Eilt: IS-Terrorzelle soll Anschläge mit Gleitschirmen geplant haben

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Foto: Collage (Von Antonio Gravante/Shutterstock)

Düsseldorf – Islamterror in Zeiten der Coronakrise: Die in Nordrhein-Westfalen ausgehobene mutmaßliche IS-Terrorzelle wollte womöglich Gleitschirme verwenden, um Anschläge zu verüben. Die strenggläubige Ehefrau eines Beschuldigten erkundigte sich im vorigen Jahr per Telefon bei einer Flugschule im rheinland-pfälzischen Bitburg nach Gleitschirmkursen, schreibt der „Spiegel“. Nach einer Razzia gegen das Netzwerk nur wenige Tage später erlosch ihr Interesse am Fliegen, ein Kurs wurde nie gebucht.

Beamte des Polizeipräsidiums Düsseldorf nahmen am Mittwoch im Auftrag des Generalbundesanwalts vier Männer aus Tadschikistan fest. Der mutmaßliche Kopf der Bande, der 30-jährige Ravsan B., sitzt schon länger in Untersuchungshaft, nachdem Ermittler bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im vorigen Jahr eine scharfe Waffe gefunden hatten. Insgesamt ermittelt die Bundesanwaltschaft in dem Verfahren mit dem Codenamen „Takim“ gegen sieben Tadschiken wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Zwei der Verdächtigen wurden nach „Spiegel“-Informationen bereits vor Monaten in ihr Heimatland abgeschoben. Ravsan B. soll einer Handyauswertung zufolge mit hochrangigen IS-Funktionären in Syrien und Afghanistan in Kontakt gestanden haben, die B. und seine Mitstreiter zu Anschlägen in Deutschland ermutigten. „So Gott will, in der Gegend, wo ihr euch befindet, macht da den Dschihad“, empfahl der IS-Kommandeur in Syrien den Männern.

Der Rechtsanwalt von Ravsan B. ließ eine „Spiegel“-Anfrage zu den Vorwürfen bis Redaktionsschluss unbeantwortet. (dts)

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