Atemschutzmasken sichergestellt: Wie der deutsche Zoll Menschenleben gefährdet

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Symbolbild (Foto:Imago/Müller)

Wenn in dieser akuten Notlage eines absolut unverzichtbar ist, dann ist es größtmögliche Flexibilität und Bereitschaft zu unbürokratischen Maßnahmen seitens der Behörden. Das Gegenteil ist der Fall – zumindest wenn es um den Zoll geht. Der behielt in Erfurt eine Lieferung von Atemschutzmasken ein, die ein dortiger Arzt auf eigene Rechnung in Russland bestellt hatte.

Der pragmatische Versuch, auf eigene Faust einen Ausweg aus der seit Wochen anhaltenden Knappheit an medizinischer Ausrüstung und insbesondere Atemschutzmasken zu finden und in Russland ein Paket mit 300 Masken zu bestellen, bringt den Arzt nun in zusätzliche Schwierigkeiten: Die Beamten beschlagnahmten die Lieferung und verlangen von dem Arzt nun die Besteuerung der Masken.

Besonders aberwitzig hierbei: Als Steuergrundlage nimmt der Erfurter Zoll dabei nicht die üblichen Preise für die Masken, sondern die infolge der aktuellen Krise absurd überhöhten Marktpreise im Internet; wie „thueringen24.de“ berichtet, setzen die Zollbeamten zur Berechnung der Steuer etwa 1000 Euro an, „zu zahlen in bar“.

Masken dürfen nicht einmal gespendet werden

Der Zoll beharrt nicht nur stur auf den Vorschriften, sondern unterstellt dem Arzt auch noch, er wolle die Masken gewinnbringend weiterverkaufen. Dieser wies die Anschuldigungen empört zurück – und verwies auf den dringenden eigenen Bedarf in seiner Praxis. Die Zöllner bliebe hart: Ausgenommen von den strengen Reglungen seien nur Hilfsorganisationen. Sogar den Vorschlag des Arztes, Masken der katholischen Kirche zu spenden, lehnten sie ab, weil das Paket „an ihn adressiert“ sei.

Fazit: Während die Verknappung an Corona-Ausstattung und vor allem Schutzmasken immer schlimmere Ausmaße annimmt, wiehert in Erfurt weiterhin der Amtsschimmel und das dringend benötigte Material darf nicht ausgeliefert werden. Damit macht sich der Zoll indirekt der Weiterverbreitung des Coronavirus mitschuldig – und trägt Mitschuld an möglichen weiteren Todesfällen. (DM)