Unverantwortliche Panikmache: Seehofer befürchtet ohne Maßnahmen eine Million Corona-Tote

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Horst Seehofer (über dts Nachrichtenagentur)

Bisher verläuft die Panikmache eher subtil, durch welche die Bereitschaft der Bevölkerung zum folgsamen Erdulden der Kontaktsperren aufrechterhalten werden soll: Virologen und Infektiologen erklären gebetsmühlenartig, der ganz große Ausbruch stehe noch bevor, doch niemand wisse, wann er käme. In dieses Klima der Verunsicherung grätscht nun Innenminister Horst Seehofer mit der Ansage, ohne die Maßnahmen sei mit „einer Million Toten“ zu rechnen.

Die verstörende Zahl findet sich in einem Papier aus Seehofers Ministerium, in dem spekuliert wird, die Todeszahlen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus könnten „im schlimmsten Fall die Millionengrenze übersteigen“. Der CSU-Politiker verteidigte diese Zahlenspiele als „Worst-Case-Szenario für den Fall, dass keine Maßnahmen getroffen werden oder unzureichende Maßnahmen getroffen werden“, so Seehofer gegenüber „Bild“.

Seehofer sah daher keine Veranlassung, von der Einschätzung seiner Beamten abzurücken. Er bitte seine Mitarbeiter immer, „frei zu denken. Die haben keine Vorgabe von mir“, so der CSU-Politiker laut „dts Nachrichtenagentur“. Deshalb begrüße er es auch „ausdrücklich, dass hochkarätig in meinem Hause Szenarien durchgespielt werden, die man nicht gerne hört, aber mit denen man sich beschäftigen muss“.

Interne Horrorszenarien achtlos nach außen gegeben

Da hat Seehofer ganz recht: IM HAUSE. Aber eben nicht in der Öffentlichkeit! Derartige Fallstudien und Schätzungen haben das Potential, Panik und Unruhe in die Bevölkerung zu tragen – und Seehofer hat die politische Verantwortung, die Bevölkerung über Tatsachen zu informieren und ihr in sachlicher Weise die jeweilige Lage zu vermitteln. Darum scheint es schon längst nicht mehr zu gehen, sondern um Erzeugung einer Hysterie, damit mögliche weitere Beschränkungen umso willfähriger und widerstandsloser akzeptiert werden.

Nicht von ungefähr erklärt Seehofer daher auch: Je entschiedener Kontakt- und Ausgangssperren eingehalten würden, umso größer sei „die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Szenarien bleibt“, aber nicht Realität werde. Passenderweise wiederholt er sein Horrorszenario in „Bild“ nochmals: „Ohne Handeln hätten wir die Gefahr, dass es auch Millionen Tote gibt. Aber mit Handeln können wir dieses Szenario vermeiden“. Es ist leider eine Wortwahl, die sich für Spitzenpolitiker in diesen Tagen gänzlich verbietet. (DM)