Indizien häufen sich: Außenseiter Schweden auf Corona-Erfolgskurs

0

Niemand kann vorher wissen, was sich nachher als Königsweg im Umgang mit einem hochinfektiösen, sich global ausbreitenden Virus erweisen wird. Später sind wir alle schlauer; trotzdem spricht vieles dafür, dass ausgerechnet Schweden, das als einziges Land einen kompletten Sonderweg in der Pandemie einschlug, auf dem richtigen Kurs war.

Die übrigen Länder hätten sich, darauf deuten zumindest aktuelle Prognosen hin, mit ihren Shutdown-Maßnahmen nur geringfügige Effekte erkauft – allerdings um den Preis einer in der jüngeren Geschichte beispiellosen ökonomischen Selbstverbrennung, mit noch nicht absehbaren Folgen für die künftige Leistungsfähigkeit der vielgepriesenen Sozial- und Gesundheitssysteme. In Schweden dagegen, wo von vornherein auf ein „Durchlaufen“ des Virus zum Erreichen einer Herdenimmunität der Bevölkerung gesetzt wurde, blieb das öffentliche Leben intakt und die Volkswirtschaft weitgehend unbeschädigt.

Kritiker verwiesen auf hohe Mortalitätszahlen – diese lagen jedoch auch in Schweden weit unter den Raten von Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien. Inzwischen, schreibt „Bild“, stabilisiert sich die Zahl von Neuinfizierten und der Verstorbenen. Der prognostizierte Kollaps des Gesundheitssystems blieb ebenfalls aus. Die Zeitung zitiert den schwedische Epidemiologen und Regierungsberater Johan Giesecke, der kritisiert, dass sich „Politiker in ganz Europa ein Rennen geliefert haben, wer härter und schneller durchgreift“.

Deutschland „nicht nachhaltig“

Tatsächlich gäbe es „keinen wissenschaftlichen Beleg“, dass Lockdowns irgendeinen Effekt haben. Dies würde mit den Statistiken zur Reproduktionszahl in Deutschland korrelieren, die bereits vor Verkündung der Beschränkungen am 16. März auf 1 gefallen war. Entscheidender für die Eindämmung des Infektionsgeschehens waren demnach die Aufforderungen zum Abstandhalten, Handhygiene und Verbot von Großveranstaltungen – nicht jedoch die komplette Stillegung des öffentlichen Lebens.

Genau dies bestätigt auch Giesecke: Weder Gesetze noch Polizei seien notwendig zur Eindämmung. Die Menschen seien „nicht dumm“. Auch in Stockholm, schreibt „Bild„, gingen die Menschen „nicht feiern, sind die Restaurants nicht brechend voll“. Nach einem Jahr werde man Genaueres wissen, doch er sei überzeugt, dass der schwedische Weg funktioniere – während die deutsche Strategie (sofern es eine solche überhaupt gibt) „nicht nachhaltig“ sei – denn einen Lockdown sei nicht unendlich aufrechtzuerhalten, was anschließend doch wieder zum Neuanstieg der Infektionen führe und somit den nächsten Lockdown erzwinge. Durch diesen Teufelskreis sei nichts gewonnen, außer dass sich die Krise immer weiter verstärkt. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram