Chloroquin – Heilsbringer oder Placebo? – auf jeden Fall preisgünstig

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Foto: Von baranq/Shutterstock

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité bleibt beim möglichen Einsatz des Medikaments Chloroquin gegen das Coroana-Virus hart: Er zweifelt die Studie seiner Kollegen in Marseille zur Wirksamkeit des bewährten Malaria-Mittels an und wirft den Medizinern unsauberes Arbeit vor. Mediziner in Frankreich, Italien und den USA sehen das anders. Sie sehen mit dem Einsatz von Chloroquin den „Beginn vom Ende der Pandemie.“ 

Harsche Kritik äußert der virologische „Shooting-Star“ Drosten an einer Studie aus Marseille. In ihr würden „Äpfel mit Birnen“ verglichen, erklärt Drosten, und überhaupt die Nebenwirkungen, die Nebenwirkungen, alles viel zu riskant, so der aus dem Emsland stammende Virologe der nun als Regierungsberater neben Jens Spahn in Pressekonferenzen sitzt und die Nation in einem eigenen Podcast rund um die Uhr auf dem Laufenden hält.

Doch es gibt auch Experten, die durchaus daran glauben, daß das seit 1953 in der Schweiz zugelassenen Malaria-Medikament auch im Falle von Corona erfolgreich eingesetzt werden kann. Er sei sich sicher, mit Chloroquin sei der „Beginn vom Ende der Pandemie“ eingeläutet, so der amerikanische Arzt Stephan Smith gegenüber dem Nachrichtensender Fox News. 72 seiner Covid-19 Patienten hätten das Medikament über einen Zeitraum von mindestens 5 Tagen eingenommen. Keiner von ihnen hätte beatmet werden müssen, so Smith laut FreeWestMedia.

Damit schließt er sich seinem Kollegen Professor Didier Raoult, Leiter des Instituts Méditerranée Infection (IHU) an. Der fordert den Einsatz von Cloroquin: „Warum sollte ich daran gehindert werden, Medikamente zu geben, die die einzigen sind, die hier und jetzt zu wirken scheinen? Wir können dann eine retrospektive Studie durchführen“, erklärte Raoult laut FreeWestMedia gegenüber Le Figaro. Die Ergebnisse würden vorliegen: „Etwa 1.000 Patienten wurden an der IHU Méditerranée behandelt, und nur einer starb.“ Eine zweite Studie an 80 Patienten habe gezeigt, daß ihre Viruslast jedes Mal durch die Verabreichung von Chloroquin verringert wurde, so der Spezialist fest. Laut der klinischen Studie würden 90% der Covid-19-Fälle durch den Einsatz von Hydroxychloroquin und Azithromycin ausheilen, wen sie früh genug positiv gestellt werden. Frühe massive Tests hätten auch in Südkorea, Singapur, Taiwan und Vietnam zur Eindämmung beigetragen. Raoult ist gegen die massiven Ausgangssperren von Gesunden und möglichen Infizierten. Für ihn sei im anachronistischen Sinne „mittelalterlich“. Nur Infizierte sollten seiner Meinung nach unter Quarantäne gestellt werden. Weitere Studien zum Einsatz von Chloroquin bei Corona nannte Raoult „Zeitverschwendung“. Der 68-jährige französischer Mediziner, Mikrobiologe und Infektologe sieht sich mittlerweile dem Fake-News Vorwurf ausgesetzt.

Ein Grund für die massiven Vorwürfe gegen Professor Didier Raoult könnte der niedrige Preis von Chloroquin sein, vermutet denn auch Asia Times Financial. 10 Tabletten würden nur einen Euro kosten, so das Blatt. Und das sei das Problem: Big Pharma, das das französische nationale Institut für Gesundheit und medizinische Forschung INSERM, entscheidend mitfinanziert, würde sich lieber für eine rentablere Lösung entscheiden, vermutet Asia Financial Times.

In Frankreich haben Ärzte in einer in Le Parisien veröffentlichten Petition die Regierung aufgefordert den Einsatz von Chloroquin zu erlauben.

Auch in Italien geht man diesen Weg: Am 17. März 2020 genehmigte die italienische Arzneimittelbehörde unter Berücksichtigung des gesundheitlichen Notfalls die Verschreibung von Hydroxychloroquin durch alle Ärzte, einschließlich der Stadtärzte.

US-Präsident Donald Trump preist Chloroquin bereits als Heilmittel gegen Covid-19 an.

Unterdessen setzt der deutsche Pharmakonzern Bayer auf sein bereits vor Jahrzehnten entwickeltes Malaria-Medikament Resochin: Insgesamt 600.000 Tabletten, die den Wirkstoff Chloroquin enthalten, seien – kostenlos – nach Deutschland geliefert worden, teilte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann laut Manager Magazin mit. Bestehende Medikamente seien die größte Hoffnung, so Baumann.

„Chloroquin ist ein entzündungshemmender, immunmodulierender, antiparasitärer und antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der Malariamittel. Er wird für die Vorbeugung und Behandlung der Malaria, bei einem Lupus erythematodes und bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Juckreiz, Sehstörungen und Schlaflosigkeit. Chloroquin hat eine lange Halbwertszeit. Es ist in hohen Dosen toxisch und kann selten schwere Nebenwirkungen verursachen“, heißt es auf Pharmawiki. (MS)

 

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