Millionen arbeitsfähige „Flüchtlinge“ im Land – aber Engpass bei Erntehelfern?

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Spargelernte-Helfer aus Rumänien bei ihrer Ankunft in Berlin (Foto:Imago/Mang)

Es ist eigentlich kaum rational erklärbar: Obwohl alleine in den letzten fünf Jahren über 2 Millionen „Flüchtlinge“ nach Deutschland kamen – ein Großteil von ihnen junge Männer im arbeitsfähigen Alter – leidet die Landwirtschaft unter dem Corona-bedingten Mangel an Erntehelfern. Zumindest durften nun 40.000 von ihnen aus Rumänien einreisen.

Zunächst werden die eingeflogenen Hilfskräfte dringend bei der Spargelernte benötigt. Die Landwirte sind erleichtert, berichtet die „Tagesschau„, dass der zunächst wegen des Coronavirus verhängte in Einreisestopp für Saisonkräfte gelockert wurden: 40.000 Helfer Erntehelfer dürfen nun im April und Mai jeweils einreisen. Vergangene Woche einigten sich Landwirtschafts- und Innenministerium, dass sie doch kommen dürfen: je 40.000 im April und Mai.

Die betreffenden Betriebe müssen selbst ihren personellen Bedarf anmelden, Flüge und Busse für die Anreise buchen und sich um Unterbringung und Logis der Helfer kümmern. Natürlich müssen die Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen wie und Hygienevorschriften pedantisch eingehalten werden. Der bürokratische Aufwand – auch in der Abstimmung mit den kommunalen Behörden und den Gesundheitsämtern – ist erheblich.

Öffentliche Debatte blieb völlig aus

Da die „Integration der Flüchtlinge am Arbeitsmarkt“ bekanntlich zu den größten Mythen und Flops der jüngeren Geschichte gehört und – je nach Volksgruppe – bis zu 80 Prozent der Asylbewerber von staatlicher Grundsicherung abhängig sind (drei Viertel der in Deutschland lebenden Syrer im erwerbsfähigen Alter beziehen etwa Hartz IV), ist es schlicht nicht nachvollziehbar, wieso diese bereits im Land befindlichen Personen nicht für Erntehilfsarbeiten (die keine besondere Qualifikation erfordern) herangezogen werden.

Gerade während eines Ausnahmezustands wie der Corona-Krise wäre dies eine naheliegende Lösung – und sie würde überdies zu einer wesentlichen Akzeptanzsteigerung der Flüchtlinge in der deutschen Öffentlichkeit beitragen: Tatkräftige Hilfe und Solidarität mit dem Gastland, der nun selbst in Not geratenen aufnehmenden Gesellschaft auf diese Weise etwas zurückzugeben: Zumindest für Geduldete oder anerkannte Asylbewerber sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein. Dass darüber öffentlich-medial nicht einmal nennenswert diskutiert wurde, sagt schon alles über die Fehlsteuerung und Unehrlichkeit der Asyl-/Flüchtlings- und Integrationspolitik aus. (DM)

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