Trotz Kontaktverbots: Immer wieder werden Moscheen gestürmt

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Für Muslime gelten andere Corona-Verordungen (Bild: Screenshot /shutterstock.com)

NRW/Mönchengladbach – In Zeiten von Corona erschallt in immer mehr deutschen Städten der muslimische Gebetsruf. So auch im hoch migrierten Möchengladbach. Das veranlasste die Rechtgläubigen, sich trotz des geltenden Kontaktverbotes am Donnerstag in Scharen vor der Moschee des Diyanet-Vereins zusammenzufinden. Sanktionen aufgrund des Verstoßes werden – anders als bei Biodeutschen – nicht verhängt, teilt die Stadt mit. Es habe sich um ein „Missverständnis“ gehandelt.

In immer mehr deutschen Städten nehmen Muslime die Gunst der Stunde wahr. In Zeiten von Corona soll der islamische Gebetsruf laut und vernehmlich in einem nach wie vor christlich geprägten Deutschland nun auch endlich über die Köpfe von Nichtmuslimen erschallen.

Das muslimsiche Gebetssingsang war sodann auch am vergangenen Donnerstag in Mönchengladbach zu vernehmen. Die „Rechtgläubigen“ nahmen dies zum Anlass, die Corona-Verordnungen samt verhängtem Kontaktverbotes zu missachten und sich in Scharen vor der Moschee des, aus der Türkei gesteuerten Diyanet-Vereins zu versammeln. Wie aus im Internet veröffentlichtem Videomaterial hervorgeht, hielten sich dabei etliche Muslime gemeinsam auf dem Gehweg auf. Die Massenansammlung habe sich beim Eintreffen des Ordnungsamtes aufgelöst, teilt die Stadt gegenüber der RP mit.

Zur Begründung, warum der Verstoß gegen das Kontaktverbot in diesem Fall nicht verfolgt wird, heißt es: Es habe sich um ein Missverständnis der Moschee-Gemeinde gehandelt. Von Seiten der Stadt sei mitgeteilt worden, dass der Gebetsruf des Muezzins wie in anderen Städten ausgeführt werden dürfe. „Alles andere war nicht erlaubt“, teilte eine Stadtsprecherin mit. „Weitere Maßnahmen wurden an diesem Abend deswegen erst einmal nicht ergriffen.“ Sollte es aber erneut zu Ansammlungen kommen, werde auch der Gebetsruf verboten.

Derweilen gelten für den „normalen“ Bürger weitreichende Verbote. So verkündet die Polizei in NRW, was der Bürger darf und was nicht:

Bei Verstoß hagelt es – anscheinend jedoch nur für Nichtmuslime – harte Strafen. Zu den Ordnungswidrigkeiten gehören zum Beispiel Picknicken und Grillen in der Öffentlichkeit. Dafür werden 250 Euro Bußgeld verhängt.

Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit – das war im benannten Fall der muslimsichen Zusammenkunft am Donnerstag der Fall –  muss jede Person 200 Euro Bußgeld bezahlen. Des Weiteren heißt es: Die Sätze gelten für einen Erstverstoß. In besonders schweren Fällen werden sie verdoppelt. Bei Wiederholungsfällen können bis zu 25.000 Euro Bußgeld verhangen werden.

NRWs Innenminister Herbert Reul (CDU) teilt hierzu den Bürgern – hier sind ganz offensichtlich wiederum nur Nichtmuslime gemeint – mit: „Das sind harte Strafen. Aber wer nicht hören will, muss eben zahlen oder wird aus dem Verkehr gezogen. Es geht hier schließlich nicht um eine Kleinigkeit, sondern um die Gesundheit und das Leben von Millionen Menschen. Die Ordnungsämter und die Polizei werden die Maßnahmen mit Augenmaß, aber mit aller notwendigen Härte durchsetzen.“ (SB)

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