Die Regierung informiert: Wer dem RKI nicht folgt, ist schon Verschwörungstheoretiker

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Prof. Wieler, Spahn, Merkel - das Trio furioso der Coronabekämpfung (Foto:Imago/IPON)

In Corona-Deutschland gibt es nur eine alleinseligmachende Linie, und die vertritt die Regierung – welche die medizinische und krisenpolitische Weisheit bekanntlich mit dem Löffel gefressen hat. Als unfehlbare Auguren mit offizieller Deutungshoheit fungieren die Experten des Robert-Koch-Instituts: Alternative Meinungen werden diskreditiert und in die „extremistische“ Ecke gerückt – eine Masche, die aus der Flüchtlingsdebatte wohlbekannt ist.

So warnte gestern der CSU-Innenstaatssekretär Stephan Mayer vor „Verschwörungstheorien in der Coronakrise“, wie „dts Nachrichtenagentur“ berichtet. Zur Pandemie würden gezielt Desinformationen gestreut. „Wir erleben, wie extremistische Gruppen die Pandemie missbrauchen und etwa krude Verschwörungstheorien verbreiten“, so Mayer. Dabei erlebe das Land doch gerade zum jetzigen Zeitpunkt „eine stabile Situation mit Blick auf die innere Sicherheit“.

Jede und jeder soll die Informationen genau hinterfragen“, die sie oder er im Internet lese oder zu hören bekomme, so Mayer: „Die offiziellen Stellen wie das Robert-Koch-Institut (RKI) informieren regelmäßig und verlässlich. Daran sollte sich jeder orientieren.“ Wie „verlässlich“ die Angaben des RKI sind, wo nicht nur die Zahlen teilweise intransparent und unvollständig sind, zeigt sich aktuell gerade an den geltenden Empfehlungen zum Tragen von Atemmasken: Bis gestern sah das RKI diese nicht als sinnvoll an, gestern schwenkte es um 180 Grad um und behauptet jetzt das Gegenteil.

Alles Gute kommt von oben

Die offizielle Lagebeurteilung als einzigen Quell der Wahrheit anzunehmen, blendet die Tatsache aus, dass es auch innerhalb der Virologen und Infektiologen erhebliche Kontroversen gibt, was das angemessene Vorgehen anlangt. Das Ziel des Innenstaatssekretärs ist klar: Alle kritischen Stimmen und Hinterfragungen sollen ausnahmslos dem verschwörungstheoretischen Lager zugeordnet werden.

Die Überleitung zu den bewährten gesellschaftlichen Spaltungsthemen gelingt Mayer denn auch in wenigen Sätzen: Es seien vor allem „extreme Rechte“, die in der Coronakrise Stimmung gegen Migranten machten, indem sie behaupten, Flüchtlinge würden privilegiert behandelt und versorgt. Das ist eine bewusst gesteuerte Falschinformation.“ Die deutschen Sicherheitsbehörden würden neben rechtsradikalen Verschwörungstheorien auch erkennen, dass „Desinformationskampagnen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gezielt aus dem Ausland gesteuert werden, um die Legitimität der Regierungen in EU-Staaten zu unterminieren“. Dies sei „gefährlich“. (DM)

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