Corona macht’s möglich: IS-Terroristen mit Mundschutz unterwegs

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Könnte sich auch ein IS-Terrorist hinter der Maske verstecken? (Symbolfoto: Von mohamedsha/Shutterstock)

In Spanien ist einer der meist gesuchten IS-Terroristen verhaftet worden. Es soll sich bei ihm um den britisch-ägyptischen Kämpfer Abdel-Majed Abdel Bary handeln. Im Schutz des Corona-Ausnahmezustandes sei es ihm zusammen mit zwei anderen Kämpfern gelungen, aus Nordafrika nach Spanien einzureisen und sich in der Umgebung von Almeria versteckt zu halten.

Der britische „ISIS-Rapper“ wird von den spanischen Behörden als einer der „meist gesuchten Terroristen Europas“ und als „extrem gewalttätig“ beschrieben. Ihm werden eine Reihe von Straftaten innerhalb des IS vorgeworfen.

Abdel Bary sei laut MailOnline zusammen mit zwei anderen Terror-Verdächtigen gestern in den frühen Morgenstunden in einem Gebiet von Almeria namens Cerro de San Cristobal bei einer Razzia festgenommen worden.

Offenbar nutzen sie die Corona-Pandemie, um sich unauffällig zu bewegen. Sie seien nur einzeln und mit Mundschutzes auf den Straßen unterwegs gewesen, um unerkannt zu bleiben.

In der offiziellen Erklärung wurde der Name des festgenommenen Mannes nicht genannt, aber Polizeiquellen und spanische Medien hätten ihn als Abdel Bary identifiziert, berichtet MailOnline.

„Zwei weitere Personen wurden festgenommen und die Behörden arbeiten derzeit daran, ihre Identität und ihre Beziehung untereinander festzustellen“, so die Polizei.

Die Behörden erklärten, sie hätten Informationen darüber gehabt, dass der IS-Kämpfer beabsichtige, über Spanien nach Europa zurückzukehren und sich möglicherweise im Land verstecke.

Komplexe Ermittlungen hätten die Umstände seiner Ankunft an der Küste Almerias sowie seine nachfolgenden Bewegungen und sein Versteck aufdecken können. Die nun Verhafteten hätten dabei sehr vorsichtig agiert und „eiserne Sicherheitsmaßnahmen“ befolgt.

Die IS-Kämpfer hätten laut Polizei ihr Verhalten infolge der Covid-19-Pandemie an den Ausnahmezustand angepasst und nur wenige Ausgänge separat und immer mit Masken durchgeführt, um nicht entdeckt zu werden.

Abdel Bary soll mehrere Jahre in der syrisch-irakischen Konfliktzone verbracht und sowohl sehr eigenartige Persönlichkeitsmerkmale als auch ein extrem gewalttätiges kriminelles Profil besitzen, das die Aufmerksamkeit der europäischen Polizei und der Geheimdienste auf sich gezogen habe.

Abdel Bary, ein britisch-ägyptischer ehemaliger Rapper aus Maida Vale in London, ist der Sohn von Adel Abdel Bari, der in den 1990er Jahren geholfen hat, mehr als 200 Menschen bei islamischen Bombenanschlägen in Afrika zu töten. Der nun festgenommene Abdel Bary wurde in Ägypten geboren, zog aber als Sechsjähriger nach Großbritannien, nachdem sein Vater aus dem Gefängnis entlassen worden war und politisches Asyl erhalten hatte.

Bevor Abdel Bary sich dem IS anschloss und London verließ, war er ein ehrgeiziger Rapper, bekannt als Lyricist Jinn und L Jinny, dessen Tracks auf BBC-Radiosendern gespielt wurden. Freunde beschrieben später, wie er zum Radikalen wurde, nachdem er sich über die Kriege im Irak und in Afghanistan und die britischen Behörden geärgert hatte.

2013 reiste er nach Syrien, um für den IS zu kämpfen. Er gilt als einer der frühesten ausländischen Kämpfer, die sich der islamischen Terrorgruppe anschlossen. Es gäbe Fotos, auf denen er mit dem abgetrennten Kopf eines syrischen Soldaten posiert. 2015 habe er – desillusioniert vom IS – versucht, ein spanisches Zimmermädchen zu heiraten, um wieder nach Europa zu kommen. Doch der Plan wurde von spanischen Behörden vereitelt, die junge Frau noch vor ihrer Ausreise auf dem Flughafen von Madrid verhaftet. Die Spanierin hatte ihre Reise nach Syrien über die Türkei arrangiert und mehrere Online-Vermittler kontaktiert, um einen sicheren Weg ins syrische IS-Territorium zu finden. 2018 wurde sie wegen der Tat zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Die Identität der beiden anderen in Almeria Verhafteten ist noch unklar. (MS)