedern.

In Krefeld arbeiten die örtlichen Liberalen laut „Rheinischer Post“ (RP) auf eine „Gleichsetzung von Muezzinruf und Glockenläuten“ hin. Wie in vielen deutschen Städten sind in der nordrhein-westfälischen Stadt zur Zeit öffentliche muslimische Gebetsrufe wegen Corona ausnahmsweise zugelassen. Im Stadtrat will die FDP-Fraktion nun dafür sorgen, dass aus den Muezzin-Rufen eine dauerhafte Institution wird – und so echt arabisches Flair am Niederrhein einkehrt.

Gleichsetzung mit Glockengeläut

Aus diesem Grund fragten die Liberalen bei der Stadtverwaltung an, „auf welcher Rechtsgrundlage“ der muslimische Gebetsruf nur so lange genehmigt wird, wie Moscheen, Kirchen und Synagoge geschlossen sind. Laut RP wollen sie damit offenbar erreichen, dass der Muezzin-Ruf dem Läuten von Kirchenglocken gleichgesetzt und dauerhaft genehmigt wird.

Scheinheilig und islamophil erklärt der Krefelder Fraktionsvorsitzende, für den muslimischen Gebetsruf könnten „sowohl aus immissionsrechtlicher wie aus Sicht der Religionsfreiheit“ keine anderen Maßstäbe gelten als für christliches Glockengeläut. „Deshalb hinterfragen wir die Befristung der Genehmigung für Gebetsrufe“, so die Liberalen.

In der Bundesrepublik hatten in den letzten Wochen etliche Kommunen den Muezzin-Ruf genehmigt – allerdings aus gutem Grund nur für die Dauer des Corona-bedingten Shutdowns, von dem auch Gotteshäuser betroffen sind. In mehrheitlich nichtmuslimischen Ländern (und noch kann Deutschland zu diesen gezählt werden, auch wenn die Politik fast überall eifrig an der Islamisierung arbeitet) macht der Gebetsruf mit dem expliziten Allmachtsanspruch Allahs nicht nur keinen Sinn, sondern ist eine Provokation und Zumutung für Vertreter anderer Religionen.

Islamischer Allmachtsanspruch

Dass die monotonen Gesänge per Lautsprecherverstärkung dennoch in vielen deutschen Städten erschallen, war gedacht als „Zeichen der Solidarität mit den Gläubigen“, die nicht mehr gemeinsam ihren Glauben pflegen können, schreibt die Zeitung. Anscheinend genügt dies linken Multikulturalisten nicht mehr: So wie immer protzigere Moscheen vom neuen islamischen Selbstbewusstsein künden, soll auch der Minarettruf zur neuen Normalität werden.

In Deutschland sind es vor allem die Vertreter des Einheitsblocks aus SPD, Grünen und Linken, die diesen Kulturkampf mit allen Mitteln zugunsten der Muslime entscheiden wollen. Neu ist, dass die FDP sich ihnen anschließt – und damit ebenfalls munter am Stamm der kulturellen Identität dieses Landes sägt, die sie bisher selbst in der Integrationsdebatte stets beschwor.

Glaubwürdig ist diese Taktik nicht, im Gegenteil: Vielmehr verstärkt sich so der Eindruck von Rückgratlosigkeit und opportunistischer Wendehals-Mentalität. Die Quittung erhielt die FDP in den seitherigen Meinungsumfragen, wo sie gerade so bei der 5-Prozent-Hürde oder sogar darunter dümpelt. Anscheinend ist manchen in der Partei auch dieser Wert noch zu hoch: Noch vor Deutschland schaffen sich offenbar die Liberalen ab. (DM)