Fällt Ramadan in diesem Jahr ins Wasser?

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Das gemeinsame Essen nach Sonnenuntergang im Kreis der Großfamilie (Foto: Von Zurijeta/Shutterstock)

Die Regierung hat eine wohl ziemlich schlechte Nachricht für alle Gläubigen in Deutschland. Nachdem die Christen auf ihr so wichtiges Osterfest weitgehend verzichten müssen, könnte nun auch der Ramadan, die Fastenzeit, die dieses Jahr am 24. April beginnt, ebenfalls ins Wasser fallen – zumindest was die sehr beliebten Familienfeiern nach Sonnenuntergang betreffen. Pilgerfahrten nach Mekka könnten wegen der Coronakrise ebenfalls verboten werden.

Aber erstmal müssen die Christen leiden:

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), will die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärfen. „Ein Instrument ist, dass wir das Kontaktverbot Richtung Osterferien noch einmal uns anschauen müssen und in meinen Augen eher noch konkretisieren und verschärfen müssen“, sagte Schwesig am Sonntag in der Interview-Aufzeichnung für die ARD-Tagesthemen. „Wir müssen sicherstellen, dass die Leute nicht in Deutschland hin und her reisen, und mit Blick auf Ostern sage ich ganz klar, müssen wir sogar noch mal schauen, ob unsere Regeln und Vorschriften reichen oder ob wir nachschärfen müssen.“

Das heißt: Keine Reise nach Rom zur Ostermesse, kein Gottesdienst in einer großen Kirche und auch das Lammessen im Kreise der Verwandten und Bekannten fällt aus.

Aber auch für die Muslime könnte es noch ziemlich hart werden, denn das Bundeskanzleramt hat jetzt nämlich noch einmal betont, dass es weiterhin keinen Ausstiegspunkt aus den Anti-Corona-Maßnahmen definieren kann. Die Reduktion der Infektionszahlen seien zwar der Maßstab, aber selbst wenn die Verdoppelungszeit von derzeit sechs auf bis zu 14 Tage ansteige, würden die Beschränkungen nicht vollständig aufgehoben werden, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Dann sei man erst soweit, dass man sichergehen könne, dass das Gesundheitswesen nicht überfordert werde.

„Das ist das, was über allem steht“, sagte Braun. „Der essentiellste Maßstab ist wirklich, dass jeder, der bei uns so krank wird, dass er eine stationäre Behandlung braucht, die auch gut bekommt“, sagte der Kanzleramtsminister. Bilder wie aus Italien, Spanien oder neuerdings aus New York seien „wirklich herzzerreißend“, das wolle man in Deutschland „auf keinen Fall“.

Auf die Frage, ob Risikogruppen wie Ältere oder Schwererkranke sich auf eine längere Kontaktsperre als Jüngere einstellen müssen, wollte sich Braun nicht festlegen. „Wenn wir irgendwann über Lockerungen dieser Maßnahmen reden, dann müssen wir natürlich das nicht ersatzlos tun, sondern wir müssen uns überlegen: was haben wir dann noch an zusätzlichen Möglichkeiten, um im öffentlichen Raum auch Infektionen zu verhindern“, sagte der Kanzleramtsminister.

Mit Sicherheit werden für die Muslime, insbesondere die älteren in Deutschland keine Ausnahmen gelten.

Oder etwa doch?

Hoffnung könnte vielleicht diese Aussage machen:

Der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), Ulrich Wessels, warnt vor einer Ausgangssperre ohne Ausnahmen. „Man muss sehr zurückhaltend sein mit einem generellen Verbot“, sagte Wessels der „Welt“ (Montagsausgabe). Da müsse „wirklich eine ganz besondere Ausnahmesituation vorliegen“.

Er könne sich nicht vorstellen, „dass eine Ausgangssperre für alle ohne Ausnahmen getroffen wird“. Das halte er für „verfassungsrechtlich äußerst problematisch“, sagte Wessels. (Quelle: dts)

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