Söders Corona-Erpressung: Lockdown-Ende erst gegen Impfzwang?

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Die rechte und die linke Hand des Teufels? (Foto: Imago)

München / Stuttgart – Liegt hier das eigentliche Ziel der politischen Corona-Hardliner – in der flächendeckenden Durchimpfung bei Verfügbarkeit eines entsprechenden Impfstoffs? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sich gestern mit verdächtiger Verve für eine deutschlandweite Impfpflicht gegen das Coronavirus aus.

„Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, sagte Söder gestern laut „Welt“ nach einem Treffen mit Baden-Württembergs grünem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in Ulm. Grundsätzlich ist hierzu anzumerken, dass natürlich – wenn die Wirksamkeit eines verfügbaren Vakzins gewährleistet sein sollte – eine möglichst breite Durchimpfung der Bevölkerung zum Schutz vor allem der Risikogruppen wünschenswert wäre.

Auffallend an den Äußerungen des CSU-Landesherrn ist jedoch, dass er nicht auf Freiwilligkeit, sondern gesetzlichen Zwang setzt – und, mehr noch, dass das alleinige Heil, der einzige Ausweg aus der Krise inzwischen ausschließlich in der Verfügbarkeit eines Impfstoffs gesehen wird – und nicht mehr in einem Medikament, das möglicherweise viel schneller realisierbar wäre. Die aktuellen Forschungsergebnisse und Praxistests mit dem ursprünglichen Ebola-Medikament Remdesivir waren bekanntlich mehr als vielversprechend im Einsatz gegen Covid-19; sollte sich hierdurch – oder durch ein anderes Präparat – die Mortalität so signifikant senken lassen, dass eine Breiteninfektion der Bevölkerung (mit anschließender Herdenimmunität) durch Aufhebung des Shutdowns vertretbar wird, bräuchte es den Impfstoff gar nicht.

Wieso keine Hoffnung auf Medikamente?

Das Festhalten an dieser einen Strategie als Allheilmittel ist Wasser nicht nur auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern, sondern auch von besorgten Kritikern, die hier handfeste wirtschaftliche (und somit auch politische) Interessen der Pharmaindustrie vermuten, die mit Patenten auf künftige Impfstoffe weltweit Hunderte Milliarden Euro verdienen könnten – verbindlicher Absatz in etlichen Staaten durch gesetzliche Durchimpfung der kompletten Bevölkerung vorausgesetzt.

Liegt hier womöglich auch der der Grund, dass Söder und Kretschmann – der ähnlich einseitig auf eine baldmögliche Zwangsimpfung als einzigen Ausweg aus der Pandemie spekuliert – bisher jedem weitergehenden Bemühen um Rückkehr zur Normalität eine Absage erteilen? Die Lockerungen, die andere Bundesländer zum jetzigen Zeitpunkt diskutierten oder gar bereits durchführten, kämen für Bayern und Baden-Württemberg, so erklärten die Ministerpräsidenten, jedenfalls „nicht in Frage“. Laut „Welt“ bezeichnete Söder sich und den Grünen hierbei als „Gemeinschaft der Umsichtigen“. Leichtsinn sei „ein schlechter Berater in dieser Situation“. (DM)

Übrigens: Eine Impfung würde rund 20 Euro kosten (freundlich gerechnet). Bei 80 Millionen Menschen, die sich dann impfen lassen müssen, wären das dann 1, 6 Milliarden Euro, die gewissen Leuten in die Taschen gesteckt werden und die dann „Danke, Herr Söder“ sagen dürfen.

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