Mission „Irini“: Keine Auskunft über Mittelmeer-Migranten-Verteilung

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Foto:Von AlejandroCarnicero/shutterstock

Die neue EU-Marineoperation mit dem Namen „Irini“ will offensichtlich nicht offenlegen, wohin die von ihren Schiffen „Geretteten“ verteilt werden. Es handele sich um „vertrauliche Vereinbarungen“, teilte ein EU-Außenminister Reportern in Brüssel mit.

Wo die Migranten von Bord gehen sollen, falls sie im Zuge der Mission Irini aus dem Mittelmeer gefischt werden, soll die Öffentlichkeit scheinbar nicht erfahren.

„Der Einsatzplan ist ein vertrauliches Dokument, es ist ein klassifiziertes Dokument, daher kann ich nicht näher darauf eingehen“, sagte der nicht näher genannte Außenminister am Mittwoch gegenüber Reportern in Brüssel, berichtet euobserver.com.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben in diesem Jahr bislang rund 15.500 Menschen das Mittelmeer überquert, um die EU zu erreichen. Bis zum 18. März waren es 14.854, 299 von ihnen bezahlen den Versuch mit ihrem Leben.

Hauptziel der Operation „Irini“ sei die Durchsetzung des Waffenembargos der Vereinten Nationen gegen Libyen, heißt es. Die Botschafter der 27 EU-Staaten einigten sich vor wenigen Tagen in Brüssel,  das Embargo aus der Luft, per Satellit und auf dem Mittelmeer zu überwachen. Streitpunkt bleib bis zum Schluß die Verteilung der auf See aufgenommenen Migranten. Besonders Österreich und Ungarn befürchten, dass ein solcher Einsatz wieder mehr Europa-Reisende anlocken könnte, wenn sie davon ausgehen können, „gerettet“ und nach Europa gefahren zu werden. Nun sollen die Schiffe nicht im zentralen Mittelmeer, sondern weiter östlich, abseits der klassischen „Fluchtrouten“ eingesetzt werden, um keinen „Anreiz“ zu schaffen.

Bisher gebe es noch kein Datum, wann die „Irina“-Flotte in See sticht, so euobserver.com. (MS)