Ganz normal: Merkel „profitiert“ von der Coronakrise, AfD stürzt ab

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Foto: Imago

Die alte Binsenwahrheit, dass in Krisenzeiten die verängstigten Bürger zur Mitte streben und sich an diejenigen klammern, die „zufällig“ gerade an der Macht sind, gilt auch heute, in einer Zeit, in der sich die Medien mit den täglichen Horrormeldungen gegenseitig übertrumpfen müssen. Das Gedächtnis der Wähler scheint wie immer nur kurz zu funktionieren, wenn überhaupt, denn die Fehler, die die Regierung insbesondere im Vorfeld dieser Coronakrise gemacht hat, scheinen bereits vergessen zu sein.

Die Deutschen waren laut aktueller Infratest-Umfrage mit ihrer Bundesregierung noch nie so einverstanden wie im Moment. 63 Prozent sind mit der Arbeit der Koalition aus SPD und Union sehr zufrieden bzw. zufrieden – 28 Prozentpunkte mehr als noch im Vormonat. Während im März die Befragten mehrheitlich weniger bzw. gar nicht zufrieden mit dem Kabinett waren (65 Prozent), sind es aktuell 36 Prozent (-29 Prozentpunkte), so die Umfrage für den „ARD-Deutschlandtrend“, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Auch die Zufriedenheit mit dem aktuellen Krisenmanagement der Bundesregierung bezüglich des Corona-Ausbruchs ist mit 72 Prozent weiterhin hoch. 22 Prozent sind sehr zufrieden (+4 im Vgl. zur Vorwoche), 50 Prozent zufrieden (-7). 19 Prozent der Bundesbürger sind mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung weniger zufrieden (+1), 8 Prozent gar nicht zufrieden (+3).

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann aktuell den höchsten Zufriedenheitswert mit ihrer Arbeit in dieser Legislaturperiode verzeichnen – 64 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit momentan sehr zufrieden bzw. zufrieden (+11 im Vgl. zum Vormonat). 34 Prozent sind mit ihrer Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der Arbeit von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind derzeit 63 Prozent der Befragten sehr zufrieden bzw. zufrieden (+17 Punkte im Vgl. zum Vormonat) und 22 Prozent weniger bzw. gar nicht zufrieden.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) legt im Vergleich zum März um 9 Prozentpunkte zu und kommt auf einen Zufriedenheitswert von 60 Prozent. 29 Prozent sind mit seiner Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der Arbeit des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) sind derzeit 58 Prozent der Deutschen sehr zufrieden bzw. zufrieden.

Das sind 16 Prozentpunkte mehr als im August 2019, als sein Wert zuletzt abgefragt wurde. 26 Prozent sind mit seiner Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Auch mit der Arbeit von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sind 51 Prozent der Deutschen sehr zufrieden bzw. zufrieden. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als im Januar. Innenminister Horst Seehofer (CSU) verbessert sich im Vergleich zum Vormonat um 4 Prozentpunkte und landet bei 47 Prozent Zufriedenheit. Mit der Arbeit von FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzendem Christian Lindner sind aktuell 31 Prozent (+3 im Vgl. zum Vormonat) der Bürger sehr zufrieden bzw. zufrieden, 52 Prozent sind weniger bzw. gar nicht zufrieden. Grünenparteichefin Annalena Baerbock kommt auf 26 Prozent Zufriedenheit mit ihrer Arbeit (-3 im Vgl. zu Februar). 49 Prozent der Befragten kennen sie nicht oder können sie nicht beurteilen.

Mit der Arbeit von Noch-CDU-Parteichefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sind 22 Prozent der Bürger sehr zufrieden bzw. zufrieden (+3 im Vgl. zum Vormonat); 67 Prozent sind mit ihrer Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland sind 15 Prozent der Bürger sehr zufrieden bzw. zufrieden (+-0 im Vgl. zu Februar). SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans erreicht 12 Prozent Zufriedenheit (-2 im Vgl. zu Februar im Vgl. zu Februar); mehr als die Hälfte der Deutschen (59 Prozent) kennen ihn nicht oder können ihn nicht beurteilen.

Mit der Arbeit von Bernd Riexinger (Die Linke) sind 9 Prozent der Befragten sehr zufrieden bzw. zufrieden. 73 Prozent kennen den Partei-Chef der Linke nicht oder können ihn nicht beurteilen. Auf die Frage, ob die Verhältnisse in Deutschland eher Anlass zur Zuversicht oder eher Anlass zur Beunruhigung geben, gaben 44 Prozent der Deutschen an, dass bei ihnen die Zuversicht überwiege. Bei 51 Prozent ist es die Beunruhigung – das sind 9 Prozentpunkte weniger als Januar. Infratest hatte 1.002 Personen am 30. und 31. März befragt.

Das spiegelt sich natürlich auch in den Umfragewerten wieder:

CDU und CSU legen in der von Infratest gemessenen Stimmung weiter zu. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden 34 Prozent der Befragten ihre Stimme der Union geben, 4 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Infratest-Umfrage noch vor zwei Wochen, und sogar 7 Prozent mehr als vor einem Monat. CDU und CSU konnten zuletzt im März 2018 diesen Wert erzielen.

Die SPD käme auf 16 Prozent, zwei Prozent mehr als vor 14 Tagen. Die AfD landet unverändert bei 10 Prozent – weiterhin der niedrigste von Infratest gemessene Wert der Partei seit August 2017, als sie – damals noch nicht im Bundestag – auf 8 Prozent bei der Sonntagsfrage kam. Die FDP verliert zwei Prozentpunkte und landet bei 5 Prozent, der niedrigste Wert der Freien Demokraten seit Januar 2017. Die Linke würden unverändert 7 Prozent der Befragten wählen, die Grünen landen in der Sonntagsfrage unverändert bei 23 Prozent und wären damit wie zuletzt zweitstärkste Kraft.

Die Sonntagsfrage für den sogenannten „ARD-Deutschlandtrend“ hatte Infratest-Dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche unter 1.502 Wahlberechtigten bundesweit durchgeführt.

Die AfD scheint wirklich nicht mehr durchzudringen. Aber die hat ja auch ganz andere Sorgen, muss sich mit sich selbst beschäftigen. (Quelle: dts)

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