Corona macht’s möglich: Asyl jetzt per Mail

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Neue "Kinder" braucht das Land (Foto: (Symbolfoto: Durch Spectral-Design/Shutterstock)

Soll noch einer sagen, der Coronavirus würde nur Nachteile bringen. Für einige Bürger lohnt sich die Krise auf jeden Fall.

Nach dem Willen der EU-Kommisson sollen Asylanträge während der Corona-Krise europaweit per E-Mail oder Post gestellt werden können. Die Asylbewerber sollten dann eine Eingangsbestätigung erhalten, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn generell sollen Zufluchtsuchende auch weiterhin “im größtmöglichen Maße” weiter Zugang zu Asylverfahren haben und ihre grundlegenden Rechte gewahrt werden.

Auch dürften Flüchtlinge nur dann in Quarantäne geschickt werden, wenn das für alle Menschen gelte, die aus einem bestimmten Gebiet kommen, damit sich hier auch keiner diskriminiert fühlt.

Gerade wegen der Corona-Krise drängen die Brüsseler Bürokraten darauf, geplante Neuansiedlungen so weit als möglich durchzuführen.

Überaus glücklich zeigt sich Brüssel über die bereis laufende „Umsiedlung“. Die für Samstag erwartete Ankunft der ersten Flüchtlingskinder aus griechischen Lagern in Deutschland zeigt nach den Worten von EU-Migrationskommissarin Ylva Johansson, „dass die europäische Solidarität auch in diesen schwierigen Zeiten des Coronavirus funktioniert“. Sie sei sehr froh darüber, sagte Johansson den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Ein erster Flug mit über 50 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen soll am Sonnabend in Hannover eintreffen.

„Diese Kinder können jetzt ihre Zukunft beginnen. Das ist sehr wichtig“, sagte Johansson. Insgesamt haben sich nach ihren Angaben nun zehn bis elf Staaten bereit erklärt, jeweils einen Teil von insgesamt 1.600 Flüchtlingskindern aufzunehmen.

Den Eindruck, dass sich die Aktion verzögert habe, wies die Kommissarin zurück: „Es gab keine Verzögerung. Wir sind viel schneller als erwartet.“ Am 12. März habe sie in Griechenland den Behörden die Aufnahmebereitschaft von zunächst acht EU-Staaten mitteilen können.

„Es blieb nur ein Monat, um das umzusetzen, um die unbegleiteten Minderjährigen aus dem Lager zu bringen – vorsichtig wegen des Virus -, um sie in ein Zentrum auf dem griechischen Festland zu bringen, sie zu identifizieren, sich mit den beteiligten Organisationen, den Mitgliedstaaten und der Kommission abzustimmen“, sagte die Kommissarin. Man habe die Minderjährigen auch auf Corona testen müssen. Ihr Plan sei es, die Umsiedlung „im Mai oder Juni abzuschließen“, dies hänge aber von der Entwicklung in den Mitgliedstaaten ab.

Johansson drängte zugleich auf weitere Umverteilungsaktionen. Es gebe in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln neben den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen weitere gefährdete Gruppen. Besorgt äußerte sich die Kommissarin über die Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus in den Lagern. „Natürlich bin ich in Sorge“, sagte die Kommissarin. Die Situation in den Lagern führe für viele Menschen zu inakzeptablen Lebensbedingungen – bereits vor der Coronakrise. „Deshalb haben wir große Anstrengungen unternommen, um gemeinsam mit den griechischen Behörden einen Notfallplan aufzustellen. Wir müssen helfen, das Eindringen des Virus in die Lager zu verhindern und gefährdete Gruppen aus dem Lager zu verlegen: Jetzt haben wir mehr als tausend ältere und kranke Menschen in Wohnungen und Hotels umgesiedelt.“ Man stelle medizinische Geräte, Personal und andere Hilfe zur Verfügung. Zum Glück gebe es aber in den Lagern bisher keine Corona-Fälle.

Auf gut Deutsch: Alle, die Erdogan an die griechische Grenze getrieben hat, werden von der EU und damit natürlich überwiegend von Deutschland aufgenommen.

Die Umsiedlung nimmt also trotz, oder besser wegen der Corona-Krise wieder mächtig Fahrt auf.

Der Bundesinnenminister ist natürlich ganz vorne mit dabei: Kurz vor der Aufnahme von rund 50 Kindern und Jugendlichen aus den griechischen Flüchtlingslagern in Deutschland hat Horst Seehofer (CSU) die anderen europäischen Staaten jetzt noch mal aufgerufen, ebenfalls unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in ihre Länder auszufliegen. „Deutschland hält Wort und zeigt Solidarität. Griechenland braucht unsere Unterstützung: beim Schutz der EU-Außengrenze, bei der Verbesserung der Situation in den Flüchtlingslagern vor Ort und beim Schutz der Schwächsten“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“.

Er gehe davon aus, „dass unsere europäischen Partner damit beginnen, ihre Zusagen nun ebenfalls sobald wie möglich umzusetzen“. In der Migrationspolitik gehörten Ordnung und Humanität zusammen, sagte der Innenminister. Am Samstagvormittag wird das Flugzeug mit den jungen Flüchtlingen aus Griechenland Richtung Deutschland starten, berichtet die Zeitung.

Wir haben ja sonst keine Probleme. (Quelle: dts)

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