Coronakrise: Kliniken sehen für Ostern keine Engpässe

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Foto: Abstandshinweis vor einem Laden (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Ungeachtet der bundesweit zunehmenden Infektionen mit dem Coronavirus sehen die deutschen Krankenhäuser für das Osterwochenende ausreichend Behandlungskapazitäten. „Mit überfüllten Notaufnahmen aufgrund von Corona-Verdacht rechnen wir nicht“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Er sei „optimistisch“, dass die Versorgung der Covid-19-Patienten „auch über Ostern ohne Engpässe gesichert“ sei.

Die Kapazitäten der Kliniken zur Behandlung von Covid-19-Patienten seien „nach wie vor nicht ausgeschöpft“, so der DKG-Präsident weiter. Bedingung sei aber immer, „dass die Infektionskurve weiterhin niedrig gehalten wird“. Im niedergelassenen wie im stationären Bereich gelte weiterhin, dass Patienten bei einem Corona-Verdacht sich zuerst telefonisch bei Gesundheitsämtern, ihren Hausarztpraxen oder beim Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen meldeten.

„Bislang funktioniert dieses System“, sagte Gaß den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Über 100.000 Corona-Tote weltweit

Die weltweite Zahl der Menschen, die mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, ist seit Freitag sechsstellig. Nach Zählung der international tätigen Nachrichtenagentur „BNO News“ wurden bis Freitagabend rund um den Globus 100.307 Menschen registriert, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind. Weltweit wurde demnach bei 1,66 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen, die Sterberate lag bei rund sechs Prozent.

Für Deutschland verwendet BNO die Zahlen der dts Nachrichtenagentur. Hierzulande war bis Freitag, 19 Uhr, bei 121.473 Menschen die Infektion nachgewiesen. Die Sterberate lag mit 2,2 Prozent deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt, sie steigt aber weiter an.

Die vielzitierte Johns-Hopkins-Universität gibt „BNO News“ als eine von mehreren Quellen an, veröffentlicht die Zahlen aber oft mit etwas Verzug.

Umfrage: Mehrheit hält Ausgangsbeschränkungen in Coronakrise für angemessen

Eine überwiegende Mehrheit der Bundesbürger hält die in der Coronakrise von der Politik verordneten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen angemessen oder sogar noch zu großzügig. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Zurich-Versicherung mit gut 2.000 Teilnehmern, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben) berichten. Demnach sprechen sich 79 Prozent der Befragten klar gegen eine übereilte Lockerung der Sicherheitsauflagen aus.

Dafür, dass die aktuellen Einschränkungen sogar eher noch verstärkt werden soll, ist fast jeder dritte Befragte. Dagegen befürwortet etwa jeder Siebte ein Ende des Lebens auf Distanz. Gespalten sind die Bürger in der Frage, wie lange die Einschränkungen noch dauern sollten.

Knapp die Hälfte würde sie bis zu den Sommerferien hinnehmen. 40 Prozent der Befragten würden einer so langen Zeitspanne nicht zustimmen. In der Krise ist das Vertrauen in Mediziner und Virologen hoch.

Mehr als die Hälfte der Befragten traut den Experten die Bewältigung der Pandemie zu. 14 Prozent der Befragten halten laut YouGov ein „Wirtschaftswunder 2.0“ nach dem Ende der Coronakrise für denkbar. Zudem hoffen zwei Drittel, dass anschließend die Wertschätzung für Berufsgruppen wie Pfleger steigt.

Jeder Dritte hofft auf ein verantwortungsvolleres Konsumverhalten der Verbraucher, jeder Vierte ein höheres Umweltbewusstsein. Doch die Einschränkungen bereiten vielen Menschen auch Sorgen. 36 Prozent sehen der Umfrage zufolge die gravierendsten Probleme in den wirtschaftlichen Folgen. Fast jeder zehnte Befragte hat Angst vor dem Verlust seiner Arbeit. Sechs Prozent sorgen sich vor Kurzarbeit. Eine knappe Mehrheit hält die sozialen Einschränkungen für gravierend. Genannt werden in diesem Zusammenhang Vereinsamung und Angst, fehlende Mobilität oder die Freizeitgestaltung. So hatte der Ärztepräsident zuletzt geraten, auf Urlaubsreisen im Sommer zu verzichten.

Einig sind sich die Bundesbürger auch weitgehend in der Frage, ob bestimmte Produkte wieder in Deutschland hergestellt werden sollten. 68 Prozent plädieren dafür, Produkte wie die Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegepersonal wieder in Deutschland herzustellen. Zwei Drittel sind laut der YouGov-Umfrage, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten, für höhere Investitionen in die technische Ausstattung der Krankenhäuser. Zudem hält mehr als jeder Zweite eine bessere finanzielle Absicherung der Bevölkerung für eine wichtige Lehre aus der Krise.

Städtetag will Stufen-Plan zum Ausstieg aus Corona-Schutzmaßnahmen

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung (SPD), hat an Bundesregierung und Ministerpräsidenten appelliert, sich in der kommenden Woche auf eine einheitliche Strategie zum stufenweisen Ausstieg aus den Corona-Schutzmaßnahmen zu verständigen. „Wir brauchen besonnene bundesweite Schritte“, sagte Jung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Besonnen deshalb, damit man die Pandemie kontrolliert bekämpfen könne.

„Bundesweit deshalb, damit die Regelungen berechenbar und leichter verständlich sind“, so der Städtetagspräsident weiter. Dabei müsse klar sein, dass „auch im Mai, Juni oder Juli“ das Leben nicht wieder so ablaufe wie vor der Krise. „Wir müssen noch auf längere Sicht Geduld haben, um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus weiter gering zu halten. Und wir müssen auch in den kommenden Monaten ganz besonders die Risikogruppen schützen“, sagte Jung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Vonovia rechnet mit Mietausfällen in zweistelliger Millionenhöhe

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia rechnet im Zuge der Coronakrise mit vorläufigen Mietausfällen in zweistelliger Millionenhöhe. Er erwarte „maximal 40 Millionen Euro“ an gestundeten Mieten, sagte der Vonovia-Chef Rolf Buch der „Welt“ (Samstagsausgabe). „Allerdings vorläufig im Ergebnis, nicht insgesamt, weil wir davon ausgehen, die gestundeten Mieten irgendwann nachgezahlt werden, so wie es das Gesetz vorsieht“, so der Manager weiter.

Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni dürfen Vermieter ihren Mietern nicht kündigen, wenn diese ihre Miete wegen krisenbedingter Einnahmeausfälle nicht zahlen können. Das sieht ein kurzfristig geänderte Regel im Mietrecht vor. Ob es finanzschwachen Haushalten tatsächlich gelingt, nach dem Ende des Shutdowns Mietrückstände von mehreren Monaten aufzuholen, sei „schwer zu sagen“, so der Vonovia-Chef weiter.

Er bekräftigte deshalb die Forderung von Immobilienwirtschaft und Deutschem Mieterbund nach einem staatlichen „Sicher-Wohnen-Fonds“, der Mieter und teilweise auch Vermieter finanziell unterstützen solle. „Wir als großes Unternehmen sind finanziell gut ausgestattet, aber bei den Kleinen wird das Liquiditätsproblem einfach verlagert, vom Mieter auf den Vermieter“, sagte Buch der „Welt“. Dann könnten diese „zum Beispiel ihre Handwerkerrechnungen nicht mehr bezahlen, und wir haben einen Dominoeffekt. Wenn am Ende sogar Kredite ausfallen, bekommen wir vielleicht auch noch ein Banken-Problem.“ Anders als etwa der zweitgrößte Wohnungskonzern Deutsche Wohnen, wolle Vonovia aber gestundete Mieten nicht generell erlassen. „Wir haben unseren Mietern zugesichert, dass wir für jeden eine Lösung finden. Und da denken wir über alle Maßnahmen nach“, so der Vonovia-Chef weiter.

Ebenfalls im Gegensatz zu Deutsche Wohnen bleibe er bei der für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagenen Dividende: „Ohne Not einen Dividendenvorschlag zurückzuziehen, würde dem Vertrauen schaden. Wir haben im Moment die Liquidität, die vorgeschlagene Dividende zu leisten. Es gibt keinen Grund den Vorschlag zu ändern, der ja auf dem Ergebnis 2019 basiert“, sagte Buch der „Welt“. Der Manager geht davon aus, dass der Staat wegen der krisenbedingten Neuverschuldung künftig weniger Mittel für sozialen Wohnungsbau aufbringen könnte. In die entstehende Lücke könnten Unternehmen wie Vonovia „mit Zugang zum Kapitalmarkt stärker eingebunden werden“, so Buch. Wenn man die Grundstücke bekomme, könne man „da durchaus eine stärkere Rolle im sozialen Wohnungsbau spielen“, so der Vonovia-Chef.

Corona-Regeln: Länder-Innenminister zufrieden mit Großteil der Bürger

Die Innenministerien der Bundesländer haben sich zufrieden darüber geäußert, dass der größte Teil der deutschen Bevölkerung sich an die Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot in der Coronakrise hält. Das berichtet die „Welt“ (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den 16 Bundesländern. „Die allermeisten Menschen halten sich an die Regeln, das zeigen die Zahlen“, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) der Zeitung.

Seit dem 25. März musste die nordrhein-westfälische-Polizei gegen etwa 15.500 Menschen Maßnahmen ergreifen. „Das ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung des Landes wahrlich nicht viel. Aber ein sonniges Osterwochenende hat natürlich seinen besonderen Reiz. Ich appelliere deshalb an die Menschen, weiterzumachen wie bisher, die Regeln zu befolgen und sich in Geduld zu üben“, so der CDU-Politiker weiter. Je länger dies dauere, „desto lästiger ist das natürlich für die Menschen. Ja, es gibt unschöne Sachen und es gibt Unbelehrbare, die meinen, mit Sicherheitspersonal, Ordnungsbehörden oder auch Polizistinnen und Polizisten streiten zu müssen“, sagte Reul.

Hier greife man „hart durch“. Die Folgen seien „Anzeigen, empfindliche Bußgelder und wenn nötig auch Ingewahrsamnahmen. Die Mehrheit der Menschen begreift, dass das sein muss. Die anderen muss man halt zum Begreifen zwingen“, so der nordrhein-westfälische Innenminister. In Nordrhein-Westfalen habe es seit dem 25. März 4600 Ordnungswidrigkeiten und 260 Strafanzeigen gegeben, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Vergleichsweise hohe Zahlen melde Bayerns Innenministerium: Seit dem 21. März habe die dortige Polizei etwa 490.000 Kontrollen durchgeführt, bei der Überwachung der Ausgangsbeschränkung wurden circa 60.000 Verstöße festgestellt, berichtet die Zeitung weiter. In Baden-Württemberg hätten Beamte 79.000 Personen und 12.100 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei sei es zur Feststellung von 10.595 Verstößen gekommen.

RWI-Chef fordert umgehende Lockerungen in Coronakrise

Der Essener Ökonom und frühere Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat sich für rasche Lockerungen in der Coronakrise ausgesprochen. „In den vergangenen Wochen war das Herunterfahren unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens noch unverzichtbar. Nun sollte umgehend eine Phase der wachsamen Normalisierung aufgenommen werden“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).

Dazu müsse man vor allem auf individuelle Schutzmaßnahmen setzen. Es solle vor allem darum gehen, am Arbeitsplatz und beim Konsum Sicherheitsabstände und Hygienestandards zu gewährleisten. „Bei der Umsetzung sind in erster Linie die Unternehmen gefragt, und ich bin auch davon überzeugt, dass sie in der Lage sind, ihre Produktionsverfahren und die Prozesse ihrer Leistungserbringung rasch darauf auszurichten“, sagte der Präsident des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung.

Die schrittweise Öffnung müsse zwingend durch eine staatlicherseits orchestrierte Strategie des massiven Testens begleitet werden, die noch über Monate durchzuhalten sei. „Dann könnten im Falle von Neuinfektionen umgehend Isolationsmaßnahmen eingeleitet werden, insbesondere auch dann, wenn keine Symptome erkennbar sind.“ Zudem sprach sich der Corona-Berater von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für den freiwilligen Einsatz einer Tracing-App aus.

„Wir werden auch damit leben müssen, dass in den kommenden Monaten an verschiedenen Stellen immer wieder nachgesteuert werden muss.“

 

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