Jeder zweite Getestete positiv: Flüchtlingsheime als Corona-Zeitbomben

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Insassen der Ellwanger LEA bei einer Demonstration (Foto:Imago/7aktuell)

Stuttgart – In der Ellwanger Flüchtlingsunterkunft wurde jeder zweite Insasse positiv auf Corona getestet. Angesichts der mangelnden Disziplin vieler Insassen, sich an Quarantänemaßnahmen zu halten, wird immer deutlicher: Deutschland leistet sich mitten in der Corona-Krise den Luxus, vollbesetzte Asylzentren zu unterhalten – die als potentielle Infektions-Hotspots zur Gesundheitsgefahr für die umliegende Bevölkerung werden.

Es war bisher ein Novum im „Ländle“: In der Erstaufnahme für Flüchtlinge im baden-württembergischen Ellwangen wurden erstmals sämtliche Bewohner auf Corona getestet. Das Ergebnis überraschte nicht nur Experten: Jeder zweite war positiv – obwohl die wenigsten Getesteten überhaupt Symptome hatten. Das Resultat, schreibt die „FAZ„, lasse vermuten, dass es auch in anderen Unterkünften diverse unentdeckte Infektionen gibt.

Die Zeitung schreibt, dass im Rahmen des vom Gesundheitsamt des Ostalb-Kreises angeordneten Tests folgendes herauskam: Von 580 Flüchtlingen, die größtenteils aus Nigeria, Eritrea, Iran, Afghanistan und dem Irak stammen, waren 259 mit dem Virus infiziert. 22 von 204 Mitarbeiter, die teilweise oder dauerhaft in der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung (LEA) tätig sind, waren ebenfalls infiziert haben. Auch in den anderen LEAs – es gibt sechs in Baden-Württemberg plus die Ankunftsstelle Heidelberg – wurden Infektionen festgestellt, wenn hier auch nur einzelne Verdachtsfälle getestet wurden.

Typisch für viele Flüchtlingsunterkünfte

So wurden in Giengen an der Brenz von 39 untersuchten Flüchtlingen 13 positiv auf das Coronavirus getestet. Wieviele der insgesamt 3.125 in allen LEAs des Bundeslandes untergebrachten Flüchtlinge sonst noch positiv sind, lässt sich nur vage schätzen. Laut „FAZ“ dürfe der Befund aus Ellwangen jedoch „durchaus typisch für viele Flüchtlingsunterkünfte sein“.

Angesichts der Tatsache, dass es bundesweit immer wieder zu Krawallen, Verletzungen von Isolations- und Quarantänemaßnahmen und unerlaubtem Verlassen der Einrichtungen kommt, bergen diese Zahlen erhebliche Risiken, was eine weitere, möglicherweise unkontrollierte Ausbreitung des Virus betrifft. Ständig, zuletzt an Ostern in Schwerin, müssen Polizisten mit erheblichem Personalaufwand riskante Einsätze in Erstaufnahmeeinrichtungen durchführen – mit der stetigen Gefahr, sich zu infizieren, was dann häufig zur Lahmlegung ganzer Mannschaften führt – infolge notwendiger Quarantänemaßnahmen. Es steht somit zu befürchten, dass die Corona-Krise durch die Flüchtlings-Dauerkrise nochmals verschlimmert – oder wenigstens verlängert – wird. Dessen ungeachtet sorgt die Regierung weiterhin für Nachschub an Schutzsuchenden – trotz Ausnahmezustands. (DM)