Stirbt der Euro an Corona?

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Foto: Von Just Life/Shutterstock

In Covid-19 Zeiten wird der Ruf nach gemeinsamer Verschuldung durch sogenannte Coronabonds wieder unüberhörbar. Befürworter warnen: Das chinesische Coronavirus könnte zum Ende des Euro führen und möglicherweise sogar das Aus für die EU bedeuten.

Wenn die Europäische Union keine Solidarität mit Mitgliedstaaten wie Italien zeigt, die am stärksten vom Coronavirus betroffen sind, „wird das gesamte europäische Projekt verschwinden“, prophezeit der belgische Ökonom Professor Paul De Grauwe laut Breitbart

Die Lösung liege für ihn in der Schaffung von „Coronabonds“, einem Finanzinstrument, das auch unter dem Namen Eurobonds bekannt ist. So soll das wirtschaftliche Risiko für die vom Virus betroffenen Länder geteilt werden.

Coronabonds werden von mehreren Ländern, darunter Italien, sowie der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, befürwortet – aber von reicheren Ländern wie Deutschland und den Niederlanden bisher noch weitgehend abgelehnt.

Laut Professor De Grauwe leben Länder wie die Niederlande „auf einem anderen Planeten“: „Wenn ich Italiener wäre und sehen würde, dass andere Länder nicht bereit sind, Italien zu helfen, würde ich die Mitgliedschaft in der Union in Frage stellen.“

Desmond Lachman, Analyst am American Enterprise Institute, ist ebenfalls der Meinung, dass die EZB nur wenige Möglichkeiten hätte und Italien helfen müsse. Italien sei schließlich Gründungsmitglied und nach dem Brexit nach Deutschland und Frankreich nun drittstärkste Wirtschaftsnation der EU. „Ohne Italien könnte der Euro nicht überleben“, glaubt Lachmann. Die eigentliche Frage sei nun, ob Christine Lagarde ihre widerstrebenden deutschen und nordeuropäischen Mitglieder davon überzeugen kann, dass die EZB in Italien genügend Mittel zur Verfügung stellt, um das Land über Wasser zu halten, so der Analyst.

In der vergangenen Woche hatte der Präsident der Confundustria-Industrielobby Vincenzo Boccia erklärt, Italien befinde sich derzeit in einer „Kriegswirtschaft. Der Chefökonom der UniCredit-Bank, Erik Nielson, erwartet für Italien eine wirtschaftliche Talfahrt: Die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um bis zu 15 Prozent schrumpfen könne in diesem jähr um bis zu 15 Prozent schrumpfen, glaubt er.

Auch der Ex-Innenminister Matteo Salvini, Vorsitzende der Liga-Partei meldet sich zu Wort: Würde ein mindestens 100 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Italien nicht umgesetzt, könnte das zu schweren Unruhen, zur „Revolte“ in Italien führen, so Salvini gegenüber Il Giornale. (MS)