Chinesischer Fledermaus-Forscher nicht mehr zu erreichen: Corona doch aus einem Forschungslabor „ausgebrochen“?

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Foto: Von goffkein.pro/Shutterstock

Für die deutschen Mainstreammedien steht fest: Das Corona-Virus stammt nicht aus einem Labor. Wer das trotzdem behauptet, fällt in die Kategorie der Verschwörungstheoretiker. Doch die Washington Times recherchiert etwas tiefer: Demnach mehren sich die Beweise, das das Virus im Zusammenhang mit der in China vorangetriebenen Virusforschung an Fledermäusen freigesetzt worden ist. 

„Corona ist im Labor entstanden – üble Verschwörungstheorie“, vermeldet die deutsche Propagandapresse und stützt sich auf die Untersuchungen von Kristian Andersen und seinen Kollegen vom Scripps Institute in La Jolla/USA. Sie hatten genetische und molekulare Struktur von SARS-CoV-2 einer Vergleichsanalyse unterzogen und waren zu dem Schluß gekommen, das Virus könne „nicht menschengemacht“ sein.

Das es aber durchaus im Zuge der chinesischen Viren-Forschung in die Welt getragen worden sein kann, darauf mehren sich nun die Hinweise, erklärt die Washington Times in ihrem Artikel vom Montag dieser Woche.

Chinesische Forscher des Wuhan Centers for Disease Control and Prevention (CDC), dem nationalen Zentrum für Chinas Fledermausvirusforschung isolierten mehr als 2.000 neue Viren, darunter tödliche Fledermaus-Coronaviren, und führten wissenschaftliche Arbeiten an ihnen durch, nur drei Meilen von dem Wildtiermarkt entfernt, der als Epizentrum der COVID-19-Pandemie identifiziert wurde. Von dort soll das Virus auf den Menschen übergesprungen sein und seine Reise um den Globus angetreten haben.

Die genaue Herkunft des Virus bleibt – noch – ein Rätsel

Chinesische staatliche Medien hätten in den letzten Monaten immer wieder die Virusforschung gepriesen und insbesondere einen Forscher in Wuhan, Tian Junhua, als führend in der Arbeit mit den Fledermausviren bezeichnet. Das Land erforscht seit Jahren Hufeisenfledermaus-Coronaviren, die für den Menschen schädlich sein können und berichtet darüber in Fachzeitschriften.

Ein Video, das im Dezember online gestellt und von der chinesischen Regierung finanziert wurde, zeigt den Forscher Tian Junhua in Höhlen in der Provinz Hubei, wo er Proben von gefangenen Fledermäusen entnimmt und in Fläschchen aufbewahrt.

„Ich bin kein Arzt, aber ich arbeite daran, Menschen zu heilen und zu retten“, erklärt Tian im Video. Er sichere mit seiner Arbeit auch die „unsichtbare nationale Verteidigungslinie“, so der Wissenschaftler.

Das siebenminütige chinesische Video mit dem Titel „Youth in the Wild — Invisible Defender“ zeigt Forscher, die sich mit Fledermäusen befassen, die tödliche Viren in sich tragen. China habe die Führung in der globalen Virusforschung übernommen und mehr als 2000 Viren seit dem Ausbruch des Fledermaus-Ursprungsvirus SARS vor 12 Jahren entdeckt, heißt es in dem Film. Das Virus hinter der aktuellen Pandemie mit dem Namen SARS Coronavirus-2 wird auch auf Fledermäuse zurückgeführt.

Laut staatlichen chinesischen Medien hätte der Wissenschaftler Tian Junhua einmal keine Schutzausrüstung in einer Höhle getragen und sei so mit Fledermausurin in Kontakt gekommen. Um eine Krankheit zu vermeiden, wurde er daraufhin 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt – der gleiche empfohlene Zeitraum für Covid-19 Infizierte. Nach dem Vorfall, bei dem er Urin ausgesetzt war, sagte Herr Tian, ​​habe er einen sicheren Abstand zu seiner Frau gehalten. „Solange ich während der Inkubationszeit von 14 Tagen nicht krank werde, kann ich mich glücklich schätzen, damit durchzukommen“, sagte er.

Tian arbeitete für das Büro für Dekontamination und Prävention und Kontrolle von Vektoren biologischer Krankheiten innerhalb der Wuhan CDC. Laut einem Bericht der Wuhan Evening News vom Mai 2017 habe Tian seit 2012 Tausende Fledermäuse für Forschungsarbeiten zu Fledermausviren gesammelt.

„Fledermäuse haben eine große Anzahl unbekannter Viren auf ihrem Körper“, so der Forscher. „Je gründlicher unsere Forschung zu Fledermäusen ist, desto besser wird es für die menschliche Gesundheit sein.“ Er sammelte auch Viren von Zecken, Mäusen und Wespen.

Seit dem Corona-Ausbruch ist es still geworden um den chinesischen Forscher. Auf der CDC-Instituts Webseite gäbe es keinerlei Hinweise mehr auf Tian und seine Forschung, so die Washington Times. Ungewöhnlich, schließlich sei er Mitautor von zwei wissenschaftlichen Studien zu dem Wuhan-Virus und seinen Auswirkungen.  Versuche, den Forscher zu erreichen, seien erfolglos und auch die Bitte um eine Stellungnahme an die chinesischen Botschaft in Washington sei unbeantwortet geblieben, so das Blatt.

Bereits Anfang Februar waren die ersten Hinweise auf das CDC-Labor als mögliche Ausgangsstätte der Corona-Epidemie aufgetaucht. Die beiden chinesischen Wissenschaftler Botao Xiao und Lei Xiao veröffentlichten ihre Vermutung auf dem Forschungsportal ResearchGate. Der Biologe Botao Xiao hielt damals laut t-online eine Sicherheitsleck für plausibel. Demnach sei das Virus aus dem Labor gelangt, erste Patienten seien so angesteckt worden. Kurz darauf verschwand der Artikel spurlos von der Internetseite, das Profil des Wissenschaftlers wurde gelöscht. Xiao, der auch in Harvard in den USA geforscht hat, hatte dort in der Vergangenheit mehrfach publiziert.

Einige US-amerikanische und internationale Wissenschaftler haben Berichte zurückgewiesen, in denen das neue Virus mit einem der chinesischen Forschungslabors in Verbindung gebracht wurde. Sie bestehen darauf, dass das Virus auf natürliche Weise auf den Menschen überging und sich dann von Person zu Person ausbreitete.

Andere sind jedoch der Überzeugung, dass es eine wachsende Zahl von Beweisen gibt, nach denen das Virus möglicherweise in einem chinesischen Labor untersucht wurde und entweder durch eine Infektion eines Arbeiters oder durch ein infiziertes Labortier entkommen ist.

Laut dem Biosicherheitsforscher Richard Ebright, Professor an der Rutgers University am Waksman Institute of Microbiology, sei das Coronavirus hinter der Pandemie zu 96,2% einem Fledermausvirus ähnlich, das 2013 vom Wuhan Institute of Virology entdeckt und am Wuhan CDC untersucht wurde. Das Virus hätte auf natürliche Weise vom Tier zum Menschen springen können, aber auch aus dem Labor entkommen können, so Ebright. „Fledermaus-Coronaviren werden von Labors in mehreren Teilen Chinas gesammelt und untersucht – darunter Wuhan Municipal CDC und Wuhan Institute of Virology“, erklärte er gegenüber der Washington Times. „Daher könnte die erste Infektion beim Menschen auch als Laborunfall aufgetreten sein.“

In Wuhan kehr offenbar wieder der normale Alltag ein. Das Bus-, U-Bahn- und Zugsystem der Stadt wurde am Wochenende wieder in Betrieb genommen. Die Geschäfte in der Innenstadt sind seit Montag mit einigen Einschränkungen geöffnet. Und auch auf dem Wildtiermarkt wurde der Verkauf wieder aufgenommen. Fledermäuse, Skorpione und andere Wildtiere werden laut britischen Medien zum Teil noch vor Ort für die Kunden geschlachtet.

China behauptet weiterhin, das das Virus nicht seinen Ausgang aus einem seiner Forschungslabore genommen hat. Es ist an China, das Gegenteil zu beweisen. (MS)

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