Perversion EEG-Umlage: Je billiger das Rohöl, desto mehr blechen deutsche Stromverbraucher

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(Symbolbild:Imago/Ohde)

Als wären die wirtschaftlichen Konsequenzen des Corona-Horror nicht schon schlimm genug, dürfen die Deutschen 2020 auch noch die Zeche einer verbraucherfeindlichen, ideologischen Energiepolitik zahlen: Zusätzliche Mehrbelastungen blühen dieses Jahr Millionen Haushalten und Unternehmer durch die planwirtschaftliche EEG-Umlage. Die steigt umso stärker, als der Großhandelsstrompreis sinkt – und angesichts der sogar ins Negative gerutschten Rohölpreise weiter sinken wird.

Grund ist die bizarre deutsche Ökostromförderung, die den Betreibern erneuerbarer Energien – Solar, Biomasse und Windkraft – feste Einnahmen garantiert, die gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf die Verbraucher umgelegt werden. Nicht das Prinzip von Angebot und Nachfrage, sondern sozialistischer Preisdirigismus bestimmt somit letztlich über die Stromkosten. Da weltweit der meiste Strom fossil erzeugt wird eine – durch die globale Pandemie bedingte – historisch niedrige Nachfrage nach Öl als Hauptenergieträger besteht, würde der Strompreis normalerweise in den Keller sinken – analog zu den Spritpreisen an der Tankstelle, die trotz des Löwenanteils für Mineralölsteuer auf dem Tiefpunkt des Jahrtausends sind (gestern kostete der Liter Benzin noch 1,16 Euro). Doch die Strompreise werden im Gegenteil noch steigen – eben weil die schwindenden Erträge der „grünen“ Stromerzeuger durch eine umso höhere EEG-Umlage ausgeglichen werden müssen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete unter Berufung auf den genossenschaftlichen Dienstleister zur Energie-Optimierung „Enplify“ (der schon im Februar für eine Senkung plädierte), dass die jährlich festgelegte EEG-Umlage im hypothetisch günstigstem Fall auf dem gegenwärtigen Stand von 6,8 Cent je Kilowattstunde bleiben würde. Sollte der Strom für Großabnehmer jedoch noch über eine längere Zeitstrecke so günstig bleiben oder weiter sinken, würde die Umlage „im schlimmsten Fall sogar um 20 Prozent auf 8,3 Cent steigen“. Damit nicht genug: Geplante Entlastungen der EEG-Umlage infolge der „Klimasteuer“ für CO2 sind hier bereits eingerechnet. „Tichy’s Einblick“ (TE) kommentiert: „Wenn die CO2-Steuer nun wegen Corona doch nicht kommt, wird der Verbraucher also beim Strom dafür umso mehr zur Kasse gebeten werden.“ 

Expertenprognosen lagen krachend daneben
Wie schief gewickelt die Öko-Apostel der Energiewende in ihren wolkigen Prognosen lagen, zeigt sich am von TE angeführten Beispiel der „politischen Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Marketing und Politikbeeinflussung“ Claudia Kemfert, die als Chefideologien des energiewirtschaftlichen Totalumbaus Deutschland gilt. 2008 prophezeite sie einen Preis von 200 Dollar pro Barrel Rohöl „in zehn Jahren“, weshalb erneuerbare Energie dereinst konkurrenzlos und unschlagbar preisgünstig gegenüber fossilen Trägern sein werde. Tatsächlich lag der Preis zum prognostizierten Zeitpunkt, schon vor Corona, bei günstigen 50-60 Dollar pro Barrel. Fulminanter könnte vermeintlicher „Sachverstand“ gar nicht entzaubert werden.
Als einzige Konsequenz aus dieser fatalen Fehleinschätzung der Marktentwicklung – und zwar schon vor der Corona-Rezession – bleibt nun die unbedingte Aufhebung oder zumindest temporäre Aussetzung der EEG-Umlage. Abgesehen davon, dass die wirtschaftlichen Folgen der Krise noch völlig unabsehbar sind und viele deutschen Verbraucher ohnehin an den Rand ihrer Existenz bringen könnte: Den Luxus „klimapolitischer“ Opfer und ideologischer Sonderabgaben kann sich die Politik erst einmal abschminken. (DM)
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