Frust bei den Linksmedien: BKA sieht in Hanau-Mörder Tobias R. keinen Rechtsextremen

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Die Hanauer Shishabar "Midnight" kurz nach der Tat (Screenshot:Youtube)

Wochenlang bestimmte das Thema vor Corona die Nachrichten: der Anschlag von Hanau vom 19. Februar, als der offenkundig geistesgestörte Einzeltäter Tobias Rathjen zwei Shishabars überfiel und dabei elf Menschen ermordete, wurde mit fast schon dogmatischer Gewissheit als Tat eines Rechtsextremen und Rassisten definiert und in beispielloser Weise instrumentalisiert. Der derzeit erstellte Abschlussbericht des Bundeskriminalamts kommt hingegen zu dem Schluss: Der Täter wurde nicht von einer rechtsextremen Gesinnung getrieben – sondern von Verschwörungstheorien.

Zu demselben Schluss waren schon kurz nach der Tat auch Psychiater, Psychologen, Profiler und Kriminologen gekommen, denen das vom Attentäter ins Netz gestellte, wirre Manifests Einblicke in dessen geistige Abgründe erlaubte. Was Rathjen dort an paranoiden und verquasten Denkgebäuden errichtete, welche verirrten Gedankengänge der dort ausführte, zeugte von einer schizophrenen Persönlichkeitsstörung – und so gut wie gar nicht von klar zuordenbaren politischen Konzepten. Rassistische Elemente waren den paranoiden klar untergeordnet; ganz offensichtlich handelte es sich bei Rathjen um eine schwer geisteskranke Person.

Doch weil ein „rechtsextremer“ Mordanschlag im allgemeinen Wirbel um den „Skandal“ um Thüringer Ministerpräsidentenwahl – FDP-Mann Thomas Kemmerich war zunächst mit den Stimmen der FDP gewählt worden – grade wie gerufen kam, um die AfD noch leidenschaftlicher anzufeinden, wurde Hanau gewissermassen zum logischer End- oder Fluchtpunkt der AfD-Politik in den Parlamenten erklärt: Wie schon nach Chemnitz, wurde die Partei erneut als verlängerter Arm des Rechtsextremismus ausgemacht – deshalb musste aus dem Psychopath Rathjen um jeden Preis ein kaltblütiger, berechnender, politisch vorsätzlich handelnder Überzeugungstäter gemacht werden, und diese angeblich unumstößliche Erkenntnis pausenlos von Mainstreampolitik und Medien perpetuiert wurden.

Die Frage nach dem „Hauptmotiv“

Ironischerweise waren es ausgerechnet Recherchen dieser Medien – vor allem WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) -, die eine spektakuläre These des noch nicht veröffentlichten BKA-Abschlusssberichts zum Hanau-Attentat vorab an die Öffentlichkeit brachten: Wie die SZ schreibt, heißt es in der Analyse zum Täter, Rathjen sei „in erster Linie nicht von einer rechtsextremen Gesinnung getrieben worden“. Er habe seine Opfer vielmehr ausgewählt, um möglichst viel Aufmerksamkeit für seine Verschwörungstheorie zu bekommen. Wörtlich schreiben die BKA-Ermittler laut SZ, Rassismus sei „nicht das Hauptmotiv von Tobias R.“ gewesen.

Damit fällt praktisch die Grundaussage der gesamten Hanau-Berichterstattung in sich zusammen. Mehr noch: Die ja ausschließlich über die Argumentationskette Rassist/Rechtsextremer – rechtsextremer Flügel – AfD zusammengezimmerte Scheinkausalität, mit der die AfD indirekt mitschuldig für eine Tat gemacht werden sollte, der mehrheitlich Migranten zu Opfer fielen, entpuppt sich als glatte Lüge. Eine schäbigere Instrumentalisierung lässt sich kaum denken.

Kein Wunder, dass die Haltungsmedien, die damals der These vom kalkulierenden „rechten“ Vorsatztäter voreilig Vorschub geleistet hatten, jetzt äußerst pikiert und befremdet auf die BKA-Erkenntnisse reagieren. Die „Tagesschau“ fragte irritiert: „Rechte Tat, aber kein rechter Täter?“ – und sucht sich akademische Schützenhilfe beim Jenaer Soziologe und Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent, der davor „warnt, die gesellschaftliche Botschaftswirkung eines Anschlags wie in Hanau zu unterschätzen – und vom Täter getrennt zu betrachten“. Eine Botschaftswirkung, für die vor allem die parteiliche Berichterstattung der meisten Medien (nicht zuletzt der öffentlich-rechtlichen!) gesorgt hat. (DM)