Renommierter Medienwissenschaftler wirft Öffentlich-Rechtlichen „Systemjournalismus“ vor

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Otfried Jarren (Bild: Lilienberg; Link zum Bild; gemeinfrei)

Der Medienwissenschaftler Otfried Jarren kritisiert die Corona-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen massiv. Der emeritierter Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich spricht von „Systemjournalismus“ und betont: „Die Chefredaktionen haben abgedankt.“ Die verhinderte Anzeige für die AfD-Kampagne  „Gemeinsam für das Grundgesetz“ in Mainstreammedien spricht diesbezüglich auch Bände. 

Otfried Jarren, ist emeritierter Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich und Präsident der Eidgenössischen Medienkommission in der Schweiz. In seinem Beitrag für den Evangelischen Pressedienst (epd) kritisiert der renommierte Medienwissenschaftler massiv, dass zum Thema Corona-Krise  immer die gleichen Experten und Politiker aufträten, die dann von den öffentlich-rechtlichen Sendern als nahezu unfehlbare Krisenmanager präsentiert würden.

Auf diese Weise, so der der Medienwissenschaftler laut dem Deutschlandfunk, der sich in seiner Berichterstattung auf den benannten Mediendienst bezieht, inszenierten die öffentlich-rechtlichen Sender Bedrohung und exekutive Macht zugleich und betrieben somit „Systemjournalismus“. Vor allem der Norddeutsche Rundfunk falle laut Jarren durch eine „besondere Form der Hofberichterstattung“ auf: „Die Chefredaktionen haben abgedankt“, stellt der Wissenschaftler fest. In der Berichterstattung würden „alle Unterscheidungen, die zu treffen und nach denen zu fragen wäre: Wer hat welche Expertise? Wer tritt in welcher Rolle auf?“ fehlen. Zudem präsentierten die Sender vor allem einzelne Statements, eine echte Debatte zwischen Experten entstehe nicht.

Im Deutschlandfunk Kultur forderte die Medienjournalistin Vera Linß, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus die Themen Überwachung und Datenschutz stärker in den Fokus zu nehmen. Linß, die im Vorstand des Netzwerk Recherche, einem  eingetragener Verein, in dem Spiegel-Journalisten wie auch Markus Grill vom Verein „Correctiv“ sitzen, kritisiert, viele Journalisten schienen sich derzeit dazu verpflichtet zu fühlen, die Krisenstrategie der Bundesregierung weitgehend kritiklos zu transportieren – „als eine Art Service-Journalismus“.

Wie klar die journalistische Mainstreammedien-Realität von Linß hiermit beschrieben wird, zeigt sich aktuell rund um die von der AfD gestartete Kampagne „Gemeinsam für das Grundgesetz“. Nur die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und das Magazin Weltwoche veröffentlichte eine ganzseitige Anzeige, in der der Ehrenvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, gegen die Ausgrenzung Andersdenkender und für die Einheit unserer Gesellschaft ausspricht.

Die Anzeige durfte weder in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Spiegel, der Welt, dem Handelsblatt oder dem Focus erscheinen. Wofür Gauland und die AfD wirbt, kann auf der Kampagnen-Seite  www.gemeinsam-fuer-das-grundgesetz.de oder in den kommenden Tagen in Medien, die sich einem freien Diskurs verpflichtet sehen, nachgelesen werden. (SB)

Hier noch ein paar drängende Fragen von Wolfgang Hübner zu diesem Thema:

Haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt, warum es in den kritischen Foren des Internets sehr kontroverse Meinungen und Diskussionen um Gründe, Ausmaß wie Perspektiven der gegenwärtigen Virus-Krise gibt, nicht aber im auch nur annähernd gleichen Maße in den großen meinungsbildenden Medien?

Fragen Sie sich nicht auch, warum es dort keine Streitgespräche zwischen Fachmedizinern gibt, die sehr unterschiedliche Auffassungen über die Gefährlichkeit des Virus sowie über den Sinn der von der Politik verfügten Einschränkungen bürgerlicher Freiheitsrechte haben?

Meinen Sie nicht auch, dass solche Sendungen gerade in diesen Zeiten zu den Grundrechten von wahlberechtigten Deutschen gehören?

Haben Sie nicht auch längst den Verdacht, von den Regierenden und ihren getreuen Zuträgern in den Redaktionen und Sendeanstalten werde alles ausgesperrt, was Bürger zum Nachdenken oder gar zum Zweifeln veranlassen könnte?

Und lässt das nicht daraus schließen, dass die politischen Entscheider, die selbst im Nebel tappen, dabei nur eines wollen: Das möglichst ungestört tun?

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