Zahl der Intensivbetten auf 40.000 erhöht – die Vorbereitung auf den Sturm?

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Foto: Zwei junge Männer mit Atemschutzmaske (über dts Nachrichtenagentur)

Anscheinend rechnet die Politik in den nächsten Wochen mit einem massiven Anstieg bei schwerkranken Corona-Patienten:

Die Kliniken in Deutschland haben wegen der Coronakrise die Zahl der Intensivbetten von 28.000 auf 40.000 erhöht. “Ich gehe davon aus, dass wir durch die Aufstockung der vergangenen Wochen inzwischen knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung haben, von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei sind“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Zu Beginn der Pandemie hatten wir etwa 20.000 Betten mit Beatmungsgerät. Inzwischen dürften wir bei etwa 30.000 liegen“, sagte Gaß, der die Interessen von rund 1.900 Krankenhäusern bundesweit vertritt.

Zum Teil seien die Beatmungsgeräte aus anderen Bereichen geholt – beispielsweise aus Aufwachräumen -, zum Teil sei neu beschafft worden, zum Teil seien ausgemusterte Geräte reaktiviert worden. Er sei „zuversichtlich“, betonte Gaß, „dass wir in den kommenden zwei Wochen für alle Covid-19-Patienten, die beatmet werden müssen, ein Gerät zur Verfügung haben werden.“ Aktuell seien etwa 2.000 Betten mit Covid-19-Patienten belegt.

Auch bei Nicht-Intensivbetten haben die Kliniken Platz geschafft: „Es ist ein nennenswerter Teil an planbaren Behandlungen bereits zurückgefahren worden“, betonte Gaß. „Wir haben inzwischen in den Kliniken höhere Leerstände.“ Die Normalauslastung der Krankenhäuser liege bei 75 bis 80 Prozent.

Zurzeit seien noch etwa 50 Prozent der Betten belegt.

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Wieder über 150 Corona-Tote innerhalb eines Tages

Seit Dienstagabend hat es in Deutschland wieder über 150 Todesopfer innerhalb von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus gegeben. Nach Recherchen der dts Nachrichtenagentur starben bis Mittwochabend, 20 Uhr, 155 Menschen durch das Virus, die Gesamtzahl stieg damit um 21 Prozent auf 899. Insgesamt gab es bis Mittwochabend rund 77.500 positive Tests, rund 21.000 Menschen waren laut einer Hochrechnung aber auch schon wieder genesen. Die Zahl der aktiven Infektionen mit Nachweis stieg damit in Deutschland auf rund 55.600, ein Plus von rund 5,6 Prozent gegenüber dem Vortag.

Die höchste Dichte unter den Bundesländern gab es laut der vorliegenden Zahlen in Baden Württemberg, wo bis Mittwoch 146 Infektionen je 100.000 Einwohner nachgewiesen wurden. Dahinter lagen Bayern (142), Hamburg (132) und das Saarland (108). Die niedrigste Inzidenz war wie schon in den letzten Tagen in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen, wo bislang 28 Infektionen je 100.000 Einwohner nachgewiesen wurden.

Auch in Sachsen-Anhalt (37), Brandenburg (43) und Thüringen (43) waren die Infektionszahlen unter Bundesdurchschnitt. Die Zahlen weichen von denen des Robert-Koch-Instituts ab, da dieses nicht selbst bei den örtlichen Behörden abfragt, sondern auf die elektronische Meldung wartet, was oft einige Tage in Anspruch nimmt.

Krankenhaus-Hygieniker raten zum Tragen von Schutzmasken

Im Gegensatz zum Robert-Koch-Institut raten Deutschlands führende Hygieniker zum Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes (MNS). „Wer angehustet wird und einen MNS trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben“, sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wer etwa aus einem Meter von einem Infizierten angehustet werde, sei durch ein Tuch oder selbst einen Schal in einem hohen Maße davor geschützt, die Tröpfen einzuatmen, denn sie blieben im Schal hängen.

Nur ein kleiner Teil würde durch die Poren hindurchfinden, und das auch nur bei großer Nähe zum Hustenden. Die DGKH widerspricht damit dem Robert-Koch-Institut. Auf der RKI-Internetseite heißt es weiterhin, es gebe „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert“.

Eine „Maskenpflicht“ wie in Jena und in Österreich lehnt die DGKH derzeit aber ab: „Sie würde dazu führen, dass wir denjenigen Masken entziehen, die sie dringender benötigen, etwa Pflegekräften und Krankenhauspersonal“, sagte Walger. „Eine Maskenpflicht ist auch deswegen problematisch, weil es nicht ausreichend Masken zu kaufen gibt.“ Das zeige sich in Österreich.

„Dort wurde eine Pflicht eingeführt, mit der Auflage für die Supermärkte, die Masken an ihre Kunden zu verteilen. Aber die Supermärkte haben nicht genug MNS und wissen nicht, wo sie sie herbekommen sollen. Das ist halbherzig und stiftet Verwirrung, weil die Pflicht schlicht nicht eingehalten werden kann.“

Eindringlich warnte Walger die Bevölkerung, sich medizinische Atemschutzmasken (FFP2/3) zu besorgen. „Professionelle Masken gehören in die professionelle Versorgung, werden von Praxen, Kliniken und in der Intensivpflege viel dringender gebraucht.“ Es sei auch „absolut ausreichend“, bei Kontakten unter Nicht-Risikogruppen und im normalen sozialen Leben einen einfachen Mund-Nase-Schutz zu tragen. „Deswegen sollten jede Firma und jede Institution, die kann, Stoffmasken herstellen“, appellierte Walger. „Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen“, sagte er und riet: „Auch eingenähte Damenbinden können sinnvoll sein, sie erhöhen den Schutz und fangen zusätzlich Feuchtigkeit auf. Und durchfeuchtete Masken lassen sich rasch trocknen. Bei 70 Grad in Mikrowelle oder Ofen sterben alle Viren ab.“ Auf der Straße sei das Tragen von MNS nicht unbedingt notwendig, so der DGKH-Sprecher weiter. An der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchen-Wolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. „Beim Spazierengehen braucht daher niemand eine Maske, wenn ein Abstand von ca. 1,5 Meter eingehalten wird und Anhusten unterbleibt“, sagte Walger. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr höher, werde aber auch dort durch einen einfachen MNS „erheblich“ verringert. „Daher: Jede Maske schützt. Und je häufiger gelüftet wird, umso effektiver kann sie schützen“, sagte der Hygieniker der NOZ.

EU-Kommissarin macht Hoffnung auf schnellen Corona-Impfstoff

EU-Forschungskommissarin Mariya Gabriel schürt die Hoffnung auf die schnelle Verfügbarkeit eines Impfmittels gegen das Coronavirus. Normalerweise dauere die Zulassung eines neuen Serums 12 bis 18 Monate, sagte sie dem „Handelsblatt“. Aber man erwarte, dass ein Impfstoff viel schneller auf dem Markt verfügbar sein werde, womöglich im Herbst.

Es handele sich um ein Rennen gegen die Zeit. Firmen und Forscher arbeiten derzeit intensiv an Impfstoffen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Die Wirkstoffe müssen vor ihrem Einsatz in der Breite aber auf Wirksamkeit und mögliche Gesundheitsrisiken getestet werden. Bei der Sicherheit dürfe man keine Abstriche machen, sagte Gabriel: „Wir können keine Abkürzungen in den klinischen Versuchen erlauben, die dann Menschenleben gefährden.“

Der Einsatz von Supercomputern könne dabei helfen, wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen das Coronavirus schneller zu identifizieren, sagte die Bulgarin. Ein mit EU-Mitteln finanziertes Forschungsprojekt mit dem Namen Exscalate4CoV nutze die Rechner in Bologna, Barcelona und Jülich, um womöglich gegen das Virus wirksame Moleküle zu identifizieren. „Was mit herkömmlichen Methoden mehrere Jahre dauern würde, können die Supercomputer binnen weniger Monate erledigen“, so Gabriel.

Deutsche Versorgungsdichte mit Intensivbetten vergleichsweise hoch

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten in Krankenhäusern. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag unter Berufung auf einem Vergleich der OECD auf Basis verschiedener Erhebungen in zehn ihrer Mitgliedstaaten aus den Jahren 2013 bis 2020 mit. Demnach kamen in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner, wobei in der aktuellen Krisensituation die Kapazitäten weiter ausgebaut werden.

Auch Österreich (28,9 Intensivbetten je 100.000 Personen) und die Vereinigten Staaten (25,8) wiesen eine vergleichsweise hohe Dichte auf. Deutlich geringer waren die Kapazitäten in den gegenwärtig besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Staaten Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohnern. Auch beim Ausstattungsgrad mit Krankenhausbetten insgesamt schneidet Deutschland international gut ab, wie ein Vergleich von 33 OECD-Mitgliedstaaten zeigt.

So kamen in Deutschland im Jahr 2017 rund sechs Krankenhausbetten auf 1.000 Einwohner. Noch besser ausgestattet waren nur Japan (7,8 Krankenhausbetten je 1.000 Personen) und Südkorea (7,1). Auch hier lag der Ausstattungsgrad in aktuell besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Staaten deutlich niedriger, so die Statistiker weiter.

So kamen in Frankreich 3,1 und in Italien 2,6 Krankenhausbetten auf 1.000 Personen. In den Vereinigten Staaten und Spanien lag die Versorgungdichte bei jeweils 2,4 Betten je 1.000 Einwohner. In Kanada, Schweden und Chile kamen lediglich 2,0 Betten auf 1.000 Personen.

Chinas anziehende Konjunktur lässt deutsche Firmen hoffen

Die neusten Signale für die wieder anziehende Konjunktur in China sorgen auch bei deutschen Firmen für Hoffnung. „Eine positive Entwicklung der chinesischen Wirtschaft kann die Tiefe der zu erwartenden Rezession in Deutschland abmildern. China als unser wichtigster Handelspartner hat da einen nicht zu unterschätzenden Einfluss“, sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).

Wichtig sei, dass „spätestens in der zweiten Jahreshälfte die deutschen Exporte nach China wieder an Fahrt gewinnen“. Auch die deutschen Firmen in China sehen einen Silberstreif. „Chinas Wirtschaft befindet sich auf dem Weg zurück zur Normalität. Der komplette Stillstand ist vorbei. Die Wirtschaft kommt wieder in Bewegung“, sagte Jens Hildebrandt, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Peking, den Zeitungen. Die Unternehmen könnten „fast wieder auf dem Niveau von vor der Coronakrise“ produzieren.

Die Stimmung sei „verhalten optimistisch“, so Hildebrandt weiter. In China sind 5.200 deutsche Betriebe registriert, die 1,1 Millionen Arbeitsplätze schaffen. „60 Prozent der deutschen Unternehmen in China sagen: Wir können wieder normal produzieren. Noch vor einem Monat hat praktisch kein Unternehmen produziert“, hob der Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Peking hervor. Insbesondere bei Maschinenbau und Autobranche sehe er einen Hoffnungsschimmer in China. Weniger gut sei die Lage bei den Business Services, also Unternehmensberatung und IT-Dienstleistungen, sagte Hildebrandt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. China ist seit 2016 der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Im vergangenen Jahr betrug das Handelsvolumen rund 206 Milliarden Euro. Maschinenbau-Firmen bilden das größte deutsche Kontingent im Reich der Mitte, aber auch der Automobilsektor spielt eine wichtige Rolle. Wichtige Konjunktur-Indikatoren für China zogen zuletzt an. So stieg der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) des herstellenden Gewerbes in China im März auf 52 Punkte. Im Februar war er auf 35,7 Punkte eingebrochen, wie das nationale Statistikamt (NBS) mitteilte. Der Wert liegt damit wieder über der 50-Punkte-Marke, die Wachstum signalisiert.

Mehr als eine Million Anträge auf staatliche Soforthilfen

Den deutschen Bundesländern liegen mehr als eine Million Anträge auf staatliche Soforthilfen von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmern vor. Das berichtet die „Welt“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage bei den zuständigen Ämtern. An der Spitze liegen demnach Nordrhein-Westfalen (310.000), Bayern (210.900) und Baden-Württemberg (190.000).

Bewilligt oder sogar schon ausgezahlt worden seien bislang Zuschüsse des Bundes und der Länder in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Davon entfielen allein 900 Millionen Euro auf Berlin. Bayern liege mit 275,6 Millionen Euro auf dem zweiten Platz, berichtet die Zeitung weiter.

Die tatsächlichen Zahlen dürften noch höher liegen. So weise beispielsweise Berlin die Zahl der Anträge nicht mehr gesondert aus. Das Land habe lediglich jene 100.000 Begünstigte gemeldet, die bereits Geld bekommen haben.

Nordrhein-Westfalen wiederum habe nur Angaben zur Zahl der Anträge gemacht, aber nicht dazu, in welcher Höhe bislang Zuschüsse bewilligt wurden, berichtet die „Welt“.

Coronakrise: Ex-Innenminister sieht verfassungsrechtliche Probleme

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) sieht angesichts der Einschränkung von Grundrechten im Zuge der Coronakrise verfassungsrechtliche Probleme. „Der eine Ansatzpunkt ist die Rolle der Parlamente“, sagte Baum den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). Es sei „nicht nur die Stunde der Exekutive, sondern auch der Legislative“.

Ihre Mitwirkung müsse „intensiver werden“, so der FDP-Politiker weiter. Er plädierte für ein Verfallsdatum auf alle getroffenen Maßnahmen von zwei Monaten. Dies zwinge die Regierung zur Unterrichtung der Öffentlichkeit und sei „wichtig in einer Situation, in der Eingriffe in Grundrechte stattfinden wie nie zuvor“, so der frühere Innenminister.

Er monierte überdies Paragraph 28 des Infektionsschutzgesetzes. „Er ist nicht verfassungskonform“, sagte er. Das Parlament gebe damit „Rechte aus der Hand, ohne das Ausmaß genauer zu bestimmen. Der Paragraph stellt Anforderungen, wie sie etwa die Polizei an Hütchenspieler hat, die die Kölner Domplatte nicht mehr betreten sollen“, so der FDP-Politiker weiter. Er müsse „unbedingt den Anforderungen des Grundgesetzes angepasst werden, wie die Opposition das vergeblich verlangt hatte“, sagte Baum. Dem neuen Paragraphen zufolge kann die zuständige Behörde „Personen verpflichten, den Ort, an dem sie sich befinden, nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte oder öffentliche Orte nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu betreten“.

Beim Bundesverfassungsgericht seien bisher insgesamt fünf Beschwerden gegen verfügte Corona-Maßnahmen eingereicht worden, berichten die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ unter Berufung auf eigene Informationen. Vier seien abgelehnt worden, eine sei noch offen.

Pharma-Hersteller fordern Rückholung von Arzneimittel-Produktion nach Europa

Die deutschen Arzneimittelhersteller sprechen sich für eine Wiederansiedlung von Medikamenten-Produktionen in Europa aus, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland auch in schwierigen Zeiten zu sichern. „Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit sollte die Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen in Deutschland und Europa gestärkt werden“, sagte Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Die EU sollte über Anreize nachdenken, „die Europäische Union als Standort für die pharmazeutische Industrie zu stärken und die Produktion von Wirkstoffen und Arzneimitteln in die Europäische Union zurückzuholen“, fordert der Verband in einem aktuellen Positionspapier an die Bundesregierung, über das die Zeitungen berichten.

Bereits heute könnten beispielsweise bei der Ausschreibung und Vergabe von Rabattverträgen europäische Produktionsstandorte bevorzugt berücksichtigt werden, sagte Cranz. „Leider waren die gesetzlichen Krankenkassen hierzu in der Vergangenheit nicht bereit. Daher sollte für die Kassen nicht nur der Preis ausschlaggebend sein“, so der BAH-Hauptgeschäftsführer weiter.

Die meisten Hersteller von Wirkstoffen, die als versorgungsrelevant eingestuft sind, befänden sich in Indien, China und Italien, heißt es in dem BAH-Papier. Problematisch für die Versorgung könnte die Situation werden, wenn einzelne Länder Exportverbote (wie zuletzt in Indien oder Großbritannien) für relevante Wirkstoffe sowie Arzneimittel verhängen und somit Hersteller außerhalb ihres Territoriums nicht mehr beliefern. Bei Wirkstoffen und beim Transport spürten die Hersteller bereits Preissteigerungen, heißt es in dem Positionspapier.

Einige Unternehmen hätten logistische Probleme, da Lastwagen lange an Grenzen warten müssten oder Schiffscontainer in China feststeckten. Noch seien die internationalen Lieferketten „relativ stabil“, doch die Hersteller betrachten die Entwicklung „mit großer Sorge“, warnte der Verband. Zudem fordern die Arzneimittel- und Medizinprodukte-Hersteller, als systemrelevante Unternehmen anerkannt zu werden.

Über die Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel werde die medizinische Versorgung der Bevölkerung sichergestellt, heißt es in dem BAH-Papier, über das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Die Vorteile: Systemrelevante Hersteller könnten unter anderem auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten und die tägliche Höchstarbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden ausweiten. Bisher akzeptierten nur Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die Unternehmen als systemrelevant, heißt es in dem Positionspapier.

Vapiano stellt Insolvenzantrag

Die Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das teilte das Unternehmen in der Nacht zu Donnerstag mit. Es habe keine Lösung für den zuletzt aufgrund der Covid-19-Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von zusätzlich insgesamt etwa 36,7 Millionen Euro gefunden werden können, hieß es.

„Insbesondere konnte keine abschließende Einigung mit den finanzierenden Banken und wesentlichen Aktionären über die Beiträge zu der angestrebten umfassenden Finanzierungslösung erzielt werden.“ Deswegen konnten nach Angaben des Unternehmens auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen Covid-19-Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden. Sämtliche eigenen Restaurants bleiben wegen der aktuellen Covid-19-Krise bis auf Weiteres geschlossen.

Deutsche und internationale Franchisenehmer seien von der Insolvenz aber nicht betroffen. Sie dürften allerdings ihrerseits angesichts der Coronakrise auch erhebliche Einnahmeausfälle haben.

Deutschland gibt Schutzmasken-Herstellern Abnahmegarantie bis 2021

Deutschland gibt Schutzmasken-Herstellern eine Abnahmegarantie bis Ende 2021. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mit. Voraussetzung für einen entsprechenden Rahmenvertrag sei, dass der Produktionsstandort in Deutschland liegt, dass bestimmte wöchentliche Mindestmengen eingehalten werden, und dass die erste Lieferung bis zum 15. August 2020 erfolgen kann. Angebote sollen bis zum 3. April abgegeben werden.

Die Abnahmegarantie der Verträge soll für Unternehmen ein Anreiz sein, eine Produktion aufzubauen. Mit der Initiative will der Bundesgesundheitsminister die Versorgung mit Schutzmasken und Schutzkleidung in Deutschland unabhängiger vom Weltmarkt machen.

Zahl der Corona-Infektionen steigt in den USA auf über 200.000

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in den Vereinigten Staaten auf 203.608 gestiegen. Das geht aus Daten der Johns Hopkins University im US-Bundesstaat Baltimore vom Mittwoch hervor. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg in den USA den Daten zufolge auf insgesamt 4.476. Die Millionenmetropole New York City an der US-Ostküste ist besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen.

Allein in New York City starben laut den Angaben der Johns Hopkins University 1.139 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19.

Wettlauf zwischen Bund und Ländern um Schutzmasken

In Deutschland gibt es unter denjenigen, die Schutzkleidung dringend benötigen beziehungsweise beschaffen wollen, einen immer größeren Wettlauf um Masken, Brillen und Kittel. Das sächsische Sozialministerium habe eingeräumt, dass der Wettlauf zu höheren Preisen führe, berichtet die „Süddeutschen Zeitung“ unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den Bundesländern. Es sei in einem überhitzten Markt kaum noch möglich, Ware zu erhalten.

Doch zurückstecken wolle kaum jemand. Rheinland-Pfalz unternehme alles, um insbesondere Medizin- und Pflegeeinrichtungen „durch eigene Ankaufaktivitäten auf dem Weltmarkt zu unterstützen“, teilte die Landesregierung mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dieser Tage ein eigenes Ankaufsverfahren gestartet.

Doch weil das, was der Bund bislang liefern kann, bei Weitem nicht reicht, sind etliche Bundesländer selbst aktiv geworden. Sie nutzen der Umfrage zufolge spezielle Kontakte von Unternehmen in ihren Ländern, um vor allem in China Schutzmaterial zu kaufen. Krankenhäuser, Apotheken, Wohlfahrtsverbände und Pflegedienste, die nicht auf staatliche Zuteilungen warten wollen, prüfen ebenfalls, was der Markt noch hergibt.

Eigentlich sollte die Beschaffung über die Bundesregierung in Berlin laufen. Dort habe der Krisenstab des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums Mitte März eine „zentrale Beschaffung von Schutzausrüstung für das Gesundheitswesen beschlossen“, teilte das sächsische Sozialministeriums der „Süddeutschen Zeitung“ mit. Die Bundesländer hätten dann ihren Bedarf für die nächsten sechs Monate ermittelt, ebenso wie die Kassenärztlichen Vereinigungen für den ambulanten Bereich, also für die Arztpraxen.

Doch bislang sind erst wenige Lieferungen eingegangen, etwa in Sachsen, wie das dortige Sozialministerium mitteilte. Allein in Sachsen werden wöchentlich 1,4 Millionen hochwertige Masken (FFP2) und mehr als 10 Millionen Einmalhandschuhe benötigt. In den anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus: Man wisse nicht „wann und in welcher Menge wir weitere Schutzkleidung erhalten“, teilte die Stadt Hamburg mit. „Die Bundesregierung hat bereits vor Wochen zugesagt, für die Länder zentral Schutzausrüstung zu beschaffen. Dieser Zusage kann der Bund leider nur schrittweise nachkommen“, teilte das zuständige Ministerium in Rheinland-Pfalz der „Süddeutschen Zeitung“ mit. Auch Bremen sei dazu übergegangen, selbst Masken und anderes mehr bestellen, weil „die Lieferungen über den Bund geringer ausgefallen sind, als erhofft und benötigt.“ (Quelle: dts)

 

 

 

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