Krankenhäuser: Wo bleiben die Patienten?

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Krankenhaus (Symbolbild: shutterstock.com/Von Olena Yakobchuk)

Sage und schreibe 150.000 Betten stehen auf den Normalstationen der Krankenhäuser leer. Die Betreiber fordern deshalb eine zügige Rückkehr zum Normalbetrieb um Operationen, die wegen der mutmaßlichen Corona-Pandemie zurückgestellt wurden, durchführen zu können. Neben der fehlenden Sinnhaftigkeit verschobener Operationen gestalten sich die angeordneten Corona-Maßnahmen zu einem Milliardengrab.

„Wir halten es für zwingend erforderlich, dass die Lage in den Krankenhäusern und die Situation der Patienten auf den Wartelisten bei den Entscheidungen der Politik Berücksichtigung findet“, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. „Bei der derzeit stabilen Corona-Lage sind wir in der Lage, den Regelbetrieb im Krankenhaus wieder anlaufen zu lassen.“ Kliniken in Deutschland erwägen aufgrund dieser Situation Kurzarbeit. In vielen Regionen sind jedoch die für die Corona-Patienten aufgebauten Intensiv-Betten weitgehend leer.

Von Bund und Ländern würden daher Aussagen dazu erwartet, drastisch zurückgestellte Behandlungen wieder aufnehmen zu dürfen. Trotzdem könnte auch schnell darauf reagiert werden, falls es wieder deutlich steigende Infektionszahlen mit dem Coronavirus geben sollte. Viele Kliniken meldeten inzwischen Belegungsrückgänge von 30 Prozent und mehr, erläuterte die DKG. Es gebe somit 150 000 freie Klinikbetten und etwa 10 000 freie Intensivplätze, berichtet hierzu kma-Online.

Besorgniserregend sei zudem der Umstand bei Notfällen. „Wir haben aus Kliniken besorgniserregende Rückmeldungen, dass die Einweisungen wegen Verdachts auf Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich zurückgegangen sind“, so Gaß. Das liege nicht daran, dass es weniger Verdachtsfälle gebe – manche Patienten wollten aus Angst vor Corona kein Krankenhaus betreten, um sich behandeln zu lassen. Es gebe aber keinen Grund, notwendige Behandlungen aufzuschieben. Der Infektionsschutz sei gewährleistet. „Jeder, der ein Problem hat, sollte unbedingt auch ein Krankenhaus aufsuchen, so der Aufruf des Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Gaß kritisierte Anfang April die politisch aufgespannten „Rettungschrime für die Krankenhäuser“ und warnte laut einer Pressemitteilung der DKG: „Der gesamte Entwurf ist eine Katastrophe für die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit
diesem Gesetzentwurf laufen wir Gefahr, dass in wenigen Monaten Krankenhäuser in die Insolvenz gehen. Ich bin sicher, dass die Menschen im Land keinerlei Verständnis für diese Art von Politik haben“.

Der Gesetzentwurf- von der DKG massiv kritisiert – welcher der in weiten Teilen unfähige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorlegte, sah vor, dass  Kliniken für nicht notwendige Operationen, die wegen der erwarteter Corona-Fälle verschoben wurden, 560 Euro je ausgefallenem Behandlungstag erhalten – vorher waren es 410 Euro. Zudem sollen die Kliniken für die Verdopplung der Intensivkapazitäten auf mindestens 56.000 Betten jetzt 50.000 anstatt 30.000 Euro erhalten. Angesichts des nun doch nicht eingetretenen Ansturms sah Spahns Novelle eine pauschale Pflegekostenfinanzierung von 185 Euro je Pflegetag vor. Die DKG erreicht zudem, dass Krankenhäuser je Patient  vom 1. April bis zum 30. Juni einmalig 50 Euro zur Beschaffung von Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln und anderem erhalten.

Der Bundeshaushalt wird somit mit mindestens 4,3 Milliarden Euro belastet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen laut der FAZ noch einmal rund 3,5 Milliarden Euro aufbringen. Hinzu kommen die Leistungen der privaten Krankenversicherungen und der Beamtenbeihilfe.

 

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