Nach Schutzmasken-Fiasko: Werden jetzt die Medikamente knapp?

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Corona-Intensivpatient aus Italien (Foto:Imago/Stein)
Nach Corona-Schutzausrüstung – vor allem im Bereich Mundschutz- und Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel – blüht auch deutschen Krankenhäusern nun ein weiterer gravierender medizinischer Engpass: Auf den Intensivstationen drohen die Medikamente für schwerkranke Covid-19-Patienten knapp zu werden.
Inzwischen ist das vermeintlich effiziente Krisenmanagement der Bundesregierung gründlich entzaubert; es hapert an allen Ecken und Enden, was die grundlegende Ausrüstung von Kliniken, Arztpraxen sowie Alten- und Pflegeheimen anlangt.  Während inzwischen Schutzmaskenlieferungen – wie gestern in München, wo 8 Millionen Masken aus China ankamen – fast schon wie Staatsakte begangen werden, ist der innereuropäische geschweige denn deutschlandinterne Nachschub an Masken praktisch zum Erliegen gekommen.
Als nächstes zeichnet sich nun ein Mangel an intensivmedizinische Arzneien an: Wie die „Welt“ berichtet, schlägt die EU-Kommission in einem Brief an die Arzneimittelhersteller Alarm, weil den Krankenhäusern „innerhalb der nächsten Tage“ die Medikamente zur Versorgung schwerranker Covid-19-Patienten auszugehen drohen. Dies beträfe vor allem „Beruhigungsmittel, Anästhetika, Medikamente zur Wiederbelebung, Muskelrelaxanzien und Antibiotika“.
Brandbrief der Kommission

Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fordert, so die Zeitung, in dem Schreiben von letzten Freitag fast schon flehentlich mehrere europäische Verbände der Arzneimittelindustrie auf, „als Angelegenheit extremer Dringlichkeit“ ihre Mitgliedsfirmen zu einem Hochfahren der Produktion dieser Medikamente zu bewegen.

Laut dem Schreiben der EU-Kommission fehlen den Kliniken in einigen anderen europäischen Ländern schon jetzt die Mittel für die Behandlung der Intensivpatienten – so vor allem in Spanien, Frankreich, Schweden, Finnland und Österreich; als Folge weichen die die Kliniken bei der Behandlung der Covid-19-Patienten auf derzeit noch verfügbare Ersatzwirkstoffe aus – die allerdings eine teilweise stärkere Wirkweise haben, was für die Patienten gefährlich werden kann und die Qualität der Behandlung spürbar verschlechtern könne – gerade bei älteren Patienten, die besonders von den Corona-bedingten Atemwegserkrankungen betroffen sind. (DM)