UN-Panikmache: „Die Menschheit steht auf dem Spiel“

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UN-Generalsekretär Guterres (Foto:Imago/Kyodo)

New York – Nachdem sich Politiker weltweit seit Tagen mit immer bombastischeren Begriffen und Katastrophenvergleichen zur Corona-Gefahr zu überbieten versuchen, fühlt sich auch der UN-Generalsekretär berufen, schweres verbales Geschütz aufzubauen. Für Antonio Guterres steht nicht weniger als „die Menschheit auf dem Spiel“.

Corona als Global-Killer: Diese wohl nicht mehr zu toppende „Mutter aller Alarmismen“ gab Guterres gestern in New York zum besten, nachdem er die zuvor schon seit Wochen in allen westlichen Leitmedien betrommelte Feststellung wiederholt hatte, die Corona-Pandemie sei die schlimmste Krise seit dem zweitem Weltkrieg.

Auch wenn dieser Vergleich bislang weder von den Opferzahlen noch von den sonstigen Kollateralschäden her gerechtfertigt ist: Ja, Not und Ungewissheit sind groß, und die Herausforderungen an internationale Politik und Weltwirtschaften sind epochal. Doch umso wichtiger ist es, dass sich die Mächtigen bei ihren öffentlichen Verlautbarungen in Zurückhaltung, Nüchternheit und Rationalität üben – statt immer mehr Panik zu schüren.

Alarmismus in Reinkultur

Niemand kennt die genaue Mortalitätsrate von Covid-19 wirklich, Schätzungen bewegen sich in Anbetracht der Dunkelziffern zwischen 0,5 und 1 Prozent, vielleicht aber auch deutlich darunter. So tragisch ohne Frage jeder einzelne Todesfall ist – doch diese Rate zieht statistisch betrachtet keine Übersterblichkeit nach sich. Von einer existenzbedrohenden Gefahr für die Menschheit zu sprechen ist daher, gelinde ausgedrückt, ein bizarres Horrormärchen.

Dass die Pandemie eine der folgenschwersten Rezessionen der jüngeren Vergangenheit nach sich ziehen wird, wie Guterres laut „Welt“ gestern sagte, und sich somit als „Bedrohung für jeden auf der Welt“  erweise, ist womöglich das größere Problem als die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus selbst. Der UN-Chef hat Recht, wenn er eine Zunahme von „Instabilität, Unruhen und Konflikten in der Welt“ durch die Krise kommen sieht. Nicht zuletzt deshalb fordern die UN Unterstützung für die Entwicklungsländer bei der Bekämpfung der Pandemie und eine verstärkte Zusammenarbeit aller Staaten. So weit, so gut – doch dies lässt sich auch ohne galaktische Übertreibungen vermitteln. (DM)