Das Lachen von Scholz und Altmaier

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Foto: Imago

Heute sehe ich in der Zeitung ein Bild von zwei mundschutzfrei lachenden deutschen Politikern in strahlender Laune: Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, aufgenommen am gestrigen Coronakrisen-Montag in Berlin.

Von Wolfgang Hübner

Ja, es geht ihnen zurzeit so richtig gut, unseren Politikern: Der Job ist sicher, die Umfragewerte erfreulich, das ewig quengelnde Volk voll unter Kontrolle, die lästige AfD massakriert sich selbst – alles dank des Virus. Der nanokleine Bösewicht hat es nämlich geschafft, das Verhältnis zwischen dem Souverän, also dem wahlberechtigten Volk, und seinen auf Zeit gewählten politischen Vertretern völlig umzukehren:

Nicht die Politiker müssen sich für ihr Tun und Lassen vor dem Souverän rechtfertigen, vielmehr muss sich der Souverän vor den Politikern für sein Tun und Lassen rechtfertigen! Denn nur wenn der Souverän sich gehorsam so verhält, wie das seine Politiker von ihm erwarten, bekommt er wieder etwas Auslauf und vielleicht sogar seine Grundrechte zurück.

Wer hätte sich das in der maroden Berliner Koalition noch vor einem Monat auch nur im wildesten Politikertraum vorstellen können? Scholz gibt generös dreistellige Milliardensummen aus als gäbe es keine Zukunft, in der das irgendwer in Deutschland per Einkommensminderung abstottern müsste.

Und Altmaier strahlt in dem stolzen Gefühl, dass nun die materiellen Existenzen von Millionen Selbständigen und abhängig Beschäftigten völlig angewiesen sind von finanziellen Zuwendungen politischer Machthaber wie ihm. Mal ehrlich: Wie sollen diese beiden so ansehnlichen Männer da nicht bester Laune sein?

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